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Bewegen wie Astronauten

Bewegung in 3D: Im Physiotherapiezentrum Uckermark in Schwedt kann Pysiotherapheut Michael Finke seine Patienten auf einem dreiachsigen Trainings- und Therapiegerät behandeln. Auf dem "Spacecurl" kann er Jill Dietrich in allen Ebenen des Raums bewegen. Da
Bewegung in 3D: Im Physiotherapiezentrum Uckermark in Schwedt kann Pysiotherapheut Michael Finke seine Patienten auf einem dreiachsigen Trainings- und Therapiegerät behandeln. Auf dem "Spacecurl" kann er Jill Dietrich in allen Ebenen des Raums bewegen. Da © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Michael Dietrich / 17.02.2017, 06:40 Uhr
Schwedt (MOZ) Es sieht aus wie ein Trainingsgerät für schwindelfreie Astronauten. Das "Spacecurl" steht aber nicht im Trainingszentrum für Weltraum-Ausflüge, sondern in einer Physiotherapie in Schwedt.Es hilft Patienten, sich wieder richtig zu bewegen.

Das große Gerät ist nicht das einzige, mit dem Physiotherapeut Michael Finke seine Patienten mit Haltungsschäden oder Rückenschmerzen therapiert. Das kann man auch mit Bällen und Wippen oder kleineren Geräten. Aber der 3D-Spacecurl fällt natürlich sofort auf. Mit seinen drei drehbaren Stahlringen, die den eingespannten Patienten in jede Lage im Raum drehen lassen, passt er gerade so in die Räume der Physiotherapie in der Ringstraße. Kurz unter der Deckenlampe dreht sich der äußere Ring, darin aber noch zwei weitere. Im inneren Ring ist der Patient an Füßen und Hüfte festgezurrt. Mit dem frei beweglichen Oberkörper kann man wie auf einer Schaukel die Ringe zum Drehen bringen. Man bewegt sich selbst und muss den Rumpf nach vorn oder hinten heben, nach links oder rechts, je nachdem, wohin der Kreisel einen gerade dreht.

Ungeübte haben nach wenigen Trainingsminuten schon ein leicht mulmiges Gefühl im Magen und der Kopf signalisiert, dass er solche Umdrehungen nicht gewohnt ist und noch immer zu kreisen glaubt, auch wenn man wieder steht.

Das, was Michael Finke aber mit seinen Patienten auf dem Space-Curl macht, ist - so spektakulär es aussieht - einfache Krankengymnastik. "Wenn Patienten vom Arzt Physiotherapie verschrieben bekommen, zum Beispiel nach einem Bandscheibenvorfall, dann können sie im Spacecurl sehr effektiv Koordination und Beweglichkeit trainieren. Das geht genauso bei Haltungs- und Gleichgewichtsstörungen, zur Reha nach Gelenkerkrankungen oder dem Einsatz künstlicher Gelenke", erklärt Michael Finke.

Der 50-Jährige hat viele Jahre im Wirbelsäulenzentrum in Berlin mit dem 3D-Therapiegerät gearbeitet. Als er vor drei Jahren seine eigene Physiotherapie in Schwedt eröffnete, wollte er darauf nicht verzichten. Sein Spacecurl ist der einzige in Schwedt und lockt auch regelmäßig Sportler in seine Praxis, die das Gerät für ein nie langweilig werdendes Training der Rücken- und Bauchmuskulatur schätzen.

Michael Finke empfiehlt seinen Kunden das Bewegungstraining auch, wenn sie nicht krank sind. "Gerade im Winter kommen wir oft gar nicht mehr aus dem Sitzen heraus. Im ergonomisch geformten Bürostuhl sind unsere Muskeln entspannt, außer Betrieb. Im Auto sitzen wir wieder. Wenn wir dann im Supermarkt einen Kasten Bier anheben wollen, wundern wir uns, dass es plötzlich Knack im Rücken macht. Ich rate jedem meiner Patienten, die Muskeln auch im Winter nicht in den Urlaub zu schicken. Es gibt viele Möglichkeiten, sie zu bewegen, die Durchblutung zu fördern, sich fit zu halten", erklärt der Physiotherapeut.

Es muss also nicht das Astronautentraining sein, aber den meisten Spaß macht es.

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