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Zusatzrente für Feuerwehrleute

Unermüdlicher Einsatz bis zur Rente: Das gilt nicht nur für historische Feuerwehrfahrzeuge, sondern besonders für Tausende Brandschützer. Doch die Zahlen der Aktiven schwinden. Jetzt wird in der Uckermark die Feuerwehrrente diskutiert
Unermüdlicher Einsatz bis zur Rente: Das gilt nicht nur für historische Feuerwehrfahrzeuge, sondern besonders für Tausende Brandschützer. Doch die Zahlen der Aktiven schwinden. Jetzt wird in der Uckermark die Feuerwehrrente diskutiert © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Oliver Schwers / 08.04.2017, 06:40 Uhr
Angermünde/Schwedt (MOZ) Für die Einführung einer Feuerwehrrente wirbt der CDU-Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Jens Koeppen. Der Landrat soll diesen Vorschlag im Land vorbringen - so die Forderung. Doch bei den Wehrleuten herrscht darüber gar keine große Begeisterung.

Hintergrund sind alarmierende Zahlen über fehlende ehrenamtliche Brandschützer in Brandenburg. Im aktiven Dienst stehen vor allem zu den Tageszeiten immer weniger Einsatzkräfte zur Verfügung. Um das Ehrenamt besser anzuerkennen, kursiert nun überall in Deutschland die Idee einer Feuerwehrrente. So soll der Freizeitverlust wenigstens im Alter finanziell ausgeglichen werden.

Die CDU-Fraktion will nun über einen Kreistagsbeschluss den Landrat beauftragen, die Feuerwehrrente auf politischer Ebene im Land zu unterstützen und sogar einen eigenen Uckermark-Vorschlag zu erarbeiten. Offen bleibt, wer das bezahlen soll. Eine flächendeckende Berufsfeuerwehr als Alternative zum Ehrenamt würde aber viel mehr kosten, argumentiert Jens Koeppen. Außerdem ginge das gesellschaftliche Engagement verloren. "Unsere Gesellschaft wäre um eine große Tradition ärmer."

Doch die Feuerwehrrente ist schon bei den Brandschützern umstritten. Im Landesfeuerwehrverband übt man sich in Zurückhaltung. Momentan laufen überall im Land Regionalkonferenzen, auf denen verschiedene Modelle zur Würdigung des Ehrenamtes diskutiert werden. Vor der Abschlusskonferenz Ende April in Fürstenwalde will man noch keine Aussage zur Feuerwehrrente machen.

Kein Wunder, herrscht doch bei Feuerwehrleuten vor Ort auch kein großer Jubel über die Idee. "Wir sehen das mit gemischten Gefühlen", so Lutz Timm vom Uckermärkischen Feuerwehrverband Angermünde. "Natürlich ist eine Anerkennung des Ehrenamts richtig. Aber für die Mitgliedergewinnung taugt der Vorschlag wohl kaum. Junge Leute, die wir brauchen, denken jetzt nicht an ein paar Euro mehr Rente."

Doch Timm hält einen Gegenvorschlag parat: Man könnte doch die in jungen Jahren verlorene Freizeit später mit einem früheren Renteneintritt ausgleichen - quasi eine Freizeitverlagerung nach hinten.

Koeppen verweist hingegen auf die schon vor einigen Jahren in anderen Bundesländern eingeführte Feuerwehrrente. Doch auch dort herrscht nicht gerade Mitgliederzugang.

Es gibt verschiedene Modelle. So bieten Kommunen in Verbindung mit Versicherern eine zusätzliche Altersrente an. Brandschützer und Städte zahlen dabei jeweils monatlich einen entsprechenden Betrag in die Kasse ein. Das wurde in Kommunen in westdeutschen Bundesländern schon vor einiger Zeit eingeführt, auch in Sachsen-Anhalt oder Thüringen. Doch die Reaktionen sind dort verhalten. Der Mitgliederschwund war trotz dieser Bemühungen nicht aufzuhalten. Viel besser wäre eine jährliche Prämie - so die Äußerungen von Interessenverbänden.

Das Thema wird seit Jahren in ganz Deutschland durchdiskutiert. In vielen Fällen beklagt man auch zu hohen bürokratischen Aufwand um den gerechten Anspruch. Denn nicht jeder Feuerwehrmann muss alle zwei Tage zum Einsatz.

Der CDU-Vorstoß soll in der Uckermark nun im Mai zunächst in den Fachausschüssen des Kreistags beraten werden.

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