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Heike Weißapfel 05.01.2017 09:15 Uhr
Red. Oranienburg, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

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Grenzgänger bei Hohen Neuendorf

Hohen Neuendorf (OGA) Wie sah der Grenzstreifen zwischen Hohen Neuendorf und Frohnau zu DDR-Zeiten aus? Das wollten Elftklässler des Marie-Curie-Gymnasiums und ihr Lehrer Nicklas Pommer am Dienstag von Marian Przybilla wissen. Der heutige Bergfelder Lehrer kennt den Wald in Frohnau wie seine Westentasche, weil er als West-Berliner bei der Deutschen Waldjugend dort schon damals unterwegs war und dabei so weit bis an die Mauer herankam, wie es eben ging. Anhand von Fotografien, die er zum Teil selbst aufgenommen hat, erläuterte Przybilla, wie sich die Gegend verändert hat.

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Historisches Gelände: Marian Przybilla von der Deutschen Waldjugend (links) erläuterte den Jugendlichen, wie die Umgebung der Mauer ausgesehen hat - und wer welchen Bereich betreten durfte. Als früherer West-Berliner war er schon vor der Wende oft dort.

© MZV

Die Jugendlichen unternahmen die nachmittägliche Tour im Rahmen ihres Seminarkurses. Dessen Thema ist vier Halbjahre lang jeweils zwei Stunden in der Woche das Thema "Hohen Neuendorf - im Schatten der DDR?" Mit der Kommune unmittelbar an der Grenzen beschäftigen sie sich aus mehreren Perspektiven, so unter anderem auch mit Zeitzeugen. Einen Katalog von Fragen wollen sie an Hohen Neuendorfer richten, die schon so lange dort leben, dass sie die Grenze und die damit einhergehenden Veränderungen ihres Ortes - wie beispielsweise die Bahntrassen oder plötzlich entstandene Sackgassen - miterlebt haben.

Ihr Weg führte die Gruppe vom Schild, das daran erinnert, dass die Mauer an dieser Stelle am 17. Februar 1990 endgültig Geschichte war, am schiefen, verwitterten Grenzstein zwischen den Städten vorbei wenige hundert Meter an der Utestraße in den Frohnauer Wald. Dort sind ein paar Stufen, und es ist das Fundament eines Pavillons zu sehen, der um 1905 errichtet wurde. Das Häuschen diente dem Verkauf von Grundstücken in Frohnau. Sehr wahrscheinlich stiegen Interessenten am damaligen "Stolper Bahnhof" (am Kreisverkehr) aus der Nordbahn aus und liefen die paar Meter zurück. Damals war der Wald im Besitz der Familie von Donnersmarck. 1971 wurde er an Wohnungsbaugesellschaften verkauft, hat Przybilla zusammengetragen. Der geplante Siedlungsbau kam aber nicht zustande, weil für den Flughafen Tegel in jener Zeit viel Berliner Wald gerodet worden war. Das Land Berlin kaufte stattdessen den Wald an, und so ging er in den Besitz der Berliner Forsten über. Waldarbeiter und auch die Deutsche Waldjugend nutzten den Pavillon. Wegen andauernder Zerstörungen wurde er aber 2006 abgebaut und an den näher an der Wohnbebauung gelegenen Hubertusweg versetzt. Der Keller aber blieb übrig. Er ist zugemauert und dennoch bewohnt: von Fledermäusen.

Heute ist kaum zu erkennen, dass die Mauer vor 30 Jahren noch dort stand, wo heute der Berliner Mauerweg Fußgänger und Radler anzieht, wo wieder Kiefern hochgewachsen stehen. Auch an den von der Waldjugend angebrachten Gedenktafeln für Joachim Mehr, Rolf-Dieter Kabelitz und Willi Born haben die Jugendlichen Station gemacht, und sie hörten von den Umständen ihres Todes.

Warum sind eigentlich die Hinweisschilder des Mauerwegs so weit oben am Mast? Damit sie keiner beschädigt, so eine Vermutung der Jugendlichen. Wäre denkbar, aber Marian Przybilla berichtet: Die Schilder sind so hoch angebracht wie die Mauer gewesen ist. Weil sie heute so schwer vorstellbar geworden ist.

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