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Nur Berlin steigt aus

Blitzermarathon auch dieses Jahr in Oberhavel

Blitzermarathon an der Oranienburger Birkenallee: Vergangenes Jahr wurden allein in Oberhavel mehr als 15 000 Fahrzeuge kontrolliert. 277 Autofahrer waren zu schnell.
Blitzermarathon an der Oranienburger Birkenallee: Vergangenes Jahr wurden allein in Oberhavel mehr als 15 000 Fahrzeuge kontrolliert. 277 Autofahrer waren zu schnell. © Foto: MZV
Tilman Trebs / 14.01.2017, 12:41 Uhr
Oberhavel (OGA) Die Berliner Autofahrer werden beim diesjährigen Blitzermarathon weitgehend in Ruhe gelassen. Verkehrsteilnehmer in Oberhavel und im übrigen Land Brandenburg müssen sich aber am 19. April im Rahmen der bundesweiten Aktion wieder auf umfangreiche Kontrollen einstellen.

Laut einem Bericht der "Berliner Zeitung" bezweifelt die Polizei in der Hauptstadt den Nutzen des Blitzermarathons. Zwar würden sich viele Autofahrer an den Tagen selbst in Disziplin üben. Unfallforscher hätten aber ermittelt, dass der Effekt recht schnell wieder verpuffe. Die Berliner Polizei will sich stattdessen mit Autofahrern befassen, die mit getunten Limousinen über die Magistralen der Hauptstadt rasen und sich illegale Rennen liefern.

Unfallforscher hatten unter anderem an einer Straße in München ermittelt, dass am Tag vor dem Marathon jeder vierter Autofahrer zu schnell war. Zum Marathon selbst sank die Zahl auf 13 Prozent, tags darauf wurde schon wieder fast der alte Wert erreicht.

Auch der Vorsitzende der Verkehrswacht Oranienburg, Klaus-Dieter Berndt, hält den Blitzermarathon für überflüssig. "Die Aktion muss nicht unbedingt sein. An diesem Tag fahren die meisten Leute ohnehin ordentlich." Laut Berndt wäre es sinnvoller, die Prävention an Unfallschwerpunkten das ganze Jahr über zu intensivieren. "Es gibt Stellen im Landkreis, da könnte die Polizei eigentlich immer kontrollieren." Welche das sind, konnte Berndt aus dem Stehgreif allerdings nicht nennen.

Bei der Brandenburger Polizei steht der Blitzermarathon bislang nicht zur Debatte. "Wir sind am 19. April wieder dabei", sagt Stefanie Klaus von der Pressestelle des Potsdamer Präsidiums. "Zu hohe Geschwindigkeit ist immer noch eine der Hauptunfallursachen in Brandenburg." Der Blitzermarathon sei schon deshalb sinnvoll, weil er medial stark begleitet werde und das Thema Rasen in den Mittelpunkt rücke. Dass an dem Tag Autofahrer ordentlicher als sonst fahren, sei kein Argument, den Blitzermarathon infrage zu stellen. "Wenn dadurch nur ein Verkehrsteilnehmer weniger zu Schaden kommt, haben wir schon etwas erreicht", so Stefanie Klaus.

Vergangenes Jahr wurden beim Blitzermarathon allein in Oberhavel mehr als 15 000Autofahrer kontrolliert. 277 von ihnen waren zu schnell. Der Rest fuhr vorschriftsmäßig. Spitzenreiter war ein Raser auf der A 10 am Kreuz Oranienburg, der mit 193 Sachen bei Tempo-Limit 100 unterwegs war. Auf der Pinnower Chaussee in Velten war ein Autofahrer mit 99 Kilometern pro Stunden unterwegs. Erlaubt ist dort lediglich Tempo 50. Beide mussten hohes Bußgeld zahlen.

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