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Dörthe Thimm 17.02.2017 05:46 Uhr
Red. Strausberg, strausberg-red@moz.de

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Die Orgel-Tücken von St. Marien

Strausberg (MOZ) In drei Tagen die Superlative der Orgeln in Berlin und Brandenburg besichtigen - das war das Programm von jungen Studenten der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg zusammen mit ihrem Dozenten Christoph Bornheimer, dem neuen Kantor der Strausberger Marienkirche. Ein Orgelkonzert in St. Marien durfte da natürlich nicht fehlen. Doch mit ihren Tücken ließ sich das Instrument aus 20. Jahrhundert nicht von allen bändigen.

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Vor der Orgel in St. Marien: Kirchenmusik-Studenten mit Christoph Bornheimer (r.)

© Dörthe Thimm

Wenige Stunden vor dem Konzert brachten die Studenten damit zu, sich mit der Orgel vertraut zu machen und sie einzustellen. Von wegen altmodisches Instrument. Bei so einer Bemerkung erntet man schnell empörte Blicke. Der Weg war bei den meisten ganz klassisch. Erst Klavier spielen, später kam die Orgel dazu. "Orgel ist vielfältiger vom Klang", schwärmt Carolin. Da kann ein Klavier nicht mithalten.

Am Konzertabend spielen die Studenten ihre Stücke bei gefühlten Minustemperaturen, die Füße in warmen Wollsocken. Im Takt wippen ihre Köpfe hin und her, der Blick konzentriert. Lea, die erste Organistin des Abends, ist froh, dass sie es bald hinter sich hat. Am Ende zeigt sie sich kritisch mit ihrer Leistung, während sie von den anderen das Zeichen "Daumen hoch" bekommt. "Bach passt eigentlich nicht optimal zu dieser Orgel", erklärt sie später.

Carolin hat sich für eine Sonate von Bartholdy entschieden, hat aber mit dem Schweller zu tun, der die Lautstärke regelt. Dadurch geraten einzelne Passagen zu leise. "Jede Orgel hat ihre Eigenarten, an die man sich erst gewöhnen muss", sagt sie. Bornheimer macht auf eine weitere Tücke aufmerksam: die vertrackte Pneumatik, die Verzögerung des Tons nach dem Anschlag. "Das irritiert und ist verhängnisvoll, gerade wenn man aufgeregt ist."

Die Zuhörer merkten aber davon nichts. Großartig, was Lea Krüger, Benedikt Schwarz, Viktor Schmidt, Tatjana Jürs, Matthias Berges, Hella Heidemann, Carolin Raschke, Samuel Huhn und Manuel Knoll aus dem alten Instrument herauskitzelten. Sie bewiesen einmal mehr, dass Orgelmusik mehr als nur Rahmenprogramm für den Gottesdienst ist. Ihr Lehrmeister, der seinen Schülern die Bühne überließ, war schließlich voll des Lobes.

Benedikt, trotz aller Schwierigkeiten ganz vernarrt in die "fantastische Intonation", hätte die Orgel am liebsten mitgenommen. Und einige Studenten schließen eine Wiederkehr nach Strausberg nicht aus.

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