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Tilman Trebs 14.01.2017 08:28 Uhr - Aktualisiert 15.01.2017 17:03 Uhr
Red. Oranienburg, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

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Alles mit dem Mund

Oranienburg (OGA) Erik Dubs hat in der Musikschule Schlagzeug spielen gelernt. Inzwischen kann er das auch ohne sein Instrument. Er imitiert rhythmische Klänge einfach mit Mund, Nase und Rachen. Inzwischen hat er einige Instrumente auf Lager, ohne sie in die Hand nehmen zu müssen. Beatboxen nennt sich die Kunst. Nun sucht Erik Dubs Mitstreiter in Oranienburg.

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Lass mal hören! Eine kleine Kostprobe gab Erik Dubs in unserer Redaktion. Das Video dazu ist auf www.moz.de/video zu sehen.

© MZV

17 Jahre ist der Oranienburger jung. Er besucht eine elfte Klasse im Runge-Gymnasium. In der Schule ist der gebürtige Kasache, der mit zwei Jahren in die Stadt kam, schon eine kleine Berühmtheit. Immer mal wieder wird er in der Hofpause gefragt, ob er nicht ein bisschen für Unterhaltung sorgen kann. Vergangenen Sonnabend gab er beim Tag der offenen Tür ein paar Beatbox-Kostproben am Rande eines Konzerts seiner Schulband, dem "Hoforchester".

Dubs ging noch in die sechste Klasse, als er vor fünf Jahren einen Straßenmusiker sah, der mit dem Mund Schlag- und Zischgeräusche zu einem kleinen musikalischen Kunstwerk formte. "Ich kannte das gar nicht und war total fasziniert", erinnert sich der Gymnasiast. Zu Hause zog er sich You-Tube-Videos aller möglichen Beatboxer rein. "Da gab es noch viel krassere Leute." Spätestens jetzt wollte es der Oranienburger selbst wissen. Im Internet fand er Beatbox-Tutorials, kleine Erklärfilmchen. Vor dem Bildschirm brachte er sich bei, wie man Zunge, Zähne, Gaumen, Rachen und Nase so einsetzt, dass dabei möglichst viele unterschiedliche Soundeffekte entstehen. "Man kann eigentlich fast alles imitieren."

Anfangs übte der Oranienburger allein im stillen Kämmerlein. Schnell wurden aber Freunde auf seine Passion aufmerksam, luden ihn auf die Bühne ein. So begleitete er eine Musikschulfreundin bei einem kleinen Privatkonzert. Sie sang, er sorgte ohne technische Hilfsmittel für die rhythmische Untermalung. Danach gab es kleinere Auftritte in den Spielpausen des "Hoforchesters".

Beatboxen ist eigentlich ein Kind des Hip-Hop, entstanden in den frühen 1980er-Jahren. Rapper, die kein Geld hatten für Drumcomputer oder Live-Instrumente, imitierten die Beats eben mit dem Mund. Mit der Zeit mauserte sich das Beatboxen zu einem eigenen Genre. Inzwischen gibt es technische Geräte, die noch ausgefeiltere Rhytmuskulissen möglich machen. Viele Beatboxer nutzen Loop-Automaten, mit denen die Geräusche erst aufgenommen und dann in ständiger Wiederholung abgespielt werden, um wieder neue Beats darüberlegen zu können. "Hätte ich auch gern", sagt Dubs. Aber im Moment geht es ihm wie den Rappern, die die Kunst einst erfunden haben. Ihm fehlt noch das nötige Kleingeld für die ein paar Hundert Euro teure technische Aufrüstung.

Fürs Erste würde dem passionierten Hobby-Fotografen und Poetry-Slamer im Moment ein bisschen mehr Geselligkeit richen. "Ich suche Leute in Oranienburg, die mit mir beatboxen." In Amerika gibt es eine große Szene, in Berlin aber auch schon ein paar Clubs, in denen sich Gleichgesinnte zu Beatbox-Session treffen. "Manchmal wird auch einfach auf der Straße oder unter Brücken musiziert. Man braucht ja nichts, außer sich selbst. Das macht schon Spaß." Eine Clique, die sich irgendwo in Oranienburg zum Beatboxen trifft, würde sich Erik Dubs wünschen, abner auch Leute, die mit ihm Fototouren gehen oder sich zum Poetry Slam mit ihm verabreden wollen. "Wer dabei sein will, kann mich bei Facebook suchen und kontaktieren."

Wer hören will, wie Erik Dubs beim Beatboxen klingt, folge dem unten angegeben Link ins Internet.

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