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Oliver Schwers 21.03.2017 05:56 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

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Ausbildung geht unter

Pinnow (MOZ) Uckermärkische Feuerwehrleute bekommen immer weniger Chancen auf Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule. Der Bedarf übersteigt die genehmigten Plätze erheblich. Diese Bildungsmisere kritisiert jetzt der Feuerwehrverband. Es fehlen Lehrkräfte.

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"Es bedarf keiner weiteren Diskussion": Lutz Timm vom Feuerwehrverband schimpft über das Ausbildungsmanko an der Landesfeuerwehrschule Eisenhüttenstadt.

© MOZ/Oliver Voigt

Das Problem wird seit Jahren immer wieder verschoben: Schon 2008 meldete die Uckermark 243 Lehrgangsplätze in der Landesfeuerwehrschule Eisenhüttenstadt an. Nur 160 davon wurden genehmigt. Im vergangenen Jahr nun der absolute Tiefpunkt: Von 303 beantragten Plätzen bestätigte die Schule nur 114. Das sind gerade mal 38 Prozent. "Nicht mehr akzeptabel", so die Reaktion von Lutz Timm, Chef des Uckermärkischen Feuerwehrverbands Angermünde. Da all die Jahre ein stetig größerer Bedarf angezeigt werde, sei es unverständlich, dass es "immer wieder regelmäßig Reibereien um Lehrstellen an der Landesfeuerwehrschule gibt".

Regelrecht sauer über Formen gesellschaftlicher Entwicklungen wie Pöbeleien, Handgreiflichkeiten und Behinderungen von Rettungskräften geißelt Timm in diesem Zusammenhang das Sparen an der Bildung. "Das bedarf keiner weiteren Diskussion, hier darf nicht weiter eingespart werden", lautet sein Appell auf der jüngsten Versammlung des Feuerwehrverbands in Pinnow vor zahlreichen Vertretern aus der Politik und von Kommunen.

Doch der Ruf des Verbands ist keinesfalls neu. Schon seit Jahren macht Kreisbrandmeister Wolfgang Loose regelmäßig in seinem Jahresbericht an den Kreistag auf fehlende Lehrgangsplätze und den Ausbildungsbedarf aufmerksam. Doch die Abgeordneten nehmen das Papier in ebensolcher Regelmäßigkeit lediglich zur Kenntnis. Passiert ist gar nichts.

Dabei ist die Grundausbildung, aber auch die Weiterbildung von Führungskräften für die Feuerwehrstruktur immens wichtig. Gerade bei der Rekrutierung von aktiven Feuerwehrleuten, deren Zahl in ganz Brandenburg geradezu dramatisch sinkt, sind Lehrgangsplätze oft der Einstieg in eine lebenslange ehrenamtliche Brandschutzkarriere.

Der Ausbildungsstau sei nicht von der Hand zu weisen, bestätigt Heinz Rudolph, Leiter der Landesfeuerwehrschule Eisenhüttenstadt. Zwar würden die Mitgliederzahlen bei den Feuerwehren generell sinken, aber man könne den Bedarf an Lehrgangsplätzen dennoch nicht decken. Dafür gebe es mehrere Ursachen: Einerseits habe man die klassische Führungskräfteausbildung verlagern müssen, um der Zivil- und Katastrophenschutzausbildung mehr Platz zu geben. Andererseits sei auch die Vielfalt größer geworden. So müsse man inzwischen auch Lehrgänge für Digitalfunk anbieten, was es früher gar nicht gab. Hinzu kommt der wachsende Bedarf an Ausbildung für hauptberufliche Kräfte, die sehr viel Zeit in Anspruch nehmen würden. "Das Land hat aber den Trend erkannt und die entsprechenden Schlussfolgerungen gezogen", so Rudolph. Zurzeit laufen Ausschreibungen für zwei zusätzliche Stellen an der Landesfeuerwehrschule. Die Effekte würden nicht sofort spürbar sein, aber ihre Auswirkungen Ende dieses Jahres oder im nächsten Jahr zeigen. "Die Zeichen der Zeit sind verstanden worden."

Damit kann die Uckermark nun hoffen, im kommenden Jahr doch wieder besser berücksichtigt zu werden.

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