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Martin Risken 21.03.2017 07:30 Uhr
Red. Gransee, lokales@gransee-zeitung.de

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Fleiß und Kreativität zahlen sich aus

Zehdenick (GZ) Seit einem halben Jahrhundert ist Karl-Heinz Tiemann heute auf den Tag genau Fleischermeister. Doch ans Aufhören denkt der 76-jährige Seniorchef der Fleischerei Tiemann noch immer nicht, auch wenn mit Sohn Dirk die nächste Generation schon bereit steht, den Familienbetrieb in die Zukunft zu führen.

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Stolzes Jubiläum: Vor genau 50 Jahren machte Karl-Heinz Tiemann (vorne rechts) seinen Meister. Mittlerweile führt er das Unternehmen mit seinem Sohn Dirk. Fleischerinnung und Handwerkerschaft werden dem Jubilar heute gratulieren.

© GZ/Martin Risken

Selbst an einem Montagmorgen herrscht in der Fleischerei in Zehdenick Hochbetrieb. Die vier Verkäuferinnen hinter der Theke haben ordentlich zu tun, um die Kundenwünsche zu erfüllen. "Bei uns zählen Qualität und Frische", sagt Karl-Heinz Tiemann. Aber auch die Angebotsfülle sorgt dafür, dass der Laden brummt. Wo sonst gibt es 100 verschiedene Wurstsorten? Und die meisten sind auch noch prämiert worden, wie die Galerie mit Urkunden im Ladengeschäft eindrucksvoll dokumentiert.

Angefangen hatte alles 1956. Damals stand für Karl-Heinz Tiemann fest, dass er Fleischer werden möchte. In Gransee begann er seine Lehre. Nach drei Gesellenjahren und 20 Monaten Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee (NVA) meldete er sich 1964 zum Meisterlehrgang an. Damals war er schon in Zehdenick tätig. Erst bei der Konsumfleischerei am Markt, aus der später ein Betriebsteil der "Orania" wurde. Zwei Jahre lang musste Tiemann neben seiner Berufstätigkeit jeweils an den Wochenende für den Abschluss büffeln. Am 21. März 1967 war es soweit: Nach bestandenen Prüfungen in Theorie und Praxis hielt er seinen Meisterbrief in den Händen. Die Urkunde ziert noch heute das Ladengeschäft an der Berliner Straße.

Doch anstatt als Meister ordentlich durchzustarten, zog ihn die NVA von April bis Juni 1967 erst einmal als Reservisten ein. "Das war Pflicht, da musste man hin". Zurück in Zehdenick blieb er bis 1983 Betriebsleiter bei der "Orania", bevor er anschließend Verkaufsstellenleiter des HO-Einzelhandels in der Berliner Straße 16 wurde. Mit der politischen Wende begann für die Tiemanns eine Zeit der Ungewissheit.

1991 bot sich schließlich die Möglichkeit, den HO-Laden von der Treuhand zu erwerben, die Immobilie gehörte ebenso dazu wie der völlig veraltete Maschinenpark der Fleischerei. Die Verhandlungen mit der Treuhand zogen sich hin. Als er den Zuschlag erhielt, nahm er einen Kredit auf, modernisierte den Verkaufsraum und die Produktion.

Mit vier Verkäuferinnen, einem Gesellen, seiner Frau Renate, die selbst gelernte Fachverkäuferin ist, und seinem Sohn startete er in die Selbstständigkeit. Die Geschäfte entwickelten sich so gut, dass weitere Mitarbeiter eingestellt werden konnten. Heute beschäftigt die 2010 als Gesellschaft bürgerlichen Rechts eingetragene Firma zehn Verkäuferinnen und zwei Gesellen. Geführt wird das Unternehmen von Sohn als Juniorchef und Karl-Heinz Tiemann als Seniorchef. Außer in Zehdenick ist das Familienunternehmen noch mit einer Filiale in Gransee vertreten. Außerdem wird die Gastronomie in Zehdenick und Gransee mit Wurst und Fleisch beliefert. Vieles, was verkauft wird, produzieren die Tiemann selbst. Mehrere Schweinehälften und Rinderkeulen werden täglich aus dem Neuruppiner Schlachthof angeliefert und noch am gleichen Tag verarbeitet. Einige Saisonartikel werden vom Großhandel hinzugekauft.

Selbstverständlich wird das Meisterjubiläum am heutigen Dienstag auch ein wenig gefeiert. Der Obermeister der Fleischerinnung Neuruppin, Klaus Ribbe, und die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Neuruppin, Gunhild Brandenburg, haben ihren Besuch für den Nachmittag angekündigt und werden dem Jubilar den Goldenen Meisterbrief überreichen.

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