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17.02.2017 10:26 Uhr - Aktualisiert 17.02.2017 10:22 Uhr

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Endspiel für Nouri - Werder-Coach hilft nur ein Sieg

Bremen (dpa) Dass sich Alexander Nouri angesichts der immer stärker werdenden Kritik an seiner Arbeit beleidigt zurückgezogen hätte, das kann man ihm nun wirklich nicht vorwerfen.

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Alexander Nouri steht in Mainz vor einem persönlichen Endspiel.

© Carmen Jaspersen/dpa

Am Sonntag mischte sich der Werder-Coach beim Auslaufen unter seine Spieler, am Dienstag stellte er sich geduldig den Medienvertretern zur XXL-Fragerunde und am Donnerstag saß er gut gelaunt Seite an Seite mit Bremens Sportdirektor Frank Baumann in der Pressekonferenz. Nouri trat die Flucht nach vorne an, auch wissend, dass die öffentlichen Auftritte womöglich seine letzten als Trainer von Werder Bremen sein könnten.

Denn die Ausganglage ist klar. Verliert Nouri mit seinem Team am Samstag (15.30 Uhr) auch beim FSV Mainz 05, dürfte seine Zeit an der Weser abgelaufen sein. Zwar sprach Baumann seinem glücklosen Coach nach dem 0:1 gegen Gladbach weiter das Vertrauen aus und nahm stattdessen die Spieler in die Pflicht. Es gebe kein Endspiel für Nouri, wiederholte Baumann gebetsmühlenartig.

Allerdings sagte der Ex-Profi auch: «Das Wohl des Vereins steht über allem.» Und: «Im Fußball lässt sich nichts ausschließen. Deshalb gibt es von uns keine Ultimaten, aber auch keine Garantien.» Das angesprochene Werder-Wohl ist schon jetzt akut gefährdet. Werder ist das einzige Erstliga-Team, das in diesem Jahr noch keinen einzigen Punkt geholt hat. Der damit gleichbedeutende Absturz auf den Relegationsplatz zeigt, wie prekär die Lage am Osterdeich ist.

Auch Baumann nennt die Situation «sehr dramatisch», schließlich weiß keiner, ob sich Werder von einem Abstieg in die 2. Liga überhaupt noch einmal erholen würde. Wirtschaftlich wäre der Verlust der Zugehörigkeit zur Beletage des deutschen Fußballs für den Verein eine Katastrophe, wo er wirtschaftlich doch gerade wieder die Kurve bekommen und zuletzt sogar einen Gewinn verzeichnet hat.

Baumann steckt daher in der Zwickmühle. Er weiß, dass auch er als vorderster sportlicher Entscheidungsträger beschädigt sein wird, wenn er innerhalb einer Saison gleich zwei Mal den Trainer wechseln muss. Nach dem Fehlgriff mit Viktor Skripnik ginge auch das missglückte Experiment mit Nouri auf seine Kappe. Aber Baumann muss eben auch das Gesamtwohl von Werder im Blick haben, weshalb er für den Fall einer Niederlage in Mainz handeln dürfte.

Im Umfeld der Grün-Weißen haben die meisten ihr Urteil bereits gefällt. Zwar gab es auch am vergangenen Samstag gegen Gladbach keine «Nouri raus»-Rufe. Doch die Stille und das lähmende Entsetzen, das nach der vierten Niederlage in Serie im Weserstadion herrschte, war fast noch schlimmer. Wenn selbst die treuen Fans, in der vergangenen Saison mit bemerkenswerter Unterstützung maßgeblich am Klassenverbleib beteiligt, den Glauben verlieren, dann ist es ernst.

Es ist nicht so, dass sie den Trainer Nouri an der Weser nicht mögen. Der 37-Jährige kommt mit seiner ruhigen, sachlichen Art durchaus an. Allerdings sind die Zweifel an seiner fachlichen Kompetenz seit der Winterpause enorm gestiegen. Vor allem taktisch lag Nouri zuletzt mehrmals daneben. Die ständigen System-Wechsel in der Defensive haben das Team weiter verunsichert. Auch dass der Coach Serge Gnabry, den Hoffnungsträger der Hinrunde, vom Flügel in die Mitte gezogen hat, wirkte sich bislang negativ aus.

«Ich bin von unserem Weg nach wie vor absolut überzeugt», sagte Nouri in dieser Woche. Doch dass die Verantwortlichen das bei der nächsten Niederlage auch noch so sehen, ist mehr als zweifelhaft. Längst kursieren Namen möglicher Nachfolger, allen voran der von Bruno Labbadia. Er kenne keine Angst um seinen Job, sagte Nouri. Dass dieser Mut ihm den Job rettet, ist nur im Falle eines Erfolges am Samstag realistisch. Sonst ist seine Zeit in Bremen vorbei.

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