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Digitale Zähler lösen Postkarten ab

So wird er aussehen: Der NWA hat natürlich längst digitale Zähler, wie Verbandsvorsteher Matthias Kunde zeigt.F
So wird er aussehen: Der NWA hat natürlich längst digitale Zähler, wie Verbandsvorsteher Matthias Kunde zeigt.F © Foto: MOZ/Hans Still
Hans Still / 17.02.2017, 05:44 Uhr
Zehlendorf (MOZ) Innerhalb von fünf Jahren will der Niederbarnimer Wassser- und Abwasserverband (NWA) sämtliche 12 500 Trinkwasseranschlüsse mit neuen Wasserzählern ausrüsten. Diese werden ausschließlich digital ausgelesen. Die Technologie birgt nicht nur Vorteile.

Smart Metering nennt sich die digitale Zukunft, die dem NWA zunächst Geld kosten wird. Ein herkömmlicher Wasserzähler kostet rund 40 Euro, anders dagegen die digitalen Nachfolger mit einem Preis zwischen 70 und 80 Euro. "Unsere Kunden werden von diesem Kostenunterschied nichts tragen müssen", verspricht NWA-Verbandsvorsteher Matthias Kunde und hofft auf möglichst große Akzeptanz bei den Verbrauchern. Ins Feld führt Kunde die Ersparnisse, die der NWA später auf seiner Haben-Seite verbuchen wird. So entfällt das jährliche Anschreiben aller Haushalte, um die Zählerstände abzufragen. Seit Jahrzehnten wurden dann die Zählerkarten ausgefüllt, an den Verband zurück gesendet und die Daten dort manuell ins System eingegeben. Fraglos eine aufwendige Angelegenheit, die sich heute vereinfachen lässt. Auch sollte dann die Fehlerrate sinken, denn immer wieder mal kommt es zu Übertragungsfehlern. "Wir verringern das Konfliktpotenzial und erhöhen die Datenlage", sagt Kunde, wohl ahndend, dass genau diese Daten zugleich Zielpunkt diverser Kritiken ist.

In Wensickendorf wurden bereits 400 digitale Wasserzähler eingebaut, die Reaktionen sind laut Kunde mehrheitlich positiv. 500 digitale Wasserzähler will der NWA in diesem Jahr installieren. Der Blick in die Zukunft sähe dann so aus: Innerhalb von zwei Tagen könnte ein Mitarbeiter im gesamten Verbandsgebiet aus seinem Pkw heraus sämtliche Trinkwasserstände erfassen. In der Zehlendorfer NWA-Zentrale fließen diese Daten digital ins System ein und erleichtern somit die Abrechnung. Die dafür nötige Software wird im Zusammenhang mit den aktuellen Verbrauchsabrechnungen gerade in Zehlendorf installiert.

Die erwähnte Skepsis bezieht sich vorwiegend auf zwei Punkte. So besteht beispielsweise die Sorge von Elektrosmog und gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch die Funkübertragung der Daten des Wasserzählers zum auslesenden Gerät. Kunde entkräftet diese Sorge: "Die Bluetooth-Kommunikation zwischen Zähler und Auslesegerät funktioniert nur vor Ort auf Anforderung durch das Gerät. Die Sendeleistung beträgt ein Hundertstel eines Smartphones." Das zweite Argument gegen die Technologie berührt die Datensicherheit. Auch hier glaubt Kunde nicht an echte Gefahren. "Übertragen wird doch nur die ID des Zählers, also die Zählernummer, und der Verbrauch in Kubikmetern. Damit könnten Dritte gar nichts anfangen." Dass sich unter Umständen ein Verbrauchsverhalten ausspionieren lässt, glaubt Verbandsvorsteher Kunde nicht.

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