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Ehrenamtler betreten Neuland

Die Seniorengenossenschaft im DRK Niederbarnim bei einer Beratung mit Monika Mey (3.v.l.) aus dem Sozialministerium
Die Seniorengenossenschaft im DRK Niederbarnim bei einer Beratung mit Monika Mey (3.v.l.) aus dem Sozialministerium © Foto: MOZ/Olav Schröder
Olav Schröder / 14.01.2017, 08:00 Uhr
Bernau (MOZ) Damit ältere Menschen so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben können, hat sich die Seniorengenossenschaft Niederbarnim beim DRK-Kreisverband gegründet. Um eine neue Form der ehrenamtlichen Arbeit erfüllen zu können, müssen allerdings noch einige Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Während es in Bernau zwar auch schwierig, aber noch vergleichsweise leicht ist, im Alter aus dem Eigenheim in eine kleinere Wohnung zu ziehen, ist dieses Unterfangen in Panketal kaum zu bewerkstelligen, sagte Hans-Joachim Bernhardt, Vorsitzender der Seniorengenossenschaft. Der Grund: Es fehlen Mietwohnungen, in Panketal, in dem rund 85 Prozent der Anwohner in einem Eigenheim wohnen, noch mehr als in Bernau. Aus diesem Grund sei die Seniorengenossenschaft gegründet worden. Sie will es mit verbindlichen Hilfsangeboten ermöglichen, dass die Menschen länger in ihren angestammten vier Wänden wohnen bleiben können. Ehrenamtliche Helfer, so die Idee, besuchen Hilfesuchende, leisten sogenannte niederschwellige Hilfen im Haushalt, erledigen also beispielsweise den Abwasch, helfen im Garten, füttern im Krankheitsfall das Haustier, fegen Schnee oder begleiten die Senioren zum Arzt. Dabei, so fügt Bernhardt sofort hinzu, handele es sich nicht um ehrenamtliche Arbeit im traditionellen Sinn. Sowohl Hilfeleistende als auch Hilfesuchende werden Mitglieder. Hilfesuchende müssen sich auf die Unterstützung über einen langen Zeitraum und zu festen Zeiten verlassen können, die Hilfe wird also fest vereinbart, ist aber dennoch keine gewerbliche Dienstleistung und bei weitem auch keine Pflege. Funktionieren könne dies mit festen Partner nur, wenn neben dem ehrenamtlichen Engagement eine "zweite Säule der Aufwandentschädigung" hinzu komme, sagte Bernhardt in einem Gespräch mit Monika Mey vom brandenburgischen Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen. Das Thema ist in Brandenburg neu. In Oranienburg hat sich vor etwa zwei Jahren die Seniorengenossenschaft (SG) Oberhavel gegründet. An ihr orientiert sich auch die Niederbarnimer SG. Beide sind bislang die einzigen, die ihr in Brandenburg bekannt seien, so Monika Mey. Sie seien als Art Modellversuch zu verstehen. Mit Lottomitteln wurde der Start ins Neuland unterstützt.

Darüber hinaus seien auch gesetzliche Fragen zu klären. Wie Sven Jonas, Vorsitzender des DRK-Trägervereins, deutlich machte, seien Fragen der Haftung, Versicherung und des finanziellen Ausgleichs zu klären. Modelle wie im Vereinssport wurden in der Diskussion erwähnt. So können ehrenamtliche Übungsleiter eine Pauschale erhalten. Jonas stellte klar, dass das Prinzip des Ehrenamts beibehalten und von der beruflichen Tätigkeit abzugrenzen ist. Um dennoch einen finanziellen Ausgleich für Aufwendungen wie Autofahrten und Reparaturen zu schaffen, seien gesetzliche Klärungen erforderlich.

Wünschenswert sei eine dauerhafte Unterstützung, sagte Renate Teßmann, Vorsitzende der SG Oberhavel. Mitgliedsbeiträge allein reichten nicht aus. Während im Nachbarkreis ein Jahresbeitrag von 60 Euro erhoben wird, sind es bei der SG Niederbarnim 25 Euro (Einzelpersonen), 35 Euro (Paare) und 50 Euro (Institutionen).

Kontakt: seniorengenossen schaft@drk-niederbarnim.de

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