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Jan-Henriik Hnida 15.03.2017 22:31 Uhr - Aktualisiert 16.03.2017 10:11 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

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Antirassismus macht Schule

Schwedt (MOZ) Im Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium in Schwedt hieß es am Mittwoch: "Antirassismus macht Schule" Ziel des Antirassismustages: Aufklärung. In Workshops erfuhren Schüler viel über Diskriminierung, andere Kulturen und Spuren in Schwedt. Ein Erfahrungsaustausch mit Ausstellung, Schauspiel, Chat und Kochen.

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Ausstellung der Aufklärer: Elke Rosch vom Verein für Demokratie und Integration informiert Gauß-Gymnasiasten über die Ausstellung "Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen", die am Mittwoch in der Schule eröffnet worden ist. Die Schüler führen Bes

© MOZ/Oliver Voigt

"Was gibt's bei euch zu essen?", "Wie kommt ihr zur Schule?" oder "Wie groß ist eure Klasse?". Fragen, die nicht Mitschülern aus Berlin oder München gestellt wurden. Sondern südafrikanischen Grundschülern. Per Internet-Telefon Skype redeten die Gauß-Gymnasiasten des Workshops "Chat der Welten" mit den Kapstädtern. Erbin Dikongué aus Kamerun vermittelte das interaktive Treffen.

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Antirassismus macht Schule

Niedlich, weiß und wuschelig - Knut zog im Jahr 2007 die Berliner und später die ganze Republik in seinen Bann.  

Im Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium in Schwedt hieß es am Mittwoch: „Antirassismus macht Schule“ Ziel des Antirassismustages: Aufklärung. In Workshops erfuhren Schüler viel über Diskriminierung, andere Kulturen und Spuren in Schwedt. Ein Erfahrungsaustausch mit Ausstellung, Schauspiel, Chat und Kochen. © MOZ / Oliver Voigt

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Lauter kleine Denkfabriken verteilen sich übers Schulhaus. Von der Sportjugend Brandenburg über die Friedrich-Ebert-Stiftung bis zum Stadtmuseum wird fleißig diskutiert und aufgeklärt. "In Berlin bin ich in eine Nazi-Schlägerei geraten", sagt Nikolas. Der 15-Jährige wollte schlichten - und wurde selbst Opfer. Zum Glück ohne Verletzung. Vorn steht der Journalist und Blogger Peter Huth. Der Verfasser der Internetseite "Gegenrede" klärt über Reichsbürger und ihre Maschen auf. Zum Beispiel den Pass zerreißen. "Eine vermeintliche Möglichkeit, um Schulden loszuwerden." Der kulturelle Horizont wird in "Fahrt nach Jerusalem" und "Alltag im Islam" erweitert. "Shalom!", wünscht Jannes. Das ist hebräisch und bedeutet Frieden. Mal nach Israel reisen? "Nicht unbedingt, da ist ja Krieg." Sprache und Politik sind leider nicht dasselbe.

"Ein Hakenkreuz in die Schultoilette malen. Strafbar?", fragt Jugendrichter Jan Wilke. Zum Thema "Rassistische Pöbeleien - nur Dumme-Jungen-Streiche?" berichtet der Sprecher des Schwedter Amtsgerichts aus seinem Arbeitsalltag. Der 14-jährige Täter musste wegen der Schmiererei vor Gericht. Ein Junge hat sich ein T-Shirt mit SS-Runen bestellt. "Das Tragen des Shirts ist strafbar", meint Finn. Richtig, trotz legaler Internetseite. Als Höhepunkt sollen die Schüler einen leicht verfremdeten Prozessfall nachspielen. Wilke schildert, wie der 17-jährige Anton S. am 2. Januar 2016 in einem Schwedter Restaurant auf den Kenianer Thomas O. trifft. Anton S. beleidigt diesen als "Neger" und schlägt ihm ins Gesicht. Am Ende ruft Anton noch "Wenn Hitler noch an der Macht wäre, wäre alles anders!" und macht den Hitler-Gruß. Wie urteilt das Schülergericht? Vier Jahre Freiheitsstrafe auf Bewährung. Rechtlich ist es allerdings so, dass eine Bewährung bei dieser Strafhöhe nicht möglich wäre.

Im Foyer eröffnet mittags der SPD-Landtagsabgeordnete Mike Bischoff die Ausstellung "Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen". Hartmut Knispel von der Flüchtlingshilfe informiert: 1331 Ausländer leben in Schwedt. Ein Ausländer kommt auf 22 Schwedter. 476 Ausländer sind Flüchtlinge. "Rechnet man das so um, kommt ein Flüchtling auf 62 Schwedter. Ist das Überfremdung, wie die AfD uns weismachen will? Ich denke: Nein!"

Elke Rosch vom Verein für Demokratie und Integration informiert Marc und seine Mitstreiter über die Ausstellung. Sie führen später Besucher. "Meine Themen sind "Gefahren für die Demokratie' und "Warum Demokratie?'", sagt der 14-Jährige. Menschen sollten zusammenarbeiten. Immer wieder aufs Neue. Egal, welche Hautfarbe, Nationalität, Religion oder ob sie eine Behinderung haben.

Beim Pausenkonzert der polnischen Gruppe "Na Górze" wird genau das praktiziert. Behinderte und gesunde Menschen machen zusammen Punk-Rock-Musik. "Na Górze!" heißt "Nach oben!". Über den Tellerrand, oben drüber hinausblicken. Das taten die kleinen Gaußschen Denkfabriken.

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