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Friedhelm Brennecke 21.03.2017 05:30 Uhr
Red. Oranienburg, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

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OWG baut 55 neue Wohnungen

Oranienburg (OGA) Noch vor gut 15 Jahren rieten Gutachter der Stadt und ihren großen Wohnungsbauunternehmen, rund 1 500 Wohneinheiten mangels Nachfrage abreißen zu lassen. Der damalige Leerstand ist längst Geschichte. Wohnungen sind inzwischen Mangelware. Oranienburg braucht dringend weitere Neubauten.

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Ansicht West: Zum Innenhof zeigt sich das Haus in dieser Form. Hier sind auch die Balkone der mittleren Wohnebene zu erkennen.

© MZV

"Wir wollen dazu unseren Beitrag leisten", sagen Lutz Lachmann und Bernd Küken unisono. Die beiden Vorstände der Oranienburger Wohnungsbaugenossenschaft (OWG) beschäftigen sich bereits seit Längerem mit dem Thema fehlender Wohnungen. Schon seit geraumer Zeit hatten sie auch das lange brachliegende Grundstück an der Straße der Einheit 32/34 im Auge, an dem vor einigen Jahren noch ein Discounter Interesse angemeldet hatte. Die Stadt verhinderte damals mit Bebauungsplänen allerdings, dass sich noch mehr solcher Märkte an gut frequentierten Straßen niederlassen dürfen.

Die OWG nutzte dies, ließ schon mal planen, ist aber erst im Januar Eigentümer des rund 4 700 Quadratmeter großen Grundstücks an der Straße der Einheit geworden, das im Norden von der Waldstraße und im Süden von der Eberswalder Straße begrenzt wird. Drei dreigeschossige Häuserblöcke, die sich an den drei Straßen erstrecken, geben dem Kiez in der Nähe der Gedenkstätte Sachsenhauen künftig eine Fassung. 55 Zwei- und Dreiraumwohnungen zwischen 60 und 85 Quadratmetern sind dort geplant.

Terrassen gibt es für die Mieter im Parterre und im dritten Geschoss. "Das ist möglich, weil die oberen Geschosse zurückversetzt sind und so ein Freiraum entsteht. Alle Mieter im Mittelgeschoss können sich auf Balkone freuen", sagt Bernd Küken. Und Lutz Lachmann ergänzt: "Terrassen und Balkone sind zur Süd- und zur Südwestseite angeordnet, befinden sich also auf der Sonnenseite."

Natürlich werden die Neubauten über Aufzüge verfügen, um sie barrierefrei zu erreichen. Acht Wohnungen sind überdies behindertengerecht. "Die Nachfrage nach solchen Wohnungen steigt, und wir wollen dem gern Rechnung tragen", sagt Lachmann.

Ein recht großer Innenbereich zwischen den drei Häuserblöcken wird durch zwei private Wege von der Wald- und der Eberswalder Straße aus erschlossen. Eine Ausfahrt zur Straße der Einheit ist ebenfalls geplant. Neben einer großen Grünfläche bietet der Innenbereich Raum für die nötigen Autostellplätze, darunter zehn für Menschen mit Handicap. Auch Fahrradgaragen werden dort entstehen.

Auf eine öffentliche Förderung ihres Bauvorhabens verzichtet die OWG, weil damit unter anderem zusätzliche Auflagen verbunden seien. Über Darlehen und Eigenmittel bringt die Genossenschaft die rund 9,6 Millionen Euro auf, die sie an der Straße der Einheit investieren wird. "Nach unserer Kalkulation werden sich die Mieten auf zehn bis elf Euro belaufen. Genau wissen wir das erst, wenn das Bauvorhaben im August 2018 abgeschlossen ist", sagt Lachmann. Günstiger könne man bei den aktuellen Auflagen, vor allem in energetischer Hinsicht, nicht mehr bauen. "Allein mehr als zehn Prozent der Kosten sind bereits angefallen, bevor am Ort des Geschehens überhaupt etwas sichtbar wird", sagt Küken. Er meint damit unter anderem Grunderwerbssteuern, Notariats- und Planungskosten.

Derzeit liegt der durchschnittliche Mietpreis für die Genossenschaftswohnungen bei 5,20 Euro. "Seit 20 Jahren hat die OWG ihre Mieten nicht erhöht", werten Lachmann und Küken als gutes Zeichen für die Mieter in den knapp 3 000 Wohnungen, die die Genossenschaft in der Kernstadt von Oranienburg ihr Eigen nennt. "Diesen Kurs des wohlüberlegten, soliden und wirtschaftlich vertretbaren Bauens wollen wir fortsetzen", sind sich die beiden Vorstände einig.

Mieter der OWG können übrigens nur "Genossen", also Mitglieder, werden. Wer dies vorhat, muss Anteile erwerben. Ein Anteil beträgt 357,90 Euro. Fünf Anteile sind nötig, wenn man eine Dreiraumwohnung beziehen möchte, vier Anteile reichen für eine Zweiraumwohnung. "Dazu kommt noch ein Eintrittsgeld von 51,13 Euro. Die krummen Summen stammen aus der D-Mark-Zeit. 700 DM pro Anteil und 100 DM als Eintrittsgeld - auch das haben wir nicht erhöht", erklärt Lachmann.

Froh sind die beiden Vorstände zudem, dass sie der Parole vom massenhaften Abriss, die vor gut 15 Jahren ausgegeben worden war, nicht gefolgt seien. Jetzt gelte es, sich behutsam auf eine stärkere Nachfrage einzustellen. Doch auch dabei wollen Küken und Lachmann die Bodenhaftung nicht verlieren. "Denn niemand weiß, wie es um den Wohnungsmarkt in Oranienburg in 15 Jahren wirklich bestellt ist", sagt Küken.

Die 55 neuen Wohnungen an der Straße der Einheit dürften schnell Mieter finden. Auch für den geplanten OWG-Wohnpark an der Kremmener Straße mit mehr als 120 Wohneinheiten sind beide Vorstände optimistisch. Wenn die Planungen weiterhin gut vorangingen - die Bombensuche ist vorige Woche abgeschlossen worden - könnten sich dort 2019/20 die Kräne drehen.

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