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Aileen Hohnstein 20.03.2017 06:52 Uhr
Red. Hennigsdorf, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

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Kammerchor feiert 55-jähriges Bestehen

Hennigsdorf (HGA) Zum 55. Jubiläum gab es am Wochenende etwas Besonderes: Der Kammerchor "Leo Wistuba" öffnete seine Proben für die Öffentlichkeit. Ein paar Neugierige kamen und sangen mit. Geprobt wurde für ein Konzert mit dem Jugendorchester der Musikschule Hennigsdorf für den 21. Mai.

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Voller Einsatz: Am Keyboard und mit vielen Handzeichen leitete Andreas Wiedermann bei der offenen Chorprobe am Sonnabend seine Sänger an. Mehr als 30 Mitglieder und einige Gäste waren dabei.

© Aileen Hohnstein

"Da liegt Dramatik drin", feuert Andreas Wiedermann die mehr als 30 Menschen an, die vor ihm in der Alten Feuerwache sitzen. Sie sollen sich in die Musik fallen lassen, ihre Stimmen sollen Bachs "Air" zum Leben erwecken. Mit seinen Händen fährt er immer wieder durch die Luft, zeigt an, ob der Tenor an der Reihe ist, ob eine Passage leiser oder lauter gesungen werden muss oder auch einfach, ob er zufrieden ist mit dem, was er hört. Andreas Wiedermann ist Chorleiter des Kammerchors Leo Wistuba", seit elf Jahren schon. Am Sonnabend zeigten er und das gut 30-köpfige Ensemble, wie anstrengend, aber auch wie lustig eine Chorprobe sein kann.

Der Anlass war ein besonderer. Am 19. März 1982 wurde der Chor gegründet. Zum Jubiläum wurde im Vorfeld ein Tag der offenen Chorprobe geplant. Denn: Damit der Chor auch weiterhin in der hohen Qualität bestehen kann, braucht es neue Mitglieder, vor allem sangesfreudige Männer.

Um die 100 Lieder umfasst das Repertoire des Chores. "Wir haben ein anspruchsvolles Programm, deshalb haben wir auch wöchentliche Proben unter einem strengen Dirigenten. Es wird aber auch immer gelacht", erzählt Vereinsvorsitzende Sybille Kutschke-Stange. "Dass ich erleben kann, wie sehr der Chor Andreas Wiedermann folgt, seiner Gestik und Mimik, das finde ich fantastisch", schwärmt sie. Auch wenn der Kammerchor gut dasteht, sich auf den bisherigen Leistungen auszuruhen, kommt für Sybille Kutschke-Stange nicht in Frage: "Ich sehe der Zukunft nicht gelassen entgegen, dann ist man schon verloren." Also heißt es künftig weiter: fleißig weiterproben, neue Stücke einstudieren, neue Mitglieder finden.

Doch am Sonnabend geht der Blick nicht nur in die Zukunft, sondern auch zurück in die Vergangenheit. Leo Wistuba - der Geist vom Namensgeber des Kammerchors schwebt 23 Jahre nach dessen Tod noch über den Proben. "Dass es uns heute noch gibt, dass wir nicht nach der Wende auseinandergegangen sind, dafür sorgt sein Name. Leo Wistuba, der Name verpflichtet", ist sich Tenor Josef Lehrach sicher. Seit 31 Jahren ist er dabei, hat noch unter Leo Wistuba gesungen, den er als Vaterfigur bezeichnet.

Eine Vaterfigur, das ist Andreas Wiedermann vielleicht nicht. Aber man merkt ihm den Spaß an seiner Arbeit an. "Viel Musikalität und Freude ist bei den Proben wichtig", sagt er. Das kann er seinen Sängern vermitteln. Auch, wenn es hakt, weil Klatschen und gleichzeitiges Singen nicht funktionieren - ein Lächeln und Lachen ist trotzdem immer wieder auszumachen.

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