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Abgeordneter ignoriert Flüchtlinge

Vor Ort: Bundestagsabgeordneter Uwe Feiler (Mitte) diskutiert mit JFFZ-Leiter Dietmar Pustai (links) über Jugendarbeit.
Vor Ort: Bundestagsabgeordneter Uwe Feiler (Mitte) diskutiert mit JFFZ-Leiter Dietmar Pustai (links) über Jugendarbeit. © Foto: HGA/Roland Becker
Roland Becker / 17.03.2017, 06:22 Uhr
Hennigsdorf (HGA) Wer wissen will, wie es mit der Jugendarbeit in Hennigsdorf steht, der ist im Jugendclub Konradsberg genau richtig. Der hiesige Bundestagsabgeordnete Uwe Feiler (CDU) nutzte in dieser Woche die Möglichkeit, sich mit den Mitarbeitern über die stationäre und mobile Jugendarbeit ebenso zu unterhalten wie über das Engagement für junge Flüchtlinge.

Bei selbst gebackenem Apfelkuchen und Muffins erfuhr Feiler, dass die Begegnung von jungen Hennigsdorfern und Flüchtlingen viel dazu beiträgt, zu Hause gehörte Vorurteile abzubauen. "In den Elternhäusern wird viel von Überfremdungsängsten erzählt. Hier können wir das durch direkte Begegnungen auffangen. Sonst sähe es in Hennigsdorf ganz anders aus", beschrieb Dietmar Pustai, Leiter des JFFZ Konradsberg, die Situation. Diese Begegnungen, aber auch der Freizeitraum, den sich Flüchtlinge geschaffen haben, seien Orte, die Begegnungen ermöglichen. Zudem gebe es viele Hennigsdorfer, die Asylsuchende unter die Arme greifen. "Ich finde diese Unterstützung toll und nachahmenswert für andere Kommunen", lobte Feiler. Aus seinem Heimatdorf wisse er, wie sich zum Beispiel bei einem gemeinsamen Fußballspiel anfängliche Ablehnung in Hilfsbereitschaft wandeln kann.

Der für den Flüchtlingstreff verantwortliche Alexander Piskorz wies allerdings darauf hin, dass die Politik hinsichtlich der Zulassung zu Deutschkursen und zum Arbeitsmarkt flexibler werden müsse. "Die Leute kommen hochmotiviert hier an. Aber irgendwann kippt das, wenn sie nichts tun können", weiß er aus Erfahrung. Die den Besuch begleitende hiesige CDU-Fraktionschefin Birgit Tornow-Wendland musste sich von den Fachleuten korrigieren lassen, dass über diese Probleme sehr wohl auf Bundes- und nicht auf Landesebene entschieden wird.

"Weshalb hat man nicht aus den Fehlern früherer Flüchtlingswellen gelernt?", wollte der 20-jährige Irfan Abaci wissen und fügte an: "Meine Eltern hatten vor Jahrzehnten auch schon diese Probleme." Feiler verwies darauf, dass eine Flüchtlingswelle solchen Ausmaßes bislang unbekannt gewesen sei.

Der CDU-Politiker bot auch den von Piskorz erwähnten drei Afghanen keine Hilfe an, die demnächst abgeschoben werden sollen. Überhaupt ignorierte der Abgeordnete die im selben Raum sitzenden knapp 20 jungen Flüchtlinge. Weder gab er ihnen zur Begrüßung die Hand, noch verabschiedete er sich von ihnen.

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