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Thomas Gutke 17.02.2017 06:40 Uhr
Red. Frankfurt (Oder), frankfurt-red@moz.de

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Von Tetzel bis zur Wendezeit

Frankfurt (Oder) (MOZ) Der Gästeführerverein Frankfurt beteiligt sich am Sonnabend und Sonntag mit vier Führungen am Weltgästeführertag. Im Mittelpunkt stehen Reformen und ihre auch heute noch im Stadtbild sichtbaren Folgen. Zwei Touren nehmen dabei Bezug auf das Reformationsjahr.

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Die Marienkirche ist am Sonnabend, 14 Uhr, Treffpunkt für eine Führung zu Dominikanermönch Johann Tetzel.

© MOZ/Thomas Gutke

Den Weltgästeführertag gibt es seit 1990. Veranstaltet wird er jährlich rund um den 21. Februar - den Gründungstag des Weltverbandes. Der Bundesverband der Gästeführer übernahm den Aktionstag 1999. In der Interessenvertretung sind rund 6600 Führer aus mehr als 220 Städte und Regionen versammelt. Jährlich gibt es ein neues Thema, das bundesweit von lokalen Gästeführervereinigungen umgesetzt wird. Sie bieten ehrenamtlich Führungen an und machen so auf das Berufsbild, ihre Professionalität und ihr Engagement für die Region aufmerksam.

So auch der Gästeführerverein der Kleiststadt Frankfurt und Umgebung. Die vier Mitglieder zählende Gruppe hat für das Wochenende ein interessantes, umfangreiches Programm zusammengestellt. Der Gästeführertag steht diesmal im Zeichen des Lutherjahres, fasst das Thema aber etwas weiter. Das Motto heißt: "Reform - Zeit für Veränderung".

Den Auftakt macht am Sonnabend Janusz Kauczynski mit einer Führung zur "Alten Uni - ganz neu und grenzüberschreitend". Treffpunkt ist um 10 Uhr der Eingang am Audimax.

Am selben Tag um 14 Uhr informiert Gästeführer Dieter Laube über den Dominikanermönch Johann Tetzel. Dessen exzessive Ablasspredigten waren ein Anlass für Luthers Thesenanschlag in Wittenberg und damit ein Anlass für die Reformation. Ende 1517, Anfang 1518 war Tetzel für einige Wochen zu Gast an der Alma Mater Viadrina, der Brandenburgischen Universität Frankfurt. Treffpunkt für die Tour ist die Marienkirche. Bei schönem Wetter ist ein Spaziergang zum Carthausplatz geplant, der nach dem früheren Kartäuserkloster benannt ist. Dort war Tetzel während seines Frankfurt-Aufenthalts untergebracht.

Am Sonntag rücken zwei jüngere gesellschaftliche Umbrüche in den Fokus: die Wendejahre und die EU-Osterweiterung. "Wie Frankfurt und Slubice zueinander fanden", erzählt Janusz Kauczynski. Los geht es um 10 Uhr auf dem Marktplatz am Rathauseingang. Am Nachmittag lädt Walter Hausdorf unter dem Titel "Vom Militärfiskus zur zivilen Nutzung" zu einer Tour durch Frankfurt-West ein. Dabei geht es um die Frage, wie es mit den bis 1994 militärisch genutzten Immobilien weiterging. Start ist um 14 Uhr die Straßenbahn-Haltestelle Witzlebenstraße in der August-Bebel-Straße.

Die Führungen sind kostenlos. Der Gästeführerverein bittet die Teilnehmer jedoch um eine Spende für die Restaurierung und Instandhaltung von Kunstwerken im Gertraudenpark.

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