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Finowkanal-Gespräche ziehen sich hin

Paddler auf dem Finowkanal: Die Wasserstraße ist ein beliebtes Ziel für Sportler und Ausflügler.
Paddler auf dem Finowkanal: Die Wasserstraße ist ein beliebtes Ziel für Sportler und Ausflügler. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Sven Klamann / 05.04.2017, 06:10 Uhr
Eberswalde (MOZ) Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes werde maßgeblich daran mitwirken, eine realistische Übergabestrategie für die Schleusen am Finowkanal zu erarbeiten. Dies sei das wichtigste Ergebnis der Gespräche, die Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski als Verhandlungsführer für die Region am Montag in Berlin geführt habe, teilt die Pressestelle des Rathauses am Dienstag mit. "Der Bund hat noch einmal deutlich gemacht, dass er zu seinem Angebot steht, 50 Prozent der Kosten zu übernehmen. Eine weitere finanzielle Beteiligung wird jedoch ausgeschlossen", erklärt der Bürgermeister, der zudem Vorsitzender der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Region Finowkanal ist. Für die notwendige verkehrliche Widmung und die Rechtseinschätzung zur Übertragung der Wasserstraße zeichne sich eine Lösung unter Einbeziehung des Landes ab. Alle Beteiligten seien sich der Bedeutung des Finowkanals und der Tragweite ihrer Entscheidung bewusst, heißt es aus der Pressestelle im Rathaus.

Unterdessen spricht sich der Lions Club Eberswalde klar dafür aus, dass der Finowkanal durchgängig schiffbar bleibt. "Was würde es nutzen, Kanus und Paddelboote zwischen irgendwann gänzlich verfallenen Schleusen fahren zu lassen?", heißt es in einer Stellungnahme. "Anlegestellen, Uferparks, Marinas, Bootsverleihen, der Treidelweg oder die Wiederschiffbarmachung des Langen Trödels mit einem Schleusenneubau und drei neuen Straßenbrücken beweisen das Interesse der Region an dieser Wasserstraße", schreibt der Lions Club. Daher sollten die Verhandlungen mit dem Bund auch dringend fortgesetzt werden - allerdings mit einem anderen Ziel. "Noch ist der Finowkanal eine Bundeswasserstraße. Daran sollte sich auch nichts ändern", fordern die Mitglieder. Wenn jemand finanziell in der Lage sei, den Kanal zu sanieren und zu betreiben, sei es der Bund und nicht die teils schon bis zur Schmerzgrenze belasteten Kommunen.

Eine ähnliche Botschaft verkündet die SPD-Fraktion im Eberswalder Stadtparlament, die sich zum Erhalt des Finowkanals in seiner vollen Schiffbarkeit bekennt. Dies sei wichtig, um die Region in den Bereichen Wohnen, Erholung, Tourismus und Wirtschaft zu entwickeln. "Wir sehen in erster Linie den Bund in der Verantwortung. Das derzeitige Angebot des Bundes überfordert uns finanziell", betonen die Sozialdemokraten. Entscheidend sei, dass der Bund weiterhin in der Verantwortung bleibe und gemeinsam mit den Anrainern eine finanziell verantwortliche Lösung finde. Deshalb solle der Bürgermeister weiter verhandeln, um ein Ergebnis zu erzielen, mit dem die Chancen nutzbar gemacht und gleichzeitig die Risiken minimiert würden.

Bund und Region seien am Montag so verblieben, dass weitere Gespräche geführt würden, wenn die offenen Fragen rechtssicher geklärt seien und der Umsetzungsplan erarbeitet wurde, teilt die Pressestelle mit. Dies werde voraussichtlich im September der Fall sein.

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