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Stephanie Lubasch 02.12.2016 07:57 Uhr - Aktualisiert 02.12.2016 09:03 Uhr
Red. Frankfurt (Oder), frankfurt-red@moz.de

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Die Stadt, in der alles begann

Frankfurt (Oder) (MOZ) 1990, frisch nach seinem Studium an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch", ist Andrej Kaminsky nach Frankfurt gekommen. Fünf Jahre lang gehörte er hier zum Ensemble des Kleist-Theaters. Für ein Gastspiel kehrt der Schauspieler nun zurück.

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© MOZ

Es war für Frankfurt eine Zeit der großen Regisseure. Armin Petras zum Beispiel, heute Intendant am Staatstheater Stuttgart und davor am Berliner Maxim Gorki, inszenierte damals am Kleist-Theater, und Andreas Kriegenburg, heute am Deutschen Theater in Berlin. Damals standen sie noch am Anfang ihrer Karriere. In einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels. "Einer Zeit", sagt Andrej Kaminsky, "in der auch vieles drunter und drüber ging."

Der mittlerweile 52-Jährige denkt dennoch gern an jene Jahre zurück. Dass er nun wieder auf einer Frankfurter Bühne stehen wird, ist unter anderem seiner Bekanntschaft mit dem Schauspieler Stefan Stern zu verdanken, den er von der Berliner Schaubühne kennt. Vor drei Jahren kehrte dieser in seine Heimatstadt Frankfurt zurück, um hier mit seiner Kollegin Melanie Stein das Moderne Theater Oderland (MTO) zu leiten. "Als ich eine Bühne für ein Gastspiel suchte, habe ich das MTO angeschrieben - und sofort eine Zusage bekommen", erzählt Kaminsky.

"Du bist meine Mutter" heißt das Stück des niederländischen Autors Joop Admiral, das er an diesem Wochenende erstmals in Frankfurt präsentieren wird. Mit der Inszenierung von Alice Buddeberg hat er erst in der vergangenen Spielzeit im Theater Bonn Premiere gefeiert. Thema von Joops autobiografischem Monolog ist ein Sohn, der seine demenzkranke Mutter regelmäßig im Pflegeheim besucht, wo er sie für ein paar Momente zurück in die "normale" Welt lockt. "Ein wunderbarer Plot", wie Kaminsky findet. Und einer, der für den im finnischen Helsinki geborenen Sohn einer Russin auch noch mehrere Ebenen bietet. So wie die Erinnerungen eines Demenzkranken gelöscht werden, würden es verstärkt auch Zusammenhänge unseres gesellschaftlichen Lebens. "Unsere Welt ist so schnell geworden, alles ist in permanenter Überlagerung. Und manches verschwindet einfach."

Angst davor, eine Stunde lang allein auf der Bühne zu stehen, hat Kaminsky nicht. Eigentlich, berichtet er, sei das sogar ein einfacheres Arbeiten als im Ensemble. "Man hat mehr Zeit, und wenn man einen guten Regisseur hat, wird man auch viel bestätigt. Außerdem mag ich es, vor kleinerem Publikum aufzutreten."

In Bonn, wo er seit 2013 zum festen Ensemble gehörte, hat er in so einem Rahmen auch mit Leseabenden zu begeistern versucht. "Ich wollte den Leuten was aus dem Osten erzählen", sagt Kaminsky. So richtig interessiert jedoch habe es sie leider nicht.

Volker Braun, Heiner Müller, Stefan Heim - was sie geschrieben und wie sich ihre Texte mit den Jahren verändert haben: Kaminsky wiederum findet das spannend. Ein Feld, das er gern noch mehr beackern möchte. So wie auch Heinrich von Kleist ihn immer noch interessiert. An der Oder spielte er einst in Michael Funkes Inszenierung "Die Familie Schroffenstein" den Ottokar. "Wenn man fünf Jahre in Frankfurt war, dann vergisst man Kleist nicht", sagt Kaminsky. Und bedauert, dass sich noch immer zu wenige Regisseure an die Texte des Dichters heranwagen.

Er selbst hat schon darüber nachgedacht, sich vielleicht mal dessen Anekdoten anzunehmen. Oder einem Teil seines Briefwechsels. Vorerst aber muss sich Kaminsky noch für eine Weile in erster Linie um seinen 20 Monate alten Sohn kümmern, während seine Frau, die Regisseurin Mareike Mikat, arbeitet. Sie ist übrigens selbst Frankfurterin - und liefert somit den besten Grund, warum die Verbindung des Schauspielers zur Stadt nie ganz abgerissen ist.

"Du bist meine Mutter", Sonnabend und am 17.12., 19.30 Uhr, MTO, Ziegelstraße 28 a, Kartentel. 0152 27298236

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