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Daniela Windolff 14.01.2017 08:00 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

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Wohnen mit Fabrikcharme

Angermünde (MOZ) Ein Wahrzeichen von Angermünde erwacht aus dem Dornröschenschlaf. Die Alte Mälzerei wird nach jahrzehntelangem Leerstand saniert und zu einem Mehrgenerationenhaus umgebaut. Die historische Darre bleibt als technisches Denkmal erhalten.

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Architektin Elke Hähnel zeigt die historische Darre, die als technisches Museum erhalten bleibt.

© MOZ/Daniela Windolff

Vom Hostel über Kulturfabrik, Seniorenresidenz bis zur gläsernen Käserei reichten die Visionen, wie man die Alte Mälzerei in Angermünde nach Jahrzehnten des Leerstands und Verfalls wieder nutzbar machen könnte. Das auffällige, große Fabrikgebäude auf dem Gelände der ehemaligen Burg am Mündesee steht nicht nur optisch an prädestinierter Stelle. Es ist mit seiner imposanten Backsteinfassade und der alten Wetterfahne aus dem Jahre 1899 ein Wahrzeichen der Stadt.

Jetzt hat die Geschichte endlich Zukunft und die hat ein Gesicht. Die Architektin Elke Hähnel, deren Handschrift schon einige sanierte historische Häuser in der Angermünder Altstadt tragen, hat mit drei weiteren Investoren die Mälzerei von der Stadt gekauft und das Abenteuer einer Sanierung gewagt. Das Einzeldenkmal wird gerade zu einem Mehrgenerationenhaus mit Wohnungen und Geschäftsräumen umgebaut. Wo einst Malz getrocknet und Bier gebraut wurde, haben künftig junge Familien und ältere Menschen ein Zuhause mit einem ganz besonderen Charme. "Wir versuchen soviel Altes wie möglich auch sichtbar zu erhalten. Die Historie hat uns die Gestaltung vorgegeben", sagt Elke Hähnel und zeigt beim Rundgang viele Details, die in kreativer Symbiose mit moderner Architektur und Wohnkomfort den besonderen Charme des ehemaligen Fabrikgebäudes unterstreichen.

So bleiben die schmalen hohen Rundbogenfenster erhalten. Im Treppenflur sind sogar die originalen, mehrgliedrigen Fensterflügel wieder eingesetzt und mit einer vorgesetzten Thermoverglasung geschützt. Geländer aus Stahl führen den Fabrikcharakter fort. In den Korridoren und Fluren wurden teilweise Stahlträger mit dicken Nieten und rustikal gezimmerte Holzbalken sichtbar gelassen. Auch die hohen Gewölbedecken wurden teilweise in die architektonische Gestaltung einbezogen. Zusätzliche Dachfenster bringen Licht in die Räume.

Auf der Seeseite werden Balkone installiert. An der Vorderfront sprachen Stadt und Denkmalbehörde dagegen. Fahrstuhl, Fußbodenheizung und viele moderne Raffinessen sorgen für Komfort im als Niedrigenergiehaus konzipierten Gebäude.

Acht Wohnungen zwischen 60 und 90 Quadratmetern und teilweise über zwei Etagen entstehen in den beiden oberen Etagen. Sechs sind bereits vermietet, eine Zwei- und eine Vierraumwohnung mit grandioser Aussicht auf den Mündesee sind noch frei. Ideal für junge Leute und Familien. Schon Anfang Februar rollen die ersten Möbelwagen vor, freut sich Elke Hähnel.

Eine Etage wird zur Betreuungspension mit acht Zimmern gestaltet, die ein Pflegedienst betreut. Im Erdgeschoss wird eine Hebamme ihre Praxis einrichten.

Die Handwerker, allesamt von ortsansässigen oder regionalen Firmen, spucken zum Endspurt tüchtig in die Hände. "Wir liegen gut in der Zeit und das Zusammenspiel aller Gewerke läuft wunderbar. Es macht einfach richtig Spaß", versichert Elke Hähnel, für die das Drei-Millionen-Euro-Projekt ein kleines Lebenswerk ist. "Das geht nur mit Herzblut und viel Erfahrung, sonst muss man die Finger davon lassen", meint die Architektin.

Herzstück des Gebäudes ist die noch erhaltene historische Darre, in der das Malzgetreide getrocknet wurde. Es wird als technisches Denkmal erhalten und künftig öffentlich zugänglich sein, zum Beispiel zum Tag des offenen Denkmals. Das war ein Anliegen des Angermünder Heimatvereins und des Museums, mit denen die Investorengruppe von Anfang an eng zusammenarbeitet.

Die Außenanlagen vor und hinter der Mälzerei werden im Frühling als offene Grünfläche attraktiv gestaltet. Dann glänzt die Alte Mälzerei als neues Wahrzeichen von Angermünde.

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