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Sonja Jenning 17.02.2017 07:30 Uhr
Red. Frankfurt (Oder), frankfurt-red@moz.de

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Liebe auf den ersten Ton

Frankfurt (Oder) (MOZ) Von den rund 750 Schülern der Frankfurter Musikschule haben sich derzeit zwei für die Oboe entschieden. Dabei ist sie ein wichtiges Instrument des klassischen Sinfonieorchesters. Um ihre Bekanntheit zu steigern, wurde sie vom Landesmusikrat zum Instrument des Jahres gewählt.

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Technik und Training: Volker Kunze hat mit Lara Rätzel (16, Mitte) und Mathilde Major (10) zwei Schülerinnen gefunden, die sich für die Oboe begeistern und inzwischen auch schon in Orchestern spielen.

© René Matschkowiak

Wenn ein Tier oder eine Pflanze des Jahres gekürt werden, ist das ein Indiz dafür, dass diese Art als besonders gefährdet gilt. Ähnlich sieht es beim Instrument des Jahres aus. Dieser Titel wird vergeben, um das Interesse für wenig beachtete Instrumente zu wecken. In den vergangenen Jahren trugen ihn bereits die Posaune, der Kontrabass und das Fagott. Nun also die Oboe.

Von den rund 750 Schülern der Frankfurter Musikschule haben sich 65 für ein Blasinstrument entschieden, nur zwei wählten die Oboe. Bedauerlich findet das Musikschul-Direktor Ulf Kröger, der dennoch stolz darauf ist, überhaupt Unterricht in den selten nachgefragten Instrumenten anbieten zu können. "Gerade die Oboe und das Fagott sind wunderschöne Farben und so wichtig für die Orchestermusik", sagt Kröger und fügt hinzu: "Es wäre doch schade, wenn wir nur Streicher hören würden."

Volker Kunze, Oboist beim Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt, unterrichtet das Instrument an der Musikschule. Er kennt die Klischees, die seinem Instrument anhaften, vor allem gilt es als schwierig zu spielen. "Um einen schönen Ton zu erzeugen braucht man viel Druck, die richtige Atemtechnik und einen trainierten Mund", sagt Volker Kunze. Im Gegensatz zur Gitarre sei die Oboe kein Instrument bei dem sich ein schneller Erfolg einstellt. Zudem habe sie einen speziellen Klang, für den sich nicht jeder begeistern könne.

Bei Lara Rätzel war es Liebe auf den ersten Ton. "Ich fand den Klang von Anfang an wunderschön. Er ist warm, liebevoll, man fühlt sich beim Zuhören geborgen und von der Musik umarmt", beschreibt die 16-Jährige Frankfurterin, was das Spiel der Oboe in ihr auslöst. Im Alter von zehn Jahren durfte sie von der Blockflöte zur Oboe wechseln.

"Noch vor 20 Jahren sagte man, Kinder sollten frühestens mit 12 Jahren Oboe spielen lernen", erinnert sich Volker Kunze, weil man fürchtete die Jüngeren könnten dem anstrengenden Blasdruck nicht gewachsen sein. Das sei natürlich Unsinn, sagt Volker Kunze. Oboe zu lernen, sei keine Frage des Alters, sondern, ob die Finger auf die Klappen passen. Bei Mathilde Major (10) aus Friedersdorf funktioniert das schon seit zwei Jahren. Seit gut einem Monat spielt sie im Orchester ihrer Schule, des Bernhardinums in Fürstenwalde. "Als sie dort gehört haben, dass ich Oboe spiele, wollten sie sofort, dass ich mitmache", erinnert sich Mathilde. Auch Lara weiß, dass Oboisten gesucht sind. Sie spielt im deutsch-polnischen Jugendorchester der Musikschule, trat schon vor Bundespräsident Joachim Gauck auf. Zu hören ist sie auch im Rahmen der Musikfesttage an der Oder, am 11. März in der Konzerthalle mit dem Doppelkonzert von Johann Sebastian Bach für Oboe und Violine. Mathilde wird unter anderem beim diesjährigen Education-Projekt des Staatsorchesters "Bilder einer Ausstellung", das am 6. Mai im Kleist Forum Premiere hat, dabei sein.

"Die Oboe ist ein wichtiges Orchesterinstrument und mit anderen zusammen zu spielen ist für junge Musiker immer eine tolle Erfahrung", ist Volker Kunze überzeugt. Mathilde und Lara üben täglich und investieren viel Zeit in ihre Musik. "Es macht mir Spaß, ich kann mich dabei entspannen und ich weiß, dass ich in meinem Leben nicht ohne Musik auskommen werde", bringt es Lara, die später Musik studieren will, auf den Punkt.

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