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Denkmalpflege sehen und hören

Viola Petersson / 07.02.2017, 07:10 Uhr
Chorin (MOZ) In genau zwei Monaten wird die Dauerausstellung im Kloster eröffnet. Noch sind zwar nicht alle Exponate an Ort und Stelle. In weiten Teilen sind die beiden ersten Teile der Exposition jedoch schon fertig. Am Montag gab es eine Art Vorschau.

Für eine Stunde etwa tauchen der Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen (CDU) und Vize-Landrat Carsten Bockhardt ein in das klösterliche Leben sowie in das Chorin um 1817. Klosterchefin Franziska Siedler und Bürgermeister Martin Horst gewähren zwei Monate vor der Eröffnung der Dauerausstellung einen Einblick in selbige. Zumindest in die beiden Teile, mit denen die Anlage 2017 an den Start geht: mit dem Part "200 Jahre Denkmalpflege in Chorin" sowie dem Bereich Klosterbau/-wirtschaft.

Um die 460 000 Euro sind bislang in die Exposition geflossen. Bund, Landkreis sowie Ostdeutsche Sparkassenstiftung haben das Projekt gefördert. Und auch wenn die eine oder andere Vitrine noch leer ist, das Gros der Summe ist bereits sichtbar. Koeppen und Bockhardt können sich überzeugen, dass das Geld gut angelegt ist.

Die Führung beginnt 1817, vor genau 200 Jahren also. Zu jener Zeit, als Schinkel die einstige klösterliche Anlage entdeckte und den Denkmal-Wert erkannte. "Schinkel hat 1809 geheiratet. Und seine Schwiegereltern wohnten in Stettin", verrät Siedler den Gästen. In Chorin war damals eine sogenannte Pferdewechselstation. Der Baumeister legte folglich auf seiner Reise nach Stettin häufig einen Stopp in Chorin ein - und zeichnete das Kloster, so Siedler. 28 dieser Zeichnungen sind erhalten. Und künftig als Reproduktion im ehemaligen Brauhaus zu sehen. Das Kupferstichkabinett Berlin habe dem Kloster diese Reproduktionen für die Exposition zur Verfügung gestellt, so die Leiterin. 1817 habe Schinkel, entsetzt ob des Zustands der Anlage, einen Brief ans Preußische Finanzministerium geschrieben und auf die nationale Bedeutung hingewiesen. Dieses Schreiben, das in der Ausstellung zu hören ist, gelte als Geburtsstunde der frühen Denkmalpflege, "die wir im einstigen Brauhaus erklären wollen". Weshalb die Stallnutzung des 18./19. Jahrhunderts noch erlebbar sei. Beispielsweise in Gestalt eines Futtertrogs.

Gregorianische Gesänge begleiten die Besucher dann auf dem Weg in die Entstehungszeit des Klosters, also nach mal gut 500 Jahre zurück. Im einstigen Cellarium, dem Vorratsraum und Keller der Zisterziensermönche, sind Klosterbau und -wirtschaft abgebildet. Ein Bereich im Westflügel, der in den vergangenen Jahren für die Öffentlichkeit nicht zugänglich war, den das Land Brandenburg 2016/17 mit seiner Sanierung überhaupt erst erschlossen hat. Einige Restarbeiten stehen noch aus, vor allem im Bereich Elektro. Doch das historische Raumgefühl - das ist bereits erlebbar.

"Wir haben bewusst auf große Texttafeln mit langen Erklärungen verzichtet", erläutert Siedler das Gestaltungskonzept. Stattdessen große Symbole, die der Orientierung dienen, sowie beleuchtete Vitrinen mit Exponaten und sparsamen Texten. Unter den Ausstellungsstücken viele Originalfunde aus dem Kloster Chorin selbst, wie Gefäßscherben und ein halber Mühlenstein, aber auch Repliken. Da der Keller nicht beheizt ist, "können wir nur keramisches Material und Steine im Original zeigen", erklärt die Leiterin. Metall und organische Substanzen würden korrodieren.

Eine interaktive Karte, die den Klosterbesitz im Mittelalter verdeutlicht, ein Modell der Anlage sowie ein Schaudepot, das Steine und Ziegel "in den Kontext stellt", werden die Exposition in den nächsten Tagen komplettieren. Im Sommer beginne dann sogleich die konzeptionelle Arbeit am dritten und letzten Ausstellungsteil, der sich mit dem Leben der Mönche befasst und 2018 in Betrieb gehen soll, so Siedler. Die beiden ersten Teile wurden kuratiert von Michael Lissok, Steffi Wagner, Brigitte Moritz, Dirk Schumann sowie Franziska Siedler. Beratend war Prof. Winfried Schich tätig.

Dauerausstellung Kloster Chorin: Eröffnung für Besucher am 8. April, mit Kuratoren-Führungen um 11, 13 und 15 Uhr

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