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Britta Gallrein 21.03.2017 09:30 Uhr
Red. Gransee, lokales@gransee-zeitung.de

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"Ich hätte nicht auf das Geld verzichtet"

Mildenberg (GZ) Es war der Aufreger am Wochenende: Im Spiel der Fußball-Kreisoberliga zwischen der SG Mildenberg und dem FCKremmen nahm Schiedsrichter Tomy Richter erst eine Elfmeter-Entscheidung zurück und verzichtete dann auf sein Geld (wir berichteten).

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Vorsitzender des Schiedsrichter-Ausschusses im Fußballkreis: Michael Reicher

© GZ/Steffen Kretschmer

"Einen Fall, in dem ein Schiedsrichter auf sein Geld verzichtet hat, kenne ich so nicht", sagt Michael Reichert, der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses im Fußballkreis Oberhavel/Barnim. "Ich kenne einen Schiedsrichter aus Westfalen, der grundsätzlich nie die Aufwandsentschädigung angenommen hat, aber das war ja ein anderer Fall."

Der Referee der Mildenberg-Partie hatte jedoch aus einem anderen Grund verzichtet. Er gab seine Leistung - die er selbst als enttäuschend bezeichnete - als Grund an. "So etwas habe ich auch noch nie erlebt", berichtete Kremmens Trainer Falk Franke. Dabei war er (wie auch der Mildenberger Kapitän Dennis Moldenhauer) gar nicht so unzufrieden mit dem Schiedsrichter.

Dieser hatte in der Schlussphase einen Elfmeter für die Mildenberger gegeben, die zu diesem Zeitpunkt mit 1:3 im Rückstand waren. Die Mildenberger führten diesen aber nicht aus. "Wir waren uns einig, dass es kein Elfer war", sagte Moldenhauer.

Dass Tomy Richter daraufhin seine Entscheidung zurücknahm, gefällt Reichert. Eine Entscheidung zurückzunehmen, so viel Mut müsse ein Schiedsrichter schon mitbringen. "Ich ermutige die Referees zu solchen Entscheidungen. Und auch, dass man ruhig mal zugeben kann, wenn man einen schlechten Tag hatte. Das sorgt für viel mehr Akzeptanz bei den Spielern und Trainern. Es gibt eben Situationen, da ist einem zum Beispiel die Sicht verstellt, auch wenn ich eigentlich gut stehe. So etwas passiert eben."

Schiedsrichter Tomy Richter stammt aus dem Fußballkreis Mecklenburgische Seenplatte. "Mit den Referees und denen aus Prignitz-Ruppin haben wir ein Austauschprogramm", erklärt Michael Reichert. "Weil die in der Regel ihre Spiele sonntags haben und wir samstags, helfen sie bei ein bis zwei Spielen bei uns aus und umgekehrt." Die Reaktion des "Austausch-Schiris" findet Michael Reichert beachtlich. "Ich hätte das allerdings nicht gemacht, dass ich auf das Geld verzichtet hätte", sagt er auch. "Die Spieler verzichten ja auch nicht auf ihr Geld, wenn sie mal schlecht spielen."

Die Entscheidung der Mildenberger, auf die Ausführung des Strafstoßes zu verzichten, könnte jetzt übrigens ein positives Nachspiel haben. "Ich habe mich mit dem Vorsitzenden des Spielausschusses, Steffen Midziol, besprochen. Und wir haben festgelegt, dass wir darüber eine offizielle Fair-Play-Meldung an den Fußball-Landesverband schicken werden", berichtet Michael Reichert. "So ein Vorgehen ist anerkennenswert und das sollte man auch würdigen", betont der Chef der Oberhavel-Schiedsrichter.

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