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Lösungsvorschläge stoßen bei Eltern und Lehrern auf Vorbehalte / Aula und Fachraum als Reserve

Platznot an Erkners Grundschule

Joachim Eggers / 17.02.2017, 06:59 Uhr
Erkner (MOZ) Die Idee, ab dem Sommer eine Grundschulklasse im Gebäude der Oberschule am Hohenbinder Weg zu unterrichten, stößt bei den Beteiligten auf deutliche Vorbehalte. Auch bei dem ab 2018 vorgesehenen Schulzentrum gibt es noch viele Fragezeichen.

Das wurde bei der außerordentlichen Schulkonferenz der Löcknitz-Grundschule deutlich, die am Mittwochabend extra zu der Überfüllung und der Zukunft der Schule anberaumt worden war. Zahlreiche Eltern waren gekommen. Und die Stadt, als Träger für die Räume verantwortlich, war nicht nur mit der zuständigen Ressortleiterin Claudia Warmuth, sondern auch mit Bürgermeister Jochen Kirsch und Bauamts-Chefin Claudia Günzel vertreten. Der fiel der angenehme Part zu, über die Gestaltung des Geländes zu sprechen; da sind sich alle einig.

Bei der künftigen Unterbringung der Grundschüler ist das zunächst gar nicht so viel anders. Denn niemand will noch, dass eine Klasse ab diesem Sommer im Hohenbinder Weg unterrichtet wird. Dieser Vorschlag sei vom Landkreis gekommen, sagte Claudia Warmuth und fügte später in der Debatte an: "Wir finden das nicht gut." Vor allem die Vorstellung, dass Sechsjährige sich den Schulhof mit Jugendlichen teilen sollen, löst Unbehagen aus. Auch Evelyn Seidel, die stellvertretende Leiterin der Morus-Oberschule, findet das Gelände nicht geeignet. Die vermuteten Platzreserven seien gar nicht vorhanden. "Wir haben den Landkreis da korrigieren müssen."

Eine Alternative könnte die Nutzung des Horts Koboldland sein, aber auch da wurden viele Bedenken hinsichtlich der Eignung der Räume geäußert. Wie hoch der Raumbedarf ist, steht nach Aussage von Schulleiter Sebastian Witt noch gar nicht fest - weil nicht abschließend geklärt ist, wie viele erste Klassen aufgemacht werden, auch bei den dritten Klassen ist das offen. Konrektorin Sylvia Bürger sprach sich dafür aus, alle Kinder im Haus zu behalten - "zur Not im Keller". In der Wirklichkeit, das deutete Witt an, wird es eher darauf hinauslaufen, dass die große Aula und der Fachraum für WAT (Wirtschaft-Arbeit-Technik) als Klassenräume genutzt werden. Was hieße, dass sie für ihren eigentlichen Zweck nicht zur Verfügung stehen.

Sorge bereitet vielen Eltern und Lehrern aber auch die mittel- und langfristige Perspektive. Ein Schulzentrum - also eine Schule von der ersten bis zur zehnten Klasse, womöglich gar darüber hinaus, in Trägerschaft des Landkreises - habe viele positive Aspekte, sagte Evelyn Seidel, aber die Zeit bis 2018 sei für so ein Projekt viel zu kurz. "Wer entscheidet denn, an welche Grundschule man geht?", wollte Diana Rauschenbach, Lehrerin und Mutter an der Löcknitz-Grundschule, wissen. Ihre Vermutung: Eltern würden "aufs Dach steigen", wenn ihr Kind an den Hohenbinder Weg soll. Claudia Warmuth verwies auf das Schulgesetz, das Schulbezirke vorsieht.

Viele andere Vorschläge wurden diskutiert - vom Ausweichen in Nachbarorte bis zur Nutzung der Rund-Schule. Nur ist dort überall auch kein Platz. "Wir überlegen natürlich, wo wir die Schule erweitern können", sagte Bürgermeister Kirsch und sicherte den Lehrern, Eltern und Kindern Gesprächsbereitschaft und zeitnahe Information zu. Bald stehen Gespräche mit dem Kreis über das Schulzentrum an. "Ich weiß nicht, wie es laufen soll, und zwar schon ab 2018", fasste Lehrerin Doreen Ehlert ihren Eindruck zusammen.

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