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Deutsch-Senegalesische Jugendbegegnung an der Hutten-Oberschule geht in die zweite Woche

Ersthelfer-Ausbildung für Austauschschüler

Sanitätsübung: Jeremy Pieske legt seinem Gastbruder Paul Diatta einen Druckverband an. Zurzeit sind zwölf Jugendliche und zwei Lehrer aus dem Senegal an der Huttenschule zu Gast.
Sanitätsübung: Jeremy Pieske legt seinem Gastbruder Paul Diatta einen Druckverband an. Zurzeit sind zwölf Jugendliche und zwei Lehrer aus dem Senegal an der Huttenschule zu Gast. © Foto: MOZ/Thomas Gutke
Thomas Gutke / 21.03.2017, 07:02 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Druckverbände an Armen und Köpfen, Reanimitionsversuche, Jugendliche in stabiler Seitenlage: Im Klassenzimmer von Antje Steglich geht es am Montagvormittag zu wie im Lazarett. Doch keine Angst, an der Hutten-Oberschule ist nichts Schlimmes passiert. Ganz im Gegenteil: Die Erste-Hilfe-Maßnahmen sind Teil einer höchst lebendigen, deutsch-senegalischen Jugendbegegnung.

Seit einer Woche sind zwölf Jugendliche und zwei Lehrer vom Lycée Djignabo in Ziguinchor aus dem Süden Senegals in Frankfurt zu Gast. Den Austausch mit der Huttenschule gibt es schon seit 20 Jahren. Mathematik- und Physiklehrerin Antje Steglich hat das Projekt - unterstützt von vielen Sponsoren - mit ihrem afrikanischen Kollegen Mamadou Diebaté aufgebaut. "Es läuft sehr gut bisher", erzählt der Deutschlehrer, der von Französischlehrerin Aissatou Seck begleitet wird. Die Stimmung sei hervorragend - nur das Wetter könnte besser sein. "Am Wochenende waren wir in Berlin und haben uns Sehenswürdigkeiten wie den Fernsehturm angeschaut. Es war windig und kalt, aber interessant."

Projektthema in diesem Jahr ist: Gesund sein und bleiben - wie geht das? Der Erste-Hilfe-Kurs am Montag ist dabei einer von vielen Programmpunkten. Melanie Beier-Höptner und Woitek Turek vom ASB zeigen den Jugendlichen, wie man Wunden versorgt oder eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführt. Ihr Wissen sollen die Senegalesen später an ihre Mitschüler weitergeben. "Alle arbeiten trotz Verständigungsschwierigkeiten sehr aufmerksam und gut mit", berichtet Melanie Beier-Höptner.

Auch Paul Diatta hat sichtlich Spaß an den Sanitätsübungen. Überhaupt sei die Reise bisher eine tolle Erfahrung, findet der 17-Jährige. Unter der Woche schlafen alle Austauschschüler in einer von der Wowi zur Verfügung gestellten Wohnung, am Wochenende in den Gastfamilien. "Das lief ganz entspannt, er hat meine Eltern gleich in die Arme genommen. Wir haben gegrillt und den einen Abend noch lange Wii gespielt", berichtet Jeremy Pieske, Gastbruder von Paul Diatta, dessen Familie er wiederum im vorigen Jahr bei der Fahrt in den Senegal kennenlernen durfte. Jeremy Pieske blieb seitdem über Facebook mit Paul in Kontakt, nun war die Wiedersehensfreude groß.

Zumal Paul Diatta eigentlich schon 2015 nach Frankfurt fahren sollte. Doch damals fiel die Fahrt wegen der Ebola-Krise aus. Das holen die Jugendlichen nun nach, weshalb die senegalesische Delegation diesmal auch doppelt so groß ist wie sonst.

Nächste Woche fliegen die Austauschschüler wieder zurück. Bis dahin hat die Gruppe noch viel vor, unter anderem ein Besuch im Klinikum.

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