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Frisches Wildbret für die Touristen-Info

Zeigt seinem jungen Dackel die erlegten Tiere: Martin Böger aus der Lüneburger Heide bei der erlegten Strecke.
Zeigt seinem jungen Dackel die erlegten Tiere: Martin Böger aus der Lüneburger Heide bei der erlegten Strecke. © Foto: MOZ/Manja Wilde
Manja Wilde / 14.01.2017, 06:45 Uhr
Fürstenwalde/Kirchhofen (MOZ) Sechs Stück Rotwild, acht Wildschweine, 13 Stück Rehwild und ein Waschbär - das haben die rund 60 Jäger der Bürgermeisterjagd des Fürstenwalder Stadtforstes am Freitag erbeutet. Am Abend wurde am Forsthaus Kribbelake bei Kirchhofen die Strecke gelegt.

"Einen Schuss habe ich nicht abgegeben, aber die Waffe muss ich trotzdem putzen", sagt Bernhard Segbers. Regen und Schweiß könnten das Gewehr sonst rosten lassen, erklärt der Jäger aus Hangelsberg. Segbers steht am Rande einer abgeteilten Rasenfläche auf dem Gelände des Forsthauses Kribbelake, auf der Mitarbeiter des Fürstenwalder Stadtforstes und Helfer die erlegten Tiere platzieren. Zuvorderst darf das Rotwild liegen, dahinter kommen Wildschweine und Rehe. Der Waschbär bleibt bis zuletzt vor der Absperrung.

Immer wieder kommen neue Tiere hinzu. Fleischer des Gutes Hirschaue aus Birkholz bereiten sie vor, spülen sie ab und entnehmen die Innereien. Martin Böger führt seinen jungen Rauhaardackel an den Reihen vorbei. Sieben Monate ist das kleine Tier alt. Manchmal bleibt es stehen, schnuppert an einem der toten Tiere, knurrt leise oder schleckt an einer Blutlache. "Er soll die Jagd kennen lernen und wissen, dass das Wild im Vordergrund steht", erklärt der 38-jährige Jäger aus der Lüneburger Heide. Auch am Vormittag war der Dackel dabei, als Böger zunächst als Jäger, später als Treiber unterwegs war. Zwei Stück Rotwild erlegte Böger, der seit seinem 16. Lebensjahr zur Jagd geht.

Martin Hasselbach, der Geschäftsführer des Waldbesitzervereins Brandenburg, brachte ein Reh zur Strecke. Der Schuss sei direkt "ins Leben", also ins Herz, gegangen, sagt Hasselbach. Das sei optimal. "Das Tier liegt im Knall", erklärt er, und quäle sich nicht. Für ihn diene die Jagd vor allem dem Zweck, den Verbiss einzudämmen. Laut Statistik sei jeder zweite Baum im Land betroffen, berichtet Hasselbach. Kein Glück hatte Lydia Gruner. Die Jägerin und Inhaberin einer Akademie für Jäger-Fortbildung aus Duisburg kam nicht zum Schuss. Ein schöner Tag sei es dennoch gewesen, sagt sie.

Die rund 60 Jäger und die Treiber strömten nach und nach ins Forsthaus, stärkten sich am Büfett, stellten sich ans Lagerfeuer oder sahen beim Strecke-Legen zu. Stadtforstdirektor Thomas Weber zeigte sich am Abend mit dem Ergebnis der Jagd zufrieden. "Es ist ein guter Schnitt, wenn man bedenkt, dass das Wetter nicht so besonders war und besonders früh, im Regen, die Gläser beschlugen." Das Wild wird vom Gut Hirschaue küchenfertig zerlegt und dann zum Beispiel in der Fürstenwalder Tourismus-Info verkauft.

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