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"Einige Spieler wirken wie Fremdkörper"

Zweiter Sieger: Borgsdorfs Dirk Warnke (links) kann seinen Premnitzer Gegenspieler nicht am Abschluss hindern.
Zweiter Sieger: Borgsdorfs Dirk Warnke (links) kann seinen Premnitzer Gegenspieler nicht am Abschluss hindern. © Foto: Karsten Schirmer
Conradin Walenciak / 21.03.2017, 09:44 Uhr
Borgsdorf (OGA) Nur ein Punkt aus vier Spielen geholt, 15 Gegentore kassiert, lediglich vier eigene Treffer erzielt - für Forst Borgsdorf läuft es seit dem Rückrundenstart in der Fußball-Landesliga alles andere als rund. Am Wochenende verlor die von Steffen Dierig trainierte Mannschaft gar 0:5 bei der Reserve des SV Babelsberg 03.

"Einige Spieler wirken wie Fremdkörper auf dem Feld", analysiert Dierig, der diesen Umstand auf die mangelnde Trainingspräsenz dieser Akteure zurückführt. "Aufgrund des kleinen Kaders bin ich allerdings auf diese Spieler angewiesen." Das daraus resultierende Problem sei, dass man zu viele Sprachen auf dem Platz spreche, so Dierig. "Wer selten beim Training ist, im Spiel dann aber denkt, er könne den Fußball neu erfinden, bringt unser Konzept durcheinander."

Dies schlage auch langsam aufs Gemüt der Teamkollegen. "Die, die immer beim Training sind, sind schon enttäuscht über die aktuelle Situation", sagt Borgsdorfs Trainer, der in Babelsberg eine auch in dieser Höhe nicht unverdiente Niederlage seiner Mannschaft sah. "Bei einigen muss es Klick machen. Den Anweisungen des Trainers ist Folge zu leisten", fordert er. Zu oft habe man zuletzt zum Beispiel besprochen, tief zu stehen, nach fünf Minuten dann allerdings mit der Viererkette auf Höhe der Mittellinie verteidigt. "Dass man sich dann Konter fängt, ist kein Wunder."

Ein weiteres Problem sei, dass aktuell zu wenig Spieler bereit seien, Verantwortung zu übernehmen. "Zu oft wird sich auf den Mitspieler verlassen", sagt Dierig. Zwar werde seine Mannschaft derzeit nicht vom Glück verfolgt, dazu bereit, dieses zu erzwingen, sei allerdings auch keiner. "Grundsätzlich haben wir zuletzt mit unseren Gegnern auf Augenhöhe agiert. In den entscheidenden Situationen haben es die anderen dann aber einfach besser gemacht als wir." Gemeint ist damit auch die Chancenverwertung: "In quasi jedem Spiel hatten wir die große Chance, in Führung zu gehen", sagt Dierig. Diese habe man aber nicht genutzt, sei stattdessen jeweils durch die erste Tormöglichkeit des Gegners in Rückstand geraten.

Die Fehleranfälligkeit in der eigenen Rückwärtsbewegung ist auch das, was Borgsdorfs Trainer besonders wurmt. In der Hinrunde war diese nämlich noch das Prunkstück von Dierigs Mannschaft. Dies bekamen auch die Teams zu spüren, denen man zuletzt Torchance um Torchance ermöglichte: Gegen Premnitz (1:4), Prenzlau (1:4), Pritzwalk (2:2) und Babelsberg (0:5) holten die Förster zum Saisonstart insgesamt sieben Punkte und kassierten nur drei Gegentore. Auf die defensive Stabilität werde er in naher Zukunft deshalb auch sein Hauptaugenmerk legen, sagt Steffen Dierig. "Wir müssen wieder kompakter auftreten."

Was den Förstern zugute kommt, ist, dass sie sich um den Klassenerhalt keine Sorgen machen müssen. Als Tabellensiebter befindet man sich mit 29Punkten im gesicherten Mittelfeld und hat ein großes Polster auf die Abstiegszone. Das weiß natürlich auch Dierig, der seinen Spielern vor der kommenden Partie gegen den Zweiten, den RSV Eintracht, versucht, jeglichen Druck zu nehmen: "Das Ergebnis spielt für mich keine Rolle. Von mir aus können wir auch verlieren, wenn wir nach dem Spiel endlich mal wieder sagen können, dass wir mit unserer Leistung zufrieden waren."

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