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Martin Stralau 21.03.2017 07:56 Uhr
Red. Erkner, erkner-red@moz.de

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Mit Eis und Straßenbahn fing es an

Woltersdorf (MOZ) Bis vor kurzem war Woltersdorf die einzige Gemeinde im Landkreis Oder-Spree ohne Jugendsozialarbeiter. Inzwischen wurde die Stelle vergeben. Seit Februar kümmert sich der Berliner Markus Wendt - vorzugsweise im Freizeitzentrum "Oase" - um die Kinder- und Jugendlichen im Ort.

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Hält den Ball hoch statt flach: Markus Wendt, hier auf dem Hof der Oase, will die Jugendarbeit im Ort verbessern.

© MOZ/Martin Stralau

Woltersdorf kennt Markus Wendt bereits aus einer Zeit, in der er selbst noch so jung war, wie die Kinder und Jugendlichen, die er heute betreut. "Mit meinen Eltern und Verwandten bin ich von Berlin aus regelmäßig an die Schleuse gefahren, um Eis zu essen. Höhepunkt war für mich als Kind aber immer die Straßenbahn", erzählt der 27-Jährige.

Seit Januar ist Markus Wendt Jugendsozialarbeiter des Ortes - angestellt beim Verein EC-Jugendarbeit Woltersdorf, der seit 19 Jahren im Ort tätig ist und das Freizeitzentrum "Oase" am Krankenhaus betreibt. Die Gemeinde fördert seine Stelle mit 14 000 Euro. Vor drei Wochen ist er von der Hauptstadt nach Woltersdorf gezogen. "Um Dinge im Ort mit anzupacken, zu verändern und Teil der Gemeinschaft zu werden, musste das sein", erzählt er.

Kennengelernt hat Markus Wendt das Freizeitzentrum, seinen Hauptarbeitsort, beim Woltersdorfer Oase-Kick, der immer montags stattfindet. "Eine coole Fußballer-Truppe", findet er. Dort traf er auch den Vereinsvorsitzenden Sebastian Habecker und erfuhr von der ausgeschriebenen Stelle, die für den studierten Sozialarbeiter wie gerufen kam. Nachdem er in einem zweisprachigen Kindergarten als Erzieher angestellt war und dann für anderthalb Jahre als Betreuer mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen gearbeitet hatte, suchte er eine neue Herausforderung. An seiner jetzigen Arbeit schätzt er den freien, kreativen Rahmen. "Für die Kinder- und Jugendlichen, die in die Oase kommen, will ich Ansprechpartner sein, ihre Stärken entdecken und fördern. Sie sollen sich hier ausprobieren können", umreißt er sein Anliegen.

Nach einer Eingewöhnungszeit im Januar, in der sich Markus Wendt mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut machte, hat die Oase jetzt immer montags, mittwochs und freitags von 15 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Zielgruppe sind die Zehn- bis 16-Jährigen. "Sie kommen her und wir schauen, was sie spielen können", sagt er. Ob Fußball, Basketball oder Tischtennis auf dem Außengelände oder Billard und Kicker drinnen, die Voraussetzungen seien hervorragend. "Zusätzlich gibt es immer zwei, drei Angebote, bei denen unsere Besucher kreativ werden können." So seien zuletzt schon die Garderobe angemalt und eine Magnetwand gestaltet worden.

Und die ersten Erfolge der regelmäßigen Öffnungszeiten seien schon sichtbar. Nachdem es wegen der fehlenden Sozialarbeiterstelle viele Monate nur vereinzelt Angebote von Ehrenamtlern gab, kehren jetzt Jugendliche in die Oase zurück, die schon früher herkamen, wie Markus Wendt festgestellt hat. Er gibt sich damit aber nicht zufrieden. "Ich möchte, dass es den Jugendlichen so gut gefällt, dass sie auch ihre Freunde mitbringen."

Um all ihre Bedürfnisse befriedigen zu können, und weitere Angebote wie Medienpädagogik aufzunehmen, sucht er mittel- und langfristig Ehrenamtler, die ihn unterstützen. Dafür geht er in Vereine und Schulen und trifft sich mit Menschen, von denen er denkt, dass sie Partner der Oase werden könnten. Ein Ziel möchte er kurzfristig umsetzen: den Aufbau eines kleinen Tonstudios in der Oase. "So etwas habe ich auch zu Hause. Musik ist ein tolles pädagogisches Mittel."

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