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Edgar Nemschok 14.01.2017 07:00 Uhr
Red. Strausberg, strausberg-red@moz.de

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Turniersieg in Berlin: Tines perfekter Tag

Münchehofe (MOZ) Kristin Buchelt vom Ländlichen Reitverein Münchehofe konnte sich kurz vor dem Jahreswechsel einen Traun erfüllen und gewann in Berlin den renommierten Nürnberger Burg-Pokal - eine Turnierserie in der Dressur, die unter den Nachwuchsreitern einen hohen Stellenwert hat.

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Hatten Anteil am Erfolg: Kerstin Grubitz (links) vom Ländlichen Reitverein Münchehofe stellte ihren Wallach Dinero Negro dem Vereinsmitglied Kristin Buchelt zur Verfügung.

© Edgar Nemschok / MOZ

Es gibt Tage im Leben, die vergisst man nie. Tage, an denen alles klappt und an denen man von Glücksgefühlen nur so umgeben ist. Einen solchen Tag erlebte Kristin Buchelt kurz vor dem Jahresende. Tine, wie sie von allen kurz genannt wird, ist Dressur-Reiterin und konnte den Nürnberger Burg-Pokal gewinnen. Eine Pokalserie, die unter den Reitern mit hoher Anerkennung verbunden ist. Die besten Dressurreiter aus Berlin und Brandenburg qualifizierten sich für das Finale, das während der Hippologica 2016 in den Messe-Hallen unter dem Berliner Funkturm ausgetragen wurde.

"Das war schon alles sehr aufregend, denn plötzlich gehörte ich zu den zehn Besten beider Bundesländer. Und dieses Gefühl, in die Halle einzureiten, vor so vielen Zuschauern und dem gesamten Flair, das war ein großer Moment in meinem Leben", erinnert sie sich heute.

Dabei wäre diese Finalteilnahme beinahe gescheitert. Ihre achtjährige Stute Sanda Hit hatte sich eine Woche vor dem Finale auf der Koppel verletzt. Eine Zerrung machte einen Start in Berlin unmöglich. Ein schwerer Moment für Kristin Buchelt, waren doch die Mühen einer gesamten Saison auf einen Schlag umsonst. Dazu kam, dass es für die nunmehr 18-Jährige auch die letzte Möglichkeit war, dieses wichtige Turnier zu gewinnen. Altersbedingt gehört sie nunmehr zu den Jungen Reitern. Diese Turnierserie ist aber nur für die Altersklasse der Junioren, also der bis 18-Jährigen, ausgeschrieben.

Ein Notfallplan musste her. Für Trainerin Kerstin Seyffart-Müller lag es nah, Kerstin Grubitz, deren Pferd Dinero Negro sie seit Kurzem in Betreuung hat, um Mithilfe zu fragen. Diese willigte, ohne viel darüber nachzudenken, in dieses doch sehr kurzfristige Arrangement ein. Dinero Negro ist erst seit drei Monaten im Besitz von Kerstin Grubitz und auf der Anlage im Reitrevier Münchehofe zu Hause, doch seine Eingewöhnung und auch Entwicklung ließen alle gut hoffen und schnell waren sich alle einig: "Warum eigentlich nicht?" Dinero Negro wurde fürs Finale gemeldet.

Trainerin und Pferdewirtschaftsmeisterin Kerstin Seyffart-Müller, die Kristin Buchelt schon einige Zeit betreut und daher gut kennt, gab dem Landestrainer Michael Konzag die Gewissheit, dass es nicht darum geht, um jeden Preis in Berlin zu starten. "Ich hätte das nicht gemacht, wenn ich nicht vom Erfolg überzeugt gewesen wäre", sagt Kerstin Seyffart-Müller.

Die Zeit war denkbar knapp und es mussten vier Übungsstunden ausreichen, um das Paar auf die Dressurprüfung vorzubereiten. "Das ist schon eine Meisterleistung von Kristin und von Dinero Negro und im Prinzip auch selten, dass sich Reiter und Pferd auf Anhieb so gut verstehen", erklärt die Trainerin. Beide gewöhnten sich schnell aneinander und auch wenn es im Finale sehr knapp wurde, das Paar hat verdient den Titel gewonnen. Ungewöhnlich ist der Erfolg zudem, denn der Wallach ist mit seinen sechs Jahren ein noch ausgesprochen junges Pferd für diese sehr schwierige Reitsportaufgabe. "Der Pokal der Nürnberger hat einen ganz besonderen Platz bei mir zu Hause gefunden", sagt Kristin Buchelt sehr stolz.

Sie ist bei den Pferdesportfreunden der Region längst keine Unbekannte mehr. Neben den Turnieren in Münchehofe war sie auch schon auf anderen Plätzen erfolgreich und konnte sogar bereits Titel als Kreismeisterin MOL (2015, 2016) gewinnen. "Angefangen hat die Liebe zum Pferdesport bei mir mit sieben Jahren. Damals ritt ich noch bei Familie Günther beim Verein Tierzucht Neuenhagen." Seit 2012 trainiert Kristin im Reitrevier Münchehofe. Sie lobt die guten und vielseitigen Trainingsbedingungen auf der Reitanlage.

Wie geht es nun weiter - nach dem Erfolg ist vor dem Erfolg? Die junge Frau lacht ein wenig und antwortet selbstbewusst: "Ich mache derzeit eine Ausbildung zur Krankenschwester am Martin-Luther-Krankenhaus in Berlin-Wilmersdorf. Es ist für mich ein Traumberuf und eventuell werde ich einmal sogar Medizin studieren." Ihre Mutter Yvonne hat für ihren Berufswunsch auch eine Erklärung. "Sie war schon immer so. Immer wollte sie anderen helfen."

Und obwohl der Alltag für sie nun sehr ausgefüllt ist, ein wichtiger Bestandteil in ihrem Leben bleibt ihre Stute Sanda Hit. "Ich versuche, so oft wie möglich nach Münchehofe zu kommen." Und wenn das tatsächlich nicht klappen sollte, helfen ihre kleine Schwester Carolin und auch Mutter Yvonne aus.

Auf eines muss sie in diesem Winter allerdings schmerzlich verzichten. "Es ist wohl das erste Mal, dass ich nicht mit in den traditionellen Familien-Winterurlaub fahren kann. Wenn es eine Sportart gibt, die mich reizt, dann ist das das Skifahren." Und dann ergänzt sie mit einem Lächeln auf dem Gesicht: "Was ich nicht mag, sind Sportarten, die mit Bällen in Verbindung gebracht werden."

Abschließend möchte Kristin Buchelt ihren großen Dank für die Unterstützung und das entgegengebrachte Vertrauen an Familie Grubitz aussprechen. "Kerstin Grubitz vertraute mir ihr tolles Pferd an und stand mir immer helfend zur Seite. Und ohne meine Trainerin Kerstin Seyffart-Müller wäre ich reiterlich nicht das, was ich jetzt bin."

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