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Licht aus, Film ab!

Hanna Ivers, Natalie Aldana und Phoebe Weitling (v.l.) sind Hauptdarsteller und Autoren des Films "Roxy und die Elfe.
Hanna Ivers, Natalie Aldana und Phoebe Weitling (v.l.) sind Hauptdarsteller und Autoren des Films "Roxy und die Elfe. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Daniela Windolff / 12.12.2016, 19:55 Uhr
Schwedt (MOZ) Ein besonderer Film hatte am Wochenende im Schwedter Filmforum Premiere. "Roxy und die Elfe" ist ein Film für Kinder, über Kinder von Kindern - der diesjährige Preisträger im Projekt "Kinder machen Kurzfilm".

"Licht aus, Film ab!" - Wenn dieser Ruf ertönt, wird es mucksmäuschenstill im Kinosaal. Neben der Spannung knistert nur der Ton. Die Kinder in den Zuschauerreihen kennen das schon. Sie sind nicht nur Publikum, sondern zugleich Darsteller, Regisseure und Regieassistenten, Produzenten, Tontechniker, Ausstatter, Beleuchter, Drehbuchautoren, Fans und Kritiker in einem. Sie sind die Macher im diesjährigen Projekt "Kinder machen Kurzfilm", eine Initiative von Bewegliche Ziele e. V. in Kooperation mit interfilm Berlin und Vision Kino.Seit dem Sommer machen Kinder aus den Schwedter Grundschulen gemeinsam Film, von der ersten Idee bis zur letzten abgedrehten Szene. Was in diesen Wochen intensiver, kreativer Teamarbeit entstanden ist, war nun im Schwedter Filmforum auf einer großen Kinoleinwand zu sehen. Der Kurzfilm "Roxy und die Elfe" hatte als Preisträgergeschichte des diesjährigen Projektes seine Uckermark-Premiere im vollbesetzten Kinosaal.

Grundlage ist die gleichnamige Geschichte von Natalie Aldana aus der Schwedter Bertold-Brecht-Grundschule, die im Schreibwettbewerb "Ich sehe was, was du nicht siehst" von der Jury des Projektes für den ersten Platz nominiert worden war. 94 Geschichten gingen in diesem Jahr für diesen Wettbewerb ein, der den Auftakt des Projektes bildet. Den 2. Platz gewann Rosalie Stahlkopf aus der Kästner-Grundschule mit ihrer Geschichte "Der geheimnisvolle Spiegel", den 3. Platz errang Pia Elain Hinz aus der evangelischen Grundschule mit "Mia und ihr inneres Kind". Thorben Kröplin wurde für seine Geschichte "Ein ganz verrückter Tag" von der Jury mit einer Anerkennung gewürdigt.

Doch nur Natalies Geschichte schaffte es schließlich am Ende auf die Leinwand und ihre Roxy von der fiktiven Geschichtenfigur zur Filmheldin.

Natalie erzählt mit viel Fantasie und Sensibilität von einem Mädchen, das in eine fremde Stadt umgezogen ist und in der neuen Schule keine Freunde findet, weil sie so schüchtern und ängstlich ist. Sie fühlt sich ausgegrenzt, läuft weg und trifft plötzlich eine zauberhafte Elfe, die ihr helfen möchte. Doch dazu muss Roxy erst erkennen, wer die Elfe wirklich ist. Ein Teil ihrer selbst. Ihr eigener Mut.

Wie aus dieser Geschichte am Ende ein kinoreifer Film wird, erzählen die jungen Filmemacher selbst in einer Making-of-Dokumentation, in der man den spannenden Prozess des Filmprojektes nacherleben kann. Angeleitet und begleitet wurden die Kinder von Film- und Medienprofis.

In einem Drehbuchworkshop wurde die Geschichte filmgerecht umgearbeitet, Szenen und Bilder beschrieben, Dialoge entwickelt. Die passenden Darsteller und Drehorte in Schwedt mussten gesucht werden. Da wurde beispielsweise eine Kantine zur Bäckerei umgewandelt. Am Set hatte schließlich jedes Kind seine eigene Aufgabe und Verantwortung, bis am Ende ein professioneller, anrührender, fantasievoller und sehenswerter Kurzfilm entstanden ist, der als DVD nun den Weg auch in viele andere Schulen der Region finden kann.

"Kinder machen Kurzfilm" ist eine Filmbildungsinitiative zur Vermittlung von Medien- und Sozialkompetenz, die sich vorrangig an Grundschulkinder richtet, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft. Anliegen ist es, durch die intensive und lange Zusammenarbeit an einem kreativen Gemeinschaftsprojekt auch außerhalb des Unterrichts das soziale faire Miteinander und Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken. Das Projekt findet seit 2006 in Berlin, seit 2012 in Schwedt und seit 2014 in Prenzlau stand.

2017 will das Projektteam wieder nach Schwedt kommen. Dann läuft das Projekt unter dem Motto "5 gewinnt - Schulgeschichten für Brandenburg."

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