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Jürgen Liebezeit 17.02.2017 09:12 Uhr - Aktualisiert 17.02.2017 12:55 Uhr
Red. Oranienburg, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

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Glienicker soll in seiner Sauna Kinder missbraucht haben

Glienicke (OGA) In der Glienicker Gruppe von „Facebook“ ist die Aufregung groß. Mit großem Eifer wird seit Tagen kontrovers diskutiert, wie mit einem mutmaßlichen Pädophilen, der in Glienicke einen Betrieb hatte und im Ort auch zumindest einige seiner schrecklichen Taten begangen haben soll, umzugehen ist. Die einen fordern mit teils drastischen Worten eine harte Bestrafung, die über einen Gefängnisaufenthalt hinausgeht, die anderen versuchen, dem Vorfall eine politische Dimension zu geben.

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Diskussionen gibt es um eine offenbar Pädophilen in Glienicke. Der Mann steht vor Gericht.

© Patrik Rachner/OGA

Der 51-jährige Mann muss sich als Hauptangeklagter seit Anfang Februar vor dem Berliner Landgericht für den hundertfachen Missbrauch von Kindern und wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung verantworten. Er soll gemeinsam mit drei weiteren Männern in Berlin einen Kinderhändler-Ring organisiert haben. In dem   gut organisierten Netzwerk sollen vor allem Jungen aus sozial schwachen Familien Opfer gewesen sein. Jahrelang liefen die Ermittlungen. Nun hat der Prozess begonnen. Es sind 21 Verhandlungstage angesetzt.

Doch schon nach dem zweiten Prozesstag sitzt der frühere Bauunternehmer, der angeblich bei seiner Mutter in einem Haus mit Sauna in Glienicke lebt, alleine auf der Anklagebank. Zwei Männer erschienen erst gar nicht vor Gericht. Die 80 und 78 Jahren alten Angeklagten sind aus gesundheitlichen Gründen nicht verhandlungsfähig. Der zweite Hauptangeklagte kam auf Antrag der Staatsanwaltschaft auf freien Fuß. Der frühere Polizist war geständig und bereits 2009 wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden.

Der 53-Jährige hatte die Strafe abgesessen – und die ihm jetzt vorgeworfenen Straftaten stehen in einem zeitlichen Zusammenhang mit dem Verfahren von 2009. Zudem ist er wegen seiner pädophilen Veranlagung in Behandlung. Ein fünfter Beschuldigter ist mit 84 Jahren bereits verstorben. Bleibt als einziger der Hauptangeklagte Jens B. Ihm werden nach jahrelangen Ermittlungen insgesamt 379 Fälle zur Last gelegt, die er zwischen Juli 2002 und Ende 2009 begangen haben soll. Ein erster Zeuge hat den Glienicker belastet. Er sei mehrfach mit dem damals zwölfjährigen Jungen auf einen Parkplatz gefahren, um Sex gegen Geld zu haben.

Bei anderen Gelegenheiten habe Jens B. ihn und auch andere Kinder mit einem grünen Kleinbus nach Glienicke gebracht. Sie hätten sich laut „Berliner Zeitung“ im Auto ducken müssen, um nicht von Nachbarn gesehen zu werden. Auch das Haus hätten sie aus diesem Grund über den Keller betreten müssen. Manchmal habe es Sekt und Bier gegeben, bevor es im Schlafzimmer, im Keller oder in der Sauna des Glienicker Einfamilienhauses zu Sex gekommen sei. Zwischen 15 und 80 Euro sollen die insgesamt 13 Jungen bekommen haben Der Prozess am Berliner Landgericht in Moabit soll kommende Woche fortgesetzt werden. Die Verteidigerin des Angeklagten hat angekündigt, dass ihr Mandat ein Teilgeständnis ablegen wolle.

Unterdessen wird in der Glienicker Facebook-Gruppe der Streit um den Angeklagten aus der Nachbarschaft mit unverminderter Härte weitergeführt.

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