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Steffen Kretschmer 21.03.2017 08:30 Uhr
Red. Oranienburg, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

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Senioren-Kicker kommt Rot teuer zu stehen

Oberhavel (OGA) Es sind Szenen mit Seltenheitswert. Gleich drei Rote Karten im Fußballspiel der Ü-45-Kreisliga West zwischen Bötzow und Leegebruch sind ein Novum. Es waren die ersten Platzverweise der Saison. Um großes Fairplay ging es dagegen beim Glienicker Heimauftritt. Im Duell mit Hennigsdorf nahm der Schiedsrichter einen Neunmeter zurück.

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"Ein Spieler von uns soll nach etwa 35 Minuten den Ball im Strafraum an die Hand bekommen haben", berichtet Horst Anders, Trainer des FC 98 Hennigsdorf, vom Auswärtsspiel seiner Mannschaft beim SV Glienicke. "Ich habe die Situation nicht richtig gesehen, aber der Schiedsrichter hat sofort auf den Neunmeterpunkt gezeigt."

Nach Protesten der 98er mischten sich auch Spieler des SVG ins Geschehen mit ein. "Die Glienicker haben dann gesagt, dass es kein Handspiel war", sagt Anders, den das Auftreten des SVG beeindruckte. Denn in den Ü-45-Spielklassen stellt der Gastgeber den Unparteiischen einer Partie. Die Glienicker informierten somit ihren eigenen Vereinskollegen über einen falschen Pfiff. Außerdem: Durch diese Fairplay-Aktion war die Chance auf ein mögliches 2:2 für den SV dahin. "Hut ab davor, was die Spieler und auch der Schiedsrichter in diesem Moment gemacht haben", lobt Anders.

38 Minuten waren gespielt, als der Referee ein zweites Mal einen Neunmeter pfiff. Erneut war die Entscheidung aufgrund eines Handspiels gefallen. Doch Kai-Uwe Doering scheiterte an Hennigsdorfs Schlussmann Hans-Joachim Gehrke. Zwar belohnte Doering die Glienicker dann doch noch mit dem Ausgleich (50.). Doch sollte dieser Treffer nicht für einen Punktgewinn ausreichen. Michael Engelmann und Michael Göppert machten mit dem späten 3:2 (52.) und 4:2 (58.) den 4:2-Sieg des FC 98 perfekt.

Für Horst Anders hat dieses Erlebnis vom vergangenen Spieltag noch einen weiteren positiven Effekt. Denn nach seinen Aussagen seien beide Mannschaften bisher nie richtig warm miteinander geworden. "Glienicke war bisher immer sehr distanziert." Das Verhältnis sei nun aber "richtig gut".

Der Trainer der Hennigsdorfer spricht von "schwierigen Aufgaben für die Schiedsrichter" im Ü-45-Bereich. "Es ist für sie überhaupt nicht leicht, zu pfeifen."

Genau diese Erfahrung musste der Spielleiter der Begegnung zwischen Eintracht Bötzow und Blau-Weiß Leegebruch (3:2) machen. "Ältere Männer denken halt, dass sie in der Bundesliga spielen. Ich sollte erst pfeifen, habe das aber abgelehnt", erzählt Frank Goronzy. Der Torhüter der Hausherren sah "ein körperbetontes Spiel", welches vor allem in der Schlussphase "richtig aufregend und hektisch" wurde. Zwei Rote Karten für Bötzow und eine für Leegebruch - "alle gerechtfertigt. Der Unparteiische hat das richtig gut gemacht und sich das Spiel nicht aus der Hand nehmen lassen", findet Goronzy. "Das waren Schubser und die Karten musste man geben. Bevor es gar nicht mehr ging, hat er eben durchgegriffen." In Unterzahl entschied Bötzow später das Spiel mit 3:2 für sich.

Einen Spieler der Eintracht kam sein Platzverweis besonders teuer zu stehen. Ronny Schulze sah am Freitagabend gegen Leegebruch Rot. Am Sonnabend sollte der Trainer der Bötzower E-Junioren eigentlich an der Seitenlinie seiner Jungs stehen. Doch laut Spielordnung geht genau das in einem solchen Fall nicht. Für sämtliche Tätigkeiten im Club gilt eine Sperre. "Er darf dann im Verein nichts machen", erklärt Robert Becker, verantwortlich für den Seniorenspielbetrieb im Fußballkreis Oberhavel-Barnim.

Die Bötzower hielten sich daran. "Ronny stand dann bei den Eltern und hat die Mannschaft nicht gecoacht", sagt Frank Goronzy. Im Spielbericht auf Fußball.de taucht deshalb in dem Feld Trainer der Name Elisa Schmidt auf. Die E-Junioren zeigten sich letztlich von alldem unbeeindruckt. Sie gewannen bei Fortuna Glienicke II mit 5:1.

Übrigens: Die drei roten Karten, die in der Partie zwischen Bötzow und Leegebruch verteilt wurden, waren die ersten Platzverweise in der Saison der Ü-45-Kreisliga West überhaupt. Bötzow und Leegebruch rutschten dadurch in der Fairplay-Tabelle in den Keller ab.

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