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17.02.2017 10:07 Uhr

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Ein richtig großer Euphorieschub

Berlin (bb) Kinogänger kennen ihn als trotzigen Kämpfer für Gerechtigkeit ("Freistatt") oder als sensiblen Teenager, der sich in einen neuen Mitschüler verliebt ("Die Mitte der Welt"). Louis Hofmann ist einer der vielseitigsten deutschen Nachwuchsdarsteller. Auf der Berlinale ist der 19-Jährige deshalb der deutsche Vertreter unter den "European Shootingstars".

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Louis Hoffmann, Schauspieler und Shooting Star bei der Berlinale 2017

© Barbara Breuer

Zu Recht: Sehr facettenreich und immer glaubwürdig schlüpft der schmächtige junge Mann in seine Rollen. Dabei verkörpert er oft Figuren, denen der starke Kontrast innewohnt zwischen seinem unschuldigen, fast schon niedlichen Äußeren und dem wahren Charakter. "Ich suche mir meine Rollen nach einem guten Drehbuch, einer besonderen Rollenzeichnung und der Herausforderung aus", erklärt Louis Hofmann.

Im März kommt die Fortsetzung von "Lammbock" - "Lommbock" - in die Kinos, auch in Matthias Schweighöfers Amazon-Serie "You Are Wanted" sowie dem ersten deutschen Netflix-Mehrteiler "Dark" spielt er mit. Von Charakteren wie diesen war er weit entfernt, als er 2011 in Hermine Huntgeburths Kinofilm frech-fröhlich den "Tom Sawyer" verkörperte. Schon damals bescheinigten ihm die Kritiker ein bravouröses Spiel. Es folgten zahlreiche Rollen und Preise.

Trotzdem hat ihn die Nachricht überwältigt, dass er der deutsche Shootingstar ist: "Das war ein Gefühl, als würde sich alles öffnen in mir. Das war so ein richtig großer Euphorieschub", erzählt Louis Hofmann. Sofort hat er sich mit gleichaltrigen Kollegen wie Jannis Niewöhner, Maria Dragus und Jella Haase ausgetauscht, die sich in der Vergangenheit ebenfalls auf der Berlinale internationalen Produzenten und Castern vorstellen durften.

"Ich möchte diese Zeit nutzen, um mit meiner Arbeit wahrgenommen und gesehen zu werden", sagt der 19-Jährige, der seine internationale Karriere längst begonnen hat. Im dänischen Film "Unter dem Sand" spielte er einen deutschen Soldaten, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zusammen mit Gleichaltrigen deutsche Minen suchen muss. Der Film ist als bester fremdsprachiger Film für den Oscar nominiert - auch Louis Hofmann wird nach Los Angeles fliegen. Die Auszeichnung bei der Berlinale ist ihm trotzdem nicht weniger wert: "Bei den Oscars geht es ja vor allem um den Film, und bei der Berlinale geht es um meine Arbeit als Schauspieler. Das ist noch mal ein Unterschied."

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