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SPD-Politikerin beklagt geringe Kulturförderung

Kulturfrühstück: Die SPD-Politikerinnen Ulrike Liedke und Jutta Lieske (v.l.) im Bad Freienwalder Film-Theater.
Kulturfrühstück: Die SPD-Politikerinnen Ulrike Liedke und Jutta Lieske (v.l.) im Bad Freienwalder Film-Theater. © Foto: MOZ/Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 17.03.2017, 19:57 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) "Kultur ist Nahrung für Geist und Seele", sagte die SPD-Landtagsabgeordnete Jutta Lieske im von Matthias Raupach geführten Film-Theater in Bad Freienwalde. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Ulrike Liedtke, Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion für Kulturpolitik, hatte sie Kulturschaffende sowie Vertreter von Museen und Vereinen zu einem Kulturfrühstück eingeladen. Die Politikerinnen berichteten über Kulturthemen, hatten aber auch ein offenes Ohr für Probleme.

Sie habe als SPD-Politikerin 26 Anträge an die SPD-Landesregierung gestellt. "Unbeliebter kann man sich nicht machen", sagte Ulrike Liedke, die seit 2014 im Landtag ist und bis dahin als Gründungsdirektorin der Musikakademie Rheinsberg tätig war. Sie habe mehr Geld für den Denkmalschutz sowie ein Orgelprogramm gefordert, das mit der Einschränkung gewährt worden sei, dass es nur für die Sanierung historischer Orgeln zur Verfügung stehe. Zudem habe sie eine Million Euro für freie Träger zugestanden bekommen. Eine ihre Forderungen sei, dass beim Bauen öffentlicher Gebäude ein Prozent der Bausumme für Kunst am Bau verwendet werde. Ferner sollen die Musikschulen 2,5 Millionen Euro mehr bekommen. "Das ist sehr, sehr viel Geld", erklärte die SPD-Politikerin. 0,9 Prozent aller Ausgaben in Brandenburg seien für die Kultur. "Das ist zu wenig", erklärte sie weiter.

Bei der Diskussion gab es Kritik an der Praxis der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA), die zum Schutz der Komponisten Gebühren einfordert. Für das 45-minütige Konzert einer Sängerin sollte der Förderverein Dorfkirche Wollenberg neben der Gage für die Sängerin zusätzlich 450 Euro an die GEMA bezahlen. "Kleine Vereine wie wir können sich das nicht leisten", sagte Renate Zschärlich. Dass die Künstler zu ihrem Recht kommen, sei verständlich. Die Gebühren seien dennoch zu hoch.

Almut Undisz vom Theater am Rand kritisierte, dass nur die Ausstattung von kleinen Theatern gefördert werde, nicht Inhalte. Die Zollbrücker Kulturstätte veranstalte häufig Jazz-Konzerte auch mit Nachwuchs-Musikern, mit denen sich nicht übermäßig Einnahmen erzielen lassen, wenn nicht gerade Uschi Brüning komme. "Engagieren Sie Uschi Brüning zusammen mit einem jungen Ensemble, sie macht das", regte Ulrike Liedtke an.

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