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Praxis im Medizinischen Versorgungszentrum wieder regulär besetzt / Medizinerinnen im Ruhestand helfen trotzdem weiter

Zweite Kinderärztin der Stahlstadt ist zurück

Willkommen zurück: Nach ihrem Babyjahr ist Dr. med. Alina Cywilko-Obremska (l.) wieder im Dienst der Kinderarztpraxis des MVZ. Die beiden Kinderärztinnen Helga Wellmann (M. ) und Maria-Elisabeth Lück hatten sie vertreten und machen stundenweise weiter.
Willkommen zurück: Nach ihrem Babyjahr ist Dr. med. Alina Cywilko-Obremska (l.) wieder im Dienst der Kinderarztpraxis des MVZ. Die beiden Kinderärztinnen Helga Wellmann (M. ) und Maria-Elisabeth Lück hatten sie vertreten und machen stundenweise weiter. © Foto: MOZ/Gerrit Freitag
Janet Neiser / 02.12.2016, 07:45 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Eltern in Eisenhüttenstadt und Umgebung können aufatmen. Die Kinderarztpraxis im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) ist wieder regulär besetzt. Auch die Sprechstunden zwischen Weihnachten und Neujahr sind abgesichert.

Mit zwei großen Blumensträußen erschien Manuela Günther, Kaufmännische Leiterin des Medizinischen Versorgungszentrums, am Donnerstagmittag in der dortigen Kinderarztpraxis. "Ich möchte mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken", sagte sie in Richtung von Dr. med. Helga Wellmann und Dipl.-Med. Maria-Elisabeth Lück. Die beiden Kinderärztinnen, die 74 und 68 Jahre alt sind und längst im verdienten Ruhestand waren, hatten in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam mit dem Praxis-Team den Sprechstundenbetrieb in der Kinderarzt-Praxis am Laufen gehalten. "Sie haben hier wieder etwas Konstanz reingebracht", betonte Manuela Günther.

Hintergrund war, dass die eigentlich dort ansässige Kinderärztin Dr. med. Alina Cywilko-Obremska seit Februar 2015 im Mutterschutz war. "Und eine Vertretung für diese Zeit haben wir nicht finden können", erklärt die Kaufmännische Leiterin des MVZ. Teilweise halfen Kinderärzte von der Kinderstation des Krankenhauses aus. Denn das MVZ ist eine hundertprozentige Tochter des Krankenhauses Eisenhüttenstadt. Doch tägliche Sprechzeiten waren so auf Dauer nicht zu organisieren. Also musste ein Plan B her. Und der ging auf. Manuela Günther nahm zunächst Kontakt zu Dr. Helga Wellmann auf. Die zögerte nicht lange und übernahm zunächst mit über 70 Jahren die komplette Vertretung in der Praxis, die vor allem auch Kinder von Asylbewerbern zu versorgen hat. Im Sommer 2016 bekam sie Verstärkung durch Maria-Elisabeth Lück.

Und eigentlich sollte Ende November Schluss für die zwei sein. Doch nun wird es ein Abschied auf Raten, wie Manuela Günther betonte. Kinderärztin Alina Cywilko-Obremska ist zwar seit Donnerstag zurück im Dienst. Aber nur für 30 Stunden pro Woche. "Sie nimmt noch eine Mutterschaftsregelung in Anspruch, die wir natürlich gern gewähren", sagte die MVZ-Leiterin. Das bedeutet aber auch, um die Nachmittagssprechstunden abzusichern, machen die zwei Ärztinnen aus Leidenschaft weiter. "Da musste ich nicht lange betteln", erklärte Manuela Günther.

Dr. med. Helga Wellmann machte darauf aufmerksam, dass die Situation der Kinderärzte in Eisenhüttenstadt aber weiterhin kritisch bleibe. Schließlich gibt es nur noch Dipl-med. Angelika Koch in der Bahnhofstraße und Alina Cywilko-Obremska im MVZ. Die anderen sind Allgemeinmediziner, die ebenfalls Kinder behandeln. "Und da schreiben die in der Ärztezeitung, dass es in Eisenhüttenstadt nur eine Unterversorgung mit Allgemeinärzten gebe. Das ist doch ein Witz", betonte Helga Wellmann und spricht damit etlichen Eltern aus dem Herzen. Da die Kassenärztliche Vereinigung jedoch die gesamte Anzahl von Kinderärzten im Landkreis und in Frankfurt zusammenzählt, gilt die Stahlstadt offiziell tatsächlich nicht als unterversorgt.

Im MVZ jedenfalls ist der Normalzustand fast wieder hergestellt. Und auch die Sprechzeiten zwischen Weihnachten und Neujahr sind in der Kinderarztpraxis abgesichert. Am 27. und 29. Dezember wird Dipl.-Med. Elisabeth-Maria Lück von jeweils 9 bis 12 Uhr eine Sprechstunde anbieten.

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