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Polonaise im Reich der Sünde

Beinarbeit: Tanz Creation reißen beim Cancan die Schenkel in die Höhe. Die Gruppe wurde für ihre energiegeladenen Choreografien vom Publikum frenetisch umjubelt.
Beinarbeit: Tanz Creation reißen beim Cancan die Schenkel in die Höhe. Die Gruppe wurde für ihre energiegeladenen Choreografien vom Publikum frenetisch umjubelt. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Marco Marschall / 19.02.2017, 20:25 Uhr - Aktualisiert 20.02.2017, 18:58
Eberswalde (MOZ) Nicht nur verkleiden, sondern auch entkleiden war angesagt beim runden Geburtstag des Forstfaschings. Mit dem Motto "La Revue - so toll wie nie" verwandelte sich der "Schuppen" ins Reich der Sünde. Noch heißer wurde angeblich nur in den 80ern gefeiert.

Der Eberswalder Forstfasching feierte am Sonnabend seinen 50.Geburtstag mit einer Riesenparty im Haus Schwärzetal. Das Motto der Saison lautet "La Revue-Toll wie nie"
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50.Forstfasching

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Mit "Let me Entertain you" sind die Mitglieder des Eberswalder Forstfaschings am Sonnabend kurz nach 20Uhr zur obligatorischen Polonaise durchs Haus Schwärzetal aufgebrochen. In monatelanger Vorarbeit hatten sie diesmal die Kulissen einem Revuetheater nachempfunden. Direkt gegenüber der Bühne thronte die rote Mühle über allem. Eine Pappmaschee-Nachbildung des Moulin Rouge in Paris. Schon am Eingang zum Kulturhaus wurde der Weg in eine andere Welt deutlich. Auf einem roten Teppich flanierten die Gäste wie bei einer Hollywood-Filmpremiere ins Gebäude - begleitet vom Blitzlichtgewitter eines riesigen Fotografen.

Auch im Saal dominierte die Farbe rot. Seidentücher überspannten den Raum. Die Separees waren diesmal mit französischen Wörtern überschrieben. Noch verruchter wurde es in der Raucherlounge, deren Wände mit barbusigen Damen in eindeutigen Posen dekoriert waren. Die gab es gegen 22Uhr auch in lebendiger Form, als sich Burlesque-Tänzerin Olivia halbnackt im Champagner-Glas rekelte.

Der Forstfasching ein Ort der Sünde. Doch das sei alles noch nichts im Vergleich zu den 80ern. "Früher standen in intimeren Ecken sogar ein paar Betten, um sich zu verlustieren", sagt der als Clown verkleidete Henry, der seit 35 Jahren zum Forstfasching geht. Auch zwei Pärchen mittleren Alters konnten sich an diese Zeiten noch gut erinnern. "Stimmt", sagt Andreas im Easy-Rider-Kostüm. "Die Betten vermissen wir heute ein bisschen." Thematisch, da sind sich die Damen einig, sei die Ägypten-Party die bisher beste gewesen. Dabei kann es sich eigentlich nur um den Forstfasching 1999 handeln. "Riesenfete bei Nofretete" hieß es damals.

So hat jeder Faschingsgänger sein Lieblingsmotto. Seit einigen Jahren Publikumsliebling ist die Gruppe Tanz Creation, die auch zum 50. Forstfasching wieder energiegeladene Choreografien auf die Bühne brachte. Passend zum Thema durfte der französische Cancan natürlich nicht fehlen.

Die weiteren Programmpunkte des Abends liefen überwiegend unter dem Motto "Musical". Es tanzte die Schöne mit dem Biest und Olivia Newton-John mit John Travolta. Musik aus Tarzan und Aladin erklang. Live spielte auch zum 50. wieder die Party-Band Roof Garden, und auch die Schwärzefüße brachten ihr Ständchen. Bis 3 Uhr wurde im Saal gefeiert.

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