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Birte Förster 04.01.2017 06:20 Uhr
Red. Bad Freienwalde, freienwalde-red@moz.de

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Eier und Gemüse als Dividende

Bad Freienwalde (MOZ) Nach erfolgreichem Abschluss der Crowdfunding-Aktion im Sommer hat Öko-Landwirt Mario Reißlandt von der Sonnenburg in Bad Freienwalde den Verkauf von Hühneraktien gestartet. Auch den Bau des mobilen Hühnerstalls nimmt er demnächst in Angriff.

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Baut auch Gemüse an: Öko-Landwirt Mario Reißlandt in seinem Gewächshaus

© MOZ/Birte Förster

Im April oder Mai kommen die ersten Hühner auf den Hof. Bis dahin stehen noch einige Vorbereitungen an. Um die Entstehung des ökologischen Hofes und die Aufzucht von Hühnern zu finanzieren, hat Landwirt Mario Reißlandt den Verkauf von Hühneraktien gestartet.

250 Euro kostet eine Aktie laut Mario Reißlandt. Insgesamt gebe es 120 Stück davon. 300 Hühner, darunter Legehennen und Masthähnchen, will der Landwirt nach und nach auf seinen Hof holen. Über 20 Aktien habe er bereits verkauft, so der Landwirt. Mit dem Verkauf aller Aktien sollen 30000 Euro zusammenkommen. Jeder Aktionär erhält Zinsen - entweder in Geld oder Naturalien. Vor allem letzteres lohne sich, sagt Mario Reißlandt. "Das bringt mehr zusammen." Jährlich würden die Besitzer einer Hühneraktie entweder einen Prozent Zinsen als Geld erhalten oder 2,5 Prozent Zinsen in Form von Warengutscheinen für Produkte der Gärtnerei auf der Sonnenburg. Eier, Gemüse, Masthähnchen oder Suppenhühner würden sie dann erhalten.

Die Laufzeit der Aktien ist laut Mario Reißlandt unbefristet, die Mindestlaufzeit beträgt sieben Jahre. Mit einer Kündigungsfrist von zwölf Monaten können die Aktionäre die Anleihen jeweils zum Ende des Kalenderjahres kündigen. Zum Ende jedes Jahres gibt es auch die Möglichkeit, sich für eine andere Zinsvariante zu entscheiden.

Vor Kurzem ist nun auch ein Lastwagenanhänger auf der Sonnenburg eingetroffen. In ein paar Wochen werde er anfangen, daraus den mobilen Hühnerstall zu bauen, berichtet der Landwirt von seinen Plänen. Darin wolle er riesige Fenster, eine Lüftung und Lampen für ausreichend Licht einbauen. Auch Solarpaletten möchte er auf dem Dach des mobilen Stalls anbringen. Dazu kommen Legenester und genügend Sitzstangen. Auf einer Ackerfläche soll schließlich Kleegras eingesät werden. Ende März solle der mobile Stall bezugsfertig sein. Das Ziel des besonderen Stalls: Die Hühner bekommen laut Mario Reißlandt so immer frisches Gras, da der mobile Stall auf einer Weide regelmäßig umgesetzt wird. Außerdem werde der Boden so weniger belastet. "Ab dem ersten Tag ist alles bio", betont der Landwirt, der an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde Ökolandbau und Vermarktung sowie Öko-Agrarmanagement studiert hat. Schließlich sei das Hühnerfutter biologisch und so könnten auch die Eier von Anfang an als Bio-Eier verkauft werden. Aufgezogen werden auf dem Hof künftig auch männliche Küken, die in vielen konventionellen Landwirtschaftsbetrieben getötet werden.

Um die besonders nachhaltige Art der Aufzucht zu finanzieren sowie das Futter und die Tiere selbst, ist er darum bemüht, möglichst viele der Aktien zu verkaufen. Und "um nicht so abhängig von der Bank zu sein", betont er.

Begonnen hat Reißlandt außerdem mit dem Bau einer Eierpackstelle. Diese diene dazu, die Eier zu stempeln, zu durchleuchten, zu sortieren und zu überprüfen, welche Eier befruchtet sind. All das geschehe unter ganz bestimmten Hygiene-Auflagen, erklärt er.

Sein Ziel sei es insbesondere auch, möglichst viele der Hühneraktien an Menschen in der Nähe loszuwerden. "Wir wollen die Region miteinbinden", sagt Reißlandt. Dennoch seien die Aktien auch für jeden anderen offen, betont er. In anderen Regionen in Deutschland, wie beispielsweise in Freiburg, würden ähnliche Projekte erfolgreich laufen, weiß der Experte für ökologische Landwirtschaft.

Weitere Informationen gibt es unter www.eidentity.org

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