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Fürstenwalder Eigenbetrieb will 2017 erstmals schwarze Zahlen schreiben / Schließzeit im Sommer

Schwapp braucht keinen Zuschuss

Uwe Stemmler / 17.02.2017, 07:20 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Der Fürstenwalder Eigenbetrieb Sport- und Freizeiteinrichtungen, zu dem das Schwapp gehört, wird in diesem Jahr zum ersten Mal in seiner Geschichte schwarze Zahlen schreiben. Das prognostiziert der Wirtschaftsplan, der am Mittwoch im Hauptausschuss vorgestellt wurde.

Die größte Einrichtung, des Eigenbetriebs, das Sport- und Spaßbad Schwapp, ist seit seiner Eröffnung vor 20 Jahren sehr beliebt - aber für Fürstenwalde finanziell ein Minusgeschäft. Der Fehlbetrag, der aus dem städtischen Haushalt ausgeglichen werden musste, betrug im ersten Jahr rund 1,4 Millionen Euro, danach bewegte er sich mit Höhen und Tiefen im sechsstelligen Bereich. Vor fünf Jahren waren es 632 000 Euro, vor einem Jahr 222 000 Euro.

Im Prinzip galt der Satz: Ein kommunales Bad lässt sich nicht wirtschaftlich betreiben. Und nun das:"2017 ist das erste Planjahr mit schwarzen Zahlen", berichtete Bürgermeister Hans-Ulrich Hengst am Mittwochabend. Ob diese Aussage am Ende des Jahres noch so stimmt, wird sich zeigen. Die positive Prognose beruht im Wesentlichen auf der Erhöhung der Eintrittspreise für Spaßbad und Sauna zum 1. Januar und der Annahme, dass sich das Ansteigen der Besucherzahlen in den Vorjahren 2017 weiter fortsetzt.

Einige der Risiken nannte Hengst selbst: Führen die höheren Eintrittspreise zu sinkenden Besucherzahlen? Wie wirkt sich die bevorstehende Eröffnung eines neuen großen Spaßbads in Potsdam aus? Möglicherweise wechseln Berliner, die bisher nach Fürstenwalde kamen, jetzt dorthin. Aber es gibt auch Faktoren, die sich günstiger gestalten könnten. Das neue Blockheizkraftwerk machte in der Einlaufphase einige Probleme, weshalb die Heizungs- und Energiekosten relativ hoch angesetzt wurden, berichtete Technikchef Mathias Hellmann. Er gehe aber davon aus, dass sie sich noch nach unten entwickeln.

Berücksichtigt bei der Berechnung wurde auf jeden Fall die Zeit, in der in diesem Jahr gar kein Besucher kommt. Denn vom 24. Juli bis 18. August soll das Dach instandgesetzt werden. Allerdings, so Betriebsleiterin Susann Müller, sei das Spaßbad nicht die gesamte Zeit, sondern nur zwei Wochen geschlossen.

Heftiger wird es in einem der Folgejahre. Nach 20-jähriger Nutzung müssen die Boden-Fliesen im Sport- und im Spaßbad erneuert werden. Außerdem steht auch die Auswechslung der Umkleideschränke an. Das kostet zusammen 1,15 Millionen Euro. Die dafür notwendige Schließzeit wird drei Monate betragen. Der damit verbundene Ertragsausfall des Eigenbetriebs beträgt 600 000 Euro. Ob das Vorhaben 2018 oder 2019 erfolgt, hängt noch davon ab, wann man die Finanzierung auf die Reihe bekommt. Sicher scheint: Aus dem laufenden Geschäftsbetrieb kann diese Summe nicht aufgebracht werden. Man werde eine Mischfinanzierung aus Eigenanteil und Kredit ins Auge fassen müssen, sagte Hengst. Ob man dafür auch Fördermittel erhält, ist offen. Der Bürgermeister war aber optimistisch: Ende 2020 laufe ein bestehendes Darlehen aus. Spätestens danach könne die Einrichtung die Belastung aus eigener Kraft schultern - wenn die Bedingungen gleich bleiben, das heißt die Gäste treu bleiben.

Dafür unternimmt das Schwapp einiges. Im Veranstaltungskalender 2017 stehen unter anderem:

¦ monatliche Saunanächte von Januar bis Mai und September bis Dezember samt Lasershow,

¦ traditionelles Drachenbootrennen im Schwapp im Februar,

¦ Aqua-Marathon im Schwapp

¦ Minigolf- und Tennisturniere in Verbindung mit Fitness-Parcours am 1.April,

¦ Wasserfest für Stammkunden des Rehabilitationssports im November,

¦ Umberto-Badetag am 3. November,

¦ und im Dezember wird 20 Jahre Schwapp groß gefeiert.

Und im ersten Halbjahr soll auch der antiquierte Internetauftritt neu gestaltet sowie der Anbieter gewechselt werden.

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