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Roland Becker 17.02.2017 09:29 Uhr
Red. Hennigsdorf, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

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Künzel und Michaelis im DUO

Hennigsdorf (HGA) Im wahrsten Sinn über Nacht wurde eine neue Fraktion im Veltener Stadtparlament gegründet. "Wir haben die ganze Nacht zu Mittwoch hin und her telefoniert", berichtet Marianne Michaelis. Im Morgengrauen war der Plan dann perfekt. Gemeinsam mit Petra Künzel gründete sie die Fraktion Die Unabhängigen Ofenstädter (DUO). Für Michaelis waren schon die Stunden zuvor sehr aufregend gewesen. Denn die Mitbegründerin des Vereins Pro Velten hatte sich am Dienstagnachmittag entschlossen, dem Verein zwar die Treue zu halten, aus der gleichnamigen Fraktion aber auszutreten. "Ich passe mit meinem Ton und meinen Ansichten da einfach nicht mehr rein", sagte sie dieser Zeitung.

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Pro Velten verkündete am Donnerstag, dass der Austritt aus der Fraktion "konsequent ist". Michaelis habe dort geltende Regeln missachtet: "Ohne Kenntnis der Fraktion unterstützte sie Anträge ihrer Freundin." Gemeint ist damit Petra Künzel, die bereits vor einigen Wochen Fraktion und Verein verlassen hatte.

"Ich habe kein Vertrauen mehr. Und es gibt Meinungsdifferenzen", begründet Michaelis ihren Austritt, kündigte aber zugleich an: "Ich werde im Stadtparlament allen Anträgen von Pro Velten zustimmen." Trotz des Vertrauensverlustes will Michaelis weiter im Verein mitarbeiten. Das erstaunt deshalb, weil der Fraktion, zu der ihr das Vertrauen abhanden gekommen ist, und dem Verein derselbe Mann vorsteht: Marcel Siegert. Ein Ausschlussverfahren aus dem Verein strebe man nicht an. Siegert dazu: "Wir warten die Entwicklung ab." Michaelis könne die Räume von Pro Velten auch weiterhin für ihre Seniorenveranstaltungen nutzen, allerdings nicht in Zusammenarbeit mit Künzel.

Für Siegert hat der Austritt von Michaelis auch etwas Positives: "Die Fraktion ist geschlossener denn je." Allerdings büßt Pro Velten durch die beiden Austritte den Status als stärkste Fraktion ein. Siegerts Mannschaft hat jetzt ebenso wie die Fraktion SPD/Freie Wähler sieben Sitze. Dadurch verändern sich auch die Machtverhältnisse im Sozial- und im Hauptausschuss sowie in den Aufsichtsräten der Stadtwerke und der Regionalen Entwicklungsgesellschaft (REG). Pro Velten dürfte jeweils einen Sitz verlieren. An wen dieser jeweils geht, darüber brütet man gerade im Rathaus. Berechnet wird dies nach der Mandatsberechnung von D'Hondt.

Auch im Vorsitz des Stadtparlaments gibt es eine Veränderung. Petra Künzel hat ihr Amt als Stellvertreterin aufgegeben. "Ich wollte nicht so weit weg von meiner Mitstreitern sitzen. Wir müssen uns ja absprechen können", begründete sie den Schritt, das Präsidium zu verlassen.

Vorerst übernimmt die zweite Vorsitzende Kristine Wunderlich (Freie Wähler) dieses Amt. Stadtverordnetenvorsteher Hans-Jörg Pötsch (CDU) ist der Meinung, dass eine Nachwahl nicht nötig ist. Dem widerspricht die Kommunalaufsicht des Kreises. Von dort hieß es, dass ein erster Stellvertreter auf jeden Fall nachzuwählen sei.

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