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Patrik Rachner 07.02.2017 21:21 Uhr
Red. Falkensee, redaktion-fks@brawo.de

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Neue Gesamtschule als realistische Option

Havelland (MOZ) Bedarf prognostiziert: Die Hans-Klakow-Oberschule in Brieselang soll nach Plänen des Landkreises Havelland zum Schuljahr 2020/21 in eine vierzügige Gesamtschule umgewandelt werden. Das gaben Landrat Roger Lewandowski (CDU) und unter anderem Elke Nermerich, Erste Beigeordnete, am Dienstag in Falkensee bekannt. Sollte die Option greifen, diese ist im neuen Schulentwicklungsplan (2017/18 bis 2021/22) für die kommenden fünf Jahre enthalten, könnte damit kreisweit eine dritte Gesamtschule entstehen, sofern etwa das Bildungsministerium zustimmt.

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Ines Reinberger, Sachgebietsleiterin Schulverwaltung, Landrat Roger Lewandowski, Elke Nermerich, Erste Beigeordnete, und Frank Neitzel, Leiter des kreislichen Schulverwaltungsamtes, skizzierten in einem Gespräch den neuen Schulentwicklungsplan.

© Patrik Rachner

Die Forderung von Schulpolitikexperten gibt es schon seit einiger Zeit, schließlich sind die Kapazitätsgrenzen mit Blick auf die Schülerzahlen etwa an der Immanuel-Kant-Gesamtschule in Falkensee erreicht. Nach Analyse der jüngsten Daten ist die Kreisverwaltung vor dem Hintergrund der mittelfristig zu erwartenden Engpässe im östlichen Havelland zum Entschluss gelangt, dem Rechnung zu tragen. Erwartet wird, dass zum Schuljahr 2020/21 vor allem im Berliner Umland mehr Schüler die Allgemeine Hochschulreife erwerben wollen. Aktuell liegt die Prognose für das Schuljahr 2016/17 dazu bei 55 Prozent.

Da die Gemeinde Brieselang ohnehin schon die Voraussetzungen am Schulstandort mit einem Neubau schaffen wird, die Planung für die jetzt noch bestehende und bald zu schließende dreizügige Oberschule ist in Gang gesetzt, will der Landkreis das neue Potenzial nutzen und auf dieser Basis mit eigenen Investitionsmitteln die baulichen Prämissen für eine vierzügige Gesamtschule befördern. Dazu soll eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung getroffen werden.

"Die Gemeinde Brieselang hat uns nach der ersten Beratung die Bereitschaft signalisiert, sich dieser Herausforderung mit uns gemeinsam stellen zu wollen", betonte Landrat Lewandowski, der das ausdrücklich begrüßte. "Der Standort Brieselang ist ideal, da der Einzugsbereich gleich mehreren Kommunen, darunter Dallgow-Döberitz, Schönwalde-Glien oder etwa Falkensee, entgegenkommt. Auch die Anbindung des Öffentlichen Personennahverkehrs ist vor dem Hintergrund der Erreichbarkeit ein großes Plus", meinte Nermerich, die sich gleichfalls klar für eine Angebotserweiterung der Sekundarstufe II aussprach. Aber: "Die Option Gesamtschule fußt auf engmaschigen Prognosen. Wir werden die Zahlen weiter betrachten und beobachten, ob die tatsächliche Entwicklung zutreffend ist oder nicht." Eines stellte sie zudem klar: Die anderen Oberschulen, etwa in Ketzin, Elstal und Nauen, sollten aufgrund der wachsenden Schülerzahlen im Falle des neuen Schulangebotes Gesamtschule nicht gefährdet sein.

Und sonst? Die Perspektive der Schullandschaft im Landkreis ist laut Angaben von Lewandowski im Gegensatz zu anderen Regionen im Land Brandenburg als ein "sehr erfreulicher Umstand" zu werten, weil im Havelland die Schülerzahlen grundsätzlich steigen, zunächst vor allem an den Grundschulen, da die geburtenstarken Jahrgänge nun zunehmend das Schulalter erreichen (2016/17: 17 Prozent mehr als im laufenden Schuljahr). Die Gesamttendenz, die im Schulentwicklungsplan zum Ausdruck gebracht wird, sei nicht nur deshalb weiter positiv.

Apropos. Die fünf Förderschulen im Landkreis Havelland mit den sonderpädagogischen Schwerpunkten Lernen und geistige Entwicklung sollen einerseits weiter bestehen bleiben und andererseits mit Blick auf die Kernkompetenzen weiter vor dem Aspekt des von der Landesregierung beschlossenen Konzeptes "Gemeinsames Lernen in der Schule" gestärkt werden. "Wir stehen zu unseren Förderschulen", betonte der Landrat mit Nachdruck. Weil auch an den drei Standorten des kreislichen Oberstufenzentrums Havelland die Schülerzahlperspektive stabil bleibt (aktuell rund 1600), so die Erwartung, ist die Beschulung in Nauen, Friesack und Rathenow gleichfalls weiterhin gesichert. Auch die 27 Grundschulen im Landkreis seien laut Meinung von Elke Nermerich "überwiegend gut aufgestellt", obgleich es mit Blick auf Raumkapazitäten durchaus Engpässe gibt. "Gemeinden wie Dallgow-Döberitz, Wustermark und die Stadt Premnitz haben das jedoch erkannt und reagieren nun mit Bauvorhaben", erklärte sie.

Der 104 Seiten starke neue Schulentwicklungsplan, der im Übrigen zuletzt bei den prognostizierten Schülerzahlen im Bereich der Grundschulen eine Treffergenauigkeit von 99 Prozent hat, bei weiterführenden Schulen liegt sie bei etwas mehr als 95 Prozent (gemäß des noch geltenden aktuellen Schulentwicklungsplan), soll am 8. Mai nach einem politischen Diskussionsprozess in den kreislichen Gremien vom Kreistag verabschiedet werden, ehe dieser dem zuständigen Bildungsministerium zur Genehmigung vorgelegt wird.

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