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Stefan Zwahr 16.03.2017 09:37 Uhr
Red. Hennigsdorf, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

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Veltener Zweitligaspieler Männel: "Mein Ziel bleibt die Erste Bundesliga"

(HGA) Martin Männel hat sich den Traum vom Profifußball erfüllt. Der Veltener, der am heutigen Donnerstag seinen 29. Geburtstag feiert, steht im Tor des Zweitligisten Erzgebirge Aue. Im Gespräch mit Stefan Zwahr spricht der Keeper über den Abstiegskampf, seine schwere Verletzung, den neuen Trainer und seine sportliche Zukunft.

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Torwart und Chef auf dem Platz: Martin Männel ist Kapitän des FC Erzgebirge Aue.

© imago/Dünhölter SportPresseFot

Wie ist denn die Stimmung in der Woche nach dem Sieg im Kellerduell?

Die ist natürlich gut. Auch im Spiel gegen Bielefeld in der Woche davor, wo wir nach einem 0:2-Rückstand noch einen Punkt geholt haben, ging es für uns um sehr viel. Wenn du dann gegen Karlsruhe gewinnst, die spielerisch deutlich besser waren als die Arminia, ist das super. Darum sind wir guter Dinge, was die nächsten Wochen angeht.

In fünf der zehn noch ausstehenden Partien spielt Aue daheim. Ist das bei Eurer Heimbilanz von zwölf Punkten aus zwölf Spielen überhaupt ein Vorteil?

Es ist schwer zu sagen, warum wir uns im eigenen Stadion so schwer tun. In der Hinrunde haben wir daheim gegen Union, Stuttgart und Braunschweig. Da waren ein paar richtig gute Truppen bei. Die Gegner waren nicht immer besser. Wir haben oft einfache Fehler gemacht. So wurden einfach Tore geschossen gegen uns. Es es ist schwer, immer wieder gegen Rückstände anzukämpfen. Zuletzt hatten wir aber eine relativ gute Tendenz, wenn man mal das 1:4 gegen Dresden ausklammert.

Aue gehört seit Ende September durchweg zu den drei schlechtesten Teams im Klassement. Geistert die Tabelle immer vor dem Augen rum?

Es ist klar, dass du mit dieser Situation immer konfrontiert wirst. Uns allen ist bewusst, dass jeder sein Bestes geben muss. Wenn man versteift, nimmt es einen Negativlauf. Darum ist es schon wichtig, gewisse Gedanken beiseite zu schieben. Es weiß jeder, worum es geht. Und das war auch schon vor der Saison so. Dass wir gegen den Abstieg spielen, überrascht niemanden. Anders ist das bei Bielefeld, St. Pauli oder auch 1860. Und auch bei unserem nächsten Gegner Bochum. Die alle haben sich selbst nicht da unten gesehen. Darum ist für sie sie schwieriger, mit dieser Situation klarzukommen. Auch Sie mussten durch schwierige Situationen, waren in der Hinrunde lange Zeit verletzt. Ist mit dem Ellenbogen wieder alles schick?

Mittlerweile ist die Verletzung völlig ausgeheilt. Es ist nicht so wie vorher und wird das wohl auch nicht. Aber es beeinträchtigt mich nicht beim Fußball. Alles ist gut. Das klang nach den ersten Prognosen anders. Da war von einer Pause von einem halben Jahr die Rede - und das war die optimistischste Aussage. Auf der anderen Seite war von Karriereende die Rede. Ich habe von Tag zu Tag geschaut. Für mich war psychologisch wichtig, noch vor dem Winter wieder einzusteigen.

Sie haben durch die Verletzung elf Spiele verpasst. Kommt da auch beim Kapitän die Angst, den Stammplatz zu verlieren?

Nein, solche Gedanken haben nie eine Rolle gespielt. Weil die Prognose sehr schlecht war, ging es nur darum, überhaupt zurückzukehren. Als ih dann zum ersten Mal wieder trainiert habe, war das eine große emotionale Geschichte. Bis dahin habe ich mich natürlich nicht über die vielen Gegentore gefreut, habe mitgelitten. Die Frage nach dem Stammplatz hat sich auch nicht gestellt. Unsere Trainer hat immer gesagt, dass ich wieder stehe, sobald ich fit bin. Aber nochmal: Mein Schicksal war zweitrangig. Der mannschaftliche Erfolg stand immer darüber.

Damals war Pavel Dotchev Trainer, seit Anfang des Monats ist es Domenico Tedesco. Wie läuft es mit ihm?

Er ist relativ schnell angekommen. Wir verbringen viel Zeit miteinander. Er versucht, jedes Training intensiv zu nutzen. Es gibt gemeinsame Abendessen und Videoeinheiten, wo unsere Spiele analysiert wurden. Er hat ganz klar Wert darauf gelegt, wo wir Schwachpunkte haben. Nun versucht er Optionen aufzuzeigen, wie wir vorankommen. Als Typ wurde er schnell in der Mannschaft akzeptiert. Und wenn du dann gleich einen Sieg einfährst, beflügelt das die Sache. Er ist sehr kompetent und hat einen klaren Plan, wie er spielen möchte. Es ist sehr einfach ihm zu folgen, weil er einfache Optionen präsentiert, die einen großen Effekt haben.

Sie haben im Erzgebirge einen Vertrag bis 2019. Was würde nach einem Abstieg passieren?

Mein Vertrag gilt nur für die zweite Liga. Aber darüber denke ich nicht nach. Es geht nur darum, in den kommenden Wochen und Monaten zu punkten.

Gibt es einen Karriereplan, aus dem hervorgeht, nach fast einem Jahrzehnt bei Aue noch etwas anderes erleben zu wollen?

Ausschließen kann man grundsätzlich nie irgendwas. Ich bin in meinem neunten Jahr in Aue und fühle mich natürlich sehr wohl. Aber als Sportler hat man immer Ehrgeiz, um nach Höherem zu streben. Mein großes Ziel war immer die Erste Bundesliga, das ist immer noch so. Wenn einer kommt, und du hast die realistische Chance auf regelmäßige Einsätze, wäre es dumm, wenn du das ignorieren würdest. Ein Wechsel innerhalb der zweiten oder sogar in die 3. Bundesliga würde für mich aber keinen Sinn machen.

Wie sind Sie eigentlich zum Publikumsliebling in Aue geworden?

Ich denke, die Menschen hier sehr dankbar dafür, was ich mit der Mannschaft geschafft habe. Wir sind zweimal aufgestiegen, ich habe als Keeper ein Tor gemacht. Das merken sich die Fans. Und vor allem bin ich ehrlich und geradeaus. Wenn ich nach Kritik anderer Meinung war oder fand, dass es Lob gab, wo es nichts zu loben gab, habe ich es gesagt. Auch mit unserer Ultraszene rede ich immer ehrlich und geradeaus.

Apropos ehrlich. Ihr Bruder Philipp verließ vor der Saison Ihren Heimatverein und wechselte nach Bötzow. Sind Sie dadurch Fan der Eintracht geworden?

Natürlich schaue ich mir an, wie er spielt. Unsere Mama ist da auch sehr aktiv, schickt regelmäßig Artikel weiter. Auch dadurch bleibe ich immer im Bilde. Ich drücke beiden Vereinen die Daumen und wünsche meinem Bruder, dass er immer erfolgreich spielt. Er ist ja regelmäßig erfolgreich. Das macht er schon in großer Manier.

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