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Bildungsminister plädiert für mehr Matheunterricht

Die Stundenzahl für Mathematik soll von vier auf fünf Stunden pro Woche angehoben werden.
Die Stundenzahl für Mathematik soll von vier auf fünf Stunden pro Woche angehoben werden. © Foto: dpa
Ulrich Thiessen / 20.01.2017, 12:25 Uhr - Aktualisiert 20.01.2017, 12:36
Potsdam (MOZ) Brandenburg muss sein Kurssystem für die Gymnasiale Oberstufe reformieren. Geprüft wird dabei, ob Schüler die zweite Fremdsprache schon vor dem Abitur abwählen können.

"Es ist noch nichts entschieden und noch vieles möglich", sagte Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) am Donnerstag. Allerdings will er in die Diskussion um die neue Verordnung für die Gymnasiale Oberstufe mit dem Vorschlag gehen, die Stundenzahl für Mathematik von vier auf fünf Stunden pro Woche anzuheben. Seit der letzten Reform 2008/2009 gibt es an Brandenburgs Gymnasien und weiterführenden Gesamtschulen statt zuvor zwei festgeschriebenen Leistungskursen mit je fünf Wochenstunden fünf solche Kurse mit vier Wochenstunden. Neben Mathematik, Deutsch und der ersten Fremdsprache ein naturwissenschaftliches Fach und ein Wahlfach. Laut Beschluss der Kultusministerkonferenz ist dies zu viel.

Baaske unterstrich, dass noch nicht entschieden ist, ob es künftig wie in Berlin zwei Leistungskurse gibt oder drei oder vier. "Zur Zeit verlangen alle mehr Stunden. Wenn wir allen Vorschlägen nachkommen würden, wären wir wieder beim Samstagsunterricht", sagte der Bildungsminister.

Laut Baaske gehört zu den Überlegungen auch, ob die zweite Fremdsprache, die mit drei Wochenstunden unterrichtet wird, in der zehnten Klasse abgewählt werden kann. Mehrere Bundesländer haben bereits eine entsprechende Regelung eingeführt.

Die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Simona Koß, hat Sympathien für derartige Überlegungen. Jugendliche, die weniger sprachbegabt sind, hätten es oft schwer in der Abiturstufe, sagte sie. Sie könnten sich in diesem Alter bereits darauf konzentrieren, was sie später für das Studium brauchen. Wenn man ihnen an dieser Stelle den Weg erleichtere, müsse an anderer Stelle jedoch draufgesattelt werden. CDU und Grüne zeigen sich offen für die Diskussion. Allerdings dürfe man nicht zu der Praxis zurückkehren, dass Mathematik abgewählt werden kann, so der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Gordon Hoffmann.

Kathrin Wiencek, Erste Vorsitzende des Philologenverbandes Berlin-Brandenburg, äußerte sich skeptisch. Wer eine Hochschulzulassung erlangt, sollte auch zwei Fremdsprachen sprechen, argumentierte sie. Gleichzeitig warnte sie davor, Naturwissenschaften als Leistungskurs zu streichen.

Der Sprecher des Landesschülerrates, Johannes Sven Hänig, begrüßte alle Überlegungen, den Schülern mehr Wahlfreiheit geben, auch in Bezug auf die zweite Fremdsprache. Außerdem forderte er Politische Bildung als Pflichtfach. Der Landeselternrat stellte die Forderung auf, sich wieder Berlin anzunähern - das heißt: die gleiche Zahl an Leistungskursen, die gleiche Anzahl an Unterrichtsfächern in allen Abiturfächern, sagte Landessprecher Wolfgang Seelbach.

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