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Britta Gallrein 14.01.2017 07:40 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Mit Energie und Grazie zur WM

Bernau (MOZ) "Europameister". Mit diesem Titel können sich nur Wenige schmücken. Die 15-jährige Bernauerin Diana Harwardt hat es geschafft. Sie holte den Sieg mit ihrem Partner Julian Kögl bei der Jugend-Voltigier-EM. Dieses Jahr will sie den Titel verteidigen - mit einem neuen Partner.

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Mit ihrer Kür holten die Bernauerin Diana Harwardt und ihr Partner Julian Kögl im französischen Le Mans im Sommer den Titel des Europameisters.

© Johannes Wallbrecht

"Körperspannung. Kopf hoch - ja, soooo ist richtig." Andrea Harwardt steht mit einem Mikrophon in der eiskalten Reithalle des RV Integration und kommentiert die Übungen, die Tochter Diana gerade auf Voltigier-Pferd Limroy turnt. Der Wallach läuft dabei an einer langen Leine, der sogenannten Longe, im gleichmäßigem Galopp im Kreis um Longenführer Hendrik Falk herum. "Willst du nochmal Teile aus der neuen Kür probieren?", fragt Andrea Harwardt ihre Tochter. Die will.

Wenn die 15-Jährige auf dem Pferderücken turnt, dann sitzt jede Bewegung -von den gestreckten Fußspitzen bis zum grazil nach oben geneigten Kopf. Elegant und leichtfüßig sieht es aus, wenn sie auf dem Pferd verschiedene Positionen turnt im Sitzen, im Knien und im Stehen. Mühelos steht sie auf dem galoppierenden Pferd, die Beine leicht gebeugt, um die Bewegung des Tieres ausgleichen zu können.

"Dafür hat sie aber auch lange gebraucht", verrät mir Oma Irmgard, die so oft wie möglich dem Training ihrer begabten Enkelin zusieht. "Stehen war immer ihre Angstübung." Das kann man gut verstehen. Schließlich ist Limroy mit seinem Stockmaß von 1,78 Metern selbst für ein Pferd sehr groß. Steht man auf seinem Rücken, ist der Boden schon sehr weit entfernt.

Vier- bis fünfmal pro Woche trainiert Diana Harwardt für ihren Sport. An den anderen Tagen reitet sie die Pferde. "Wir bewegen unsere Voltigierpferde sehr abwechslungsreich. Sie gehen alle sehr gut Dressur und werden auch gesprungen. Das ist wichtig für die Gesundheit", erklärt Andrea Harwardt. Denn das ständige Laufen im Kreis belastet die Gelenke der Vierbeiner stark. Und auch der Rücken muss gut trainiert sein, damit die Pferde die Reiter tragen können, ohne Schaden zu nehmen.

Der Bernauer Reitverein Integration hat sich einen Namen gemacht in der Voltigier-Szene. Spätestens, seit Diana mit ihrem Volti-Partner Julian Kögl im Sommer im französischen Le Mans den Titel des Europameisters holte. Zuvor hatten die beiden schon die Landesmeisterschaften gewonnen.

Das tägliche Training, im Winter bei eisigen Temperaturen, dazu Schule und Freunde - die 15-Jährige hat einen straffen Terminkalender. "Aber es kommt nur ganz selten vor, dass ich mal keine Lust habe auf die Pferde", beteuert sie. "Sie kennt es ja auch nicht anders", fügt Mutter Andrea lachend hinzu. Diese fing selbst mit zehn Jahren an zu reiten. Andrea Harwardt hat zwei Brüder mit Handicap. Als ihr dann ein Flyer einer Reitschule in die Hände fiel, die therapeutisches Reiten anbot, erklärte sie ihrer Mutter: "Das will ich mal machen!".

Aus dem Mädchen-Traum von einst ist inzwischen Wirklichkeit geworden. Der Reitverein Integration hat sich zu einem kleinen, aber feinen Reitstall gemausert. Acht eigene Pferde, drei Vereinspferde und fünf Pensionspferde stehen hier auf dem Gelände an der Bahnlinie. Es gibt die schöne neue Reithalle und einen kleinen Versammlungsraum.

Andrea Harwardt nimmt das Wort "Integration" im Vereinsnamen ernst. Sie arbeitet unter anderem mit der Johanna- und der Robinson-Schule sowie der Kita Rappelkiste zusammen. Geistig und körperlich behinderte Kinder kommen hier in Kontakt zum Pferd, das ihnen ein besonderes Bewegungsgefühl vermittelt und als Schlüssel zu schwierigen Kindern gilt. Das Pferd mit seinem weichen Fell, seiner Kraft und Schönheit hat schon vielen Kindern geholfen, sich zu öffnen. Das Voltigieren können hier Kinder von ganz klein bis jugendlich auf verschiedenen Pferden erlernen.

Diana Harwardt und Peter Künne erwartet jetzt viel Arbeit. Schließlich soll der Europameister-Titel verteidigt werden. Außerdem will das Bernauer Duo im Sommer an der Weltmeisterschaft teilnehmen. Mehrere Trainer, unter anderem der Vize-Weltmeister Torben Jacobs und die Landestrainerin arbeiten an der Kür mit. Den Feinschliff für den künstlerischen Ausdruck gibt es von Tanz-Choreograph Robert Myters. Mental-Training vermittelt Longenführer Hendrik Falk. Das Thema der neuen Kür: noch streng geheim. Aber eins verrät Hendrik Falk schon: "Es wird sehr innovativ!"

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