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Länder bilden gemeinsam Schulleiter aus

Auch Schulleiter sind derzeit gefragter denn je.
Auch Schulleiter sind derzeit gefragter denn je. © Foto: dpa
Klaus Peters / 11.01.2017, 18:52 Uhr
Ludwigsfelde (dpa) Sind gute Lehrer auch gute Schulleiter? Die Führung von Hunderten Schülern und einem großen Kollegium muss gelernt sein. Berlin und Brandenburg betreiben seit zehn Jahren ein gemeinsames Institut mit Sitz in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) dazu.

Brandenburg sucht derzeit massiv Lehrer - aber auch Schulleiter sind gefragter denn je. Denn 25 Jahre nach der Wende gehen viele altgediente Kräfte in den Ruhestand. Nach Angaben des Bildungsministeriums wird derzeit jede zwölfte der rund 750 Schulen im Land nur kommissarisch geführt. Auch in Berlin sind Führungskräfte dringend gesucht.

Zum Glück gibt es in beiden Ländern viele Pädagogen, die sich zum Schulleiter weiterbilden wollen. "Wir haben deutlich mehr Bewerber für die Qualifizierung, als wir unterbringen können, die Wartezeiten bei unseren Kursen sind oft länger als ein Jahr", sagt Götz Bieber. Der 59-Jährige ist Direktor des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (Lisum), das seit zehn Jahren für beide Bundesländer gemeinsam Führungskräfte in Schulen und in der Schulaufsicht ausbildet. "Wir haben in den letzten Jahren jeweils über 100 Pädagogen für die Schulleitung qualifiziert", sagt Bieber.

Ein Vorteil der gemeinsamen Fortbildung für die Lehrer ist: Sie können sich in beiden Bundesländern für die Schulleiterposten bewerben. Seit vier Jahren bietet das Institut die Fortbildung auch "vor dem Amt" an. "Früher stiegen gute Lehrer ohne weitere Ausbildung zu Schulleitern auf", erläutert Bieber. "Inzwischen hat sich aber durchgesetzt, dass die Qualifizierung vor dem Amt besser ist." Daneben werden aber auch langgediente Schulleiter fortgebildet.

Das Institut entwickelt auch die Rahmenlehrpläne für die Schulen und die zentralen Prüfungsaufgaben. Unlängst waren Vorwürfe laut geworden, die Prüfungsaufgaben seien in Berlin und Brandenburg leichter als etwa in den südlichen Bundesländern. Damit seien die Leistungen der Schüler bundesweit nicht vergleichbar. Ein Vorwurf, den Bieber nicht stehen lassen will. "Die Aufgaben werden anhand der Lehrpläne erstellt und von Fachleuten überprüft", betont er.

Zentrale Prüfungsaufgaben für alle Bundesländer seien wegen der unterschiedlichen Rahmenbedingungen nicht machbar. "Aber für die Fächer Deutsch, Englisch, Französisch und Mathematik gibt es von diesem Schuljahr an einen Pool von Prüfungsaufgaben beim Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen, aus dem sich alle Bundesländer bedienen können", so Bieber.

Das Institut stellt über einen Bildungsserver Unterrichtsmaterialien bereit. "Ein wachsender Bereich ist das Lernen mit und über digitale Medien", erläutert Bieber. "Die Schüler können zum Beispiel in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern über Nachrichten aus dem Netz diskutieren, im Fach Physik werden die technischen Möglichkeiten der Handys wie Sensoren oder die GPS verwendet." Hinzu kommt die Auseinandersetzung mit gefälschten Nachrichten oder Hassmails. Es gehe auch um Mobbing oder Gewaltprävention.

8,6 Millionen Euro stellen Berlin und Brandenburg jeweils zur Hälfte für das Institut bereit, das 2007 mit einem Staatsvertrag gegründet wurde. Für Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) ist das länderübergreifende Institut eine Erfolgsgeschichte. "Hier werden Schulpraxis, Wissenschaft und Bildungspolitik auf beispielhafte Weise verknüpft", sagte Baaske. Und auch Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) ist von dem Institut überzeugt. "Die Gründung war ein Zeichen für eine gemeinsame Bildungsregion Berlin und Brandenburg", sagte Scheeres.

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