to_top_picture
Anmelden
Anmelden

Freitag, 26. Mai 2017
ABO-ButtonePaper-ButtonKONTAKT-Button


Sie haben 8 von 10 Gratis-Artikeln gelesen.
x
Registrieren Sie sich jetzt und lesen Sie im Monat bis zu 20 Artikel kostenlos.
Jetzt kostenlos registrieren
Bereits registriert? Bitte anmelden

Margrit Meier 21.03.2017 06:20 Uhr
Red. Strausberg, strausberg-red@moz.de

artikel-ansicht/dg/0/

Realität überholt eigene Ziele

Petershagen-Eggersdorf (MOZ) Rund 100 Männer und Frauen nahmen die Einladung der Planergemeinschaft für Stadt und Raum zur Bürgerwerkstatt an und teil. In deren Mittelpunkt stand die Frage: Wie soll sich das Doppeldorf in den nächsten Jahren entwickeln?

artikel-ansicht/dg/0/1/1560858/
 

Natur und Umwelt: Alle Teilnehmer der Bürgerwerkstatt konnten sich in jedem Themenbereich einbringen. Hier moderiert Paul Richter von der Planergemeinschaft den Themenbereich Natur und Umwelt.

© MOZ/Margrit Meier

Immer mehr ziehen in die Randgemeinden von Berlin. Immer mehr wollen Bauland, brauchen einen Kita- oder Schulplatz, wollen sich in ihrer Freizeit vergnügen, möchten mit Bus und Bahn fahren, verlangen Radwege und gute Straßen. Für die Verwaltung, sagte Baufachbereichsleiterin Carmen Schiene, bedeute dies einen enormen Druck. Denn es ergäbe sich ein Konflikt zwischen dem Erhalt von Grünflächen und dem aktuellen Baugeschehen. "Die Realität überholt unsere eigenen Ziele", sagte sie. Und verwies auf das im Leitbild festgezurrte Ziel, dass Baugrundstücke nicht kleiner als 800 Quadratmeter sein sollen. Die Praxis aber sieht so aus, dass Bauland geteilt werden kann und so viel kleinere Parzellen entstehen.

Die Planergemeinschaft Stadt und Raum ist beauftragt, eine Ortsentwicklungskonzeption mit wohnungspolitischer Umsetzungsstrategie zu entwickeln. Das Doppeldorf ist eine von wenigen Gemeinden, in denen sozialer Wohnungsbau gefördert werden soll. Doch wo könnten Wohnungen/Häuser für unterschiedliche Zielgruppen und Generationen entstehen? Wie ist das Siedlungsbild mit der Natur und Umwelt vereinbar? Welche Ansprüche/Ideen haben die Bewohner in Fragen der Bildung, Kultur, Versorgung und Verkehr? Und wie sollen sich Gewerbe und Tourismus entwickeln? Diese Themenfelder waren es dann auch, bei denen die Gekommenen gebeten wurden, sich einzubringen.

Und die ließen sich nicht lange bitten. Schrieben fleißig auf Zettel, was ihnen einfällt. Zum Schluss wurde alles zusammengefasst. Die Planer prüfen jetzt jeden einzeln Vorschlag auf seine Umsetzbarkeit und wollen schauen, was in die Konzeption mit einfließen kann.

Behutsam - so soll sich der Bereich rund um den S-Bahnhof als neue Ortsmitte entwickeln. Nicht gleich alles voll bauen und zupflastern, sondern entstehen lassen, hieß es aus der Werkstatt. Mit kurzen Wegen für ältere Bürger und vielen Einkaufsmöglichkeiten samt zentraler Bibliothek. Für Touristen werde ein Café gewünscht. Und, dass das Doppeldorf so grün bleibt. Immer mal ein Waldabschnitt zwischen der Bebauung. Ein Bürger hatte aufgeschrieben: "Ich will mich nicht erst 20 Minuten aufs Fahrrad setzen müssen, um Wald zu sehen."

Bei den sozialen Infrastrukturfragen ging es den Teilnehmern darum, dass der Bus- dem S-Bahn-Takt angepasst wird. Es sollte eine Fuß- und Radwegeverbindung über das Mühlenfließ sowie einen Ortsrundwanderweg und mehr Tischtennisplatten sowie ein Ärztezentrum geben. Auch die Idee, vor der Grundschule Eggersdorf eine Einbahnstraße auszuweisen, wurde vorgeschlagen.

Es gebe zu wenig kleine Wohnungen für junge Familien, junge oder alte Singles. Da müsse dringend etwas passieren. Als geeigneter Standort wurde die von der Planergemeinschaft schon in den Ring geworfene Fläche der alten Gärtnerei an der Landsberger Straße begrüßt. Hier könnten dreigeschossige Häuser entstehen, die über Mietergärten verfügen. "Wir wollen nicht in einem Altendorf wohnen", hieß es. Die gesunde Mischung sei das A und O. Auch das Reichelt-Grundstück am S-Bahnhof sei später mal geeignet, es mit solchen Wohnungen zu bebauen, hieß es. Wenn die Gemeinde selbst nicht bauen wolle, dann sollte man Wohnungsgesellschaften aus anderen Orten ansprechen, wurde vorgeschlagen.

In Sachen Tourismus und Gewerbe wurde vorgeschlagen, statt über den Verkauf des Hauses am Bötzsee besser über dessen Erweiterung nachzudenken. Ein kleiner Flanierbereich samt Minigolfanlage am Bötzsee wurden gewünscht. Bei Bund und Land sollte intensiv nachgefragt werden, welche finanzielle Unterstützung die Berliner Randgemeinden bekommen. Denn sie müssten hier sehr viel mehr für das Gemeinwohl stemmen als andere.

Wer sich mit seinen Vorschlägen noch einbringen will, schickt eine E-Mail: oek@planergemeinschaft.de. Im April tagen Ortsentwicklungs- und Bauausschuss gemeinsam und öffentlich dazu.

Artikel empfehlen

Artikel kommentieren

Seite empfehlen

Nachricht an die Redaktion

Druckversion

Lesen Sie auch...

Artikel kommentieren   Lesezeichen setzen   Nachricht an die Redaktion   Druckversion

Regionalnavigator

Landkreiskarte Brandenburg Ostprignitz-Ruppin Potsdam-Mittelmark Brandenburg/Havel
MOZ

Ort, PLZ oder Redaktion