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Seit Beginn des Jahres leichter Anstieg bei Flüchtlingen / Syrien und Russische Föderation stellen die größten Zuwanderungsgruppen

Erstaufnahmen sind nur zur Hälfte belegt

© Foto: René Matschkowiak
Ulrich Thiessen / 20.04.2017, 20:32 Uhr
Potsdam (MOZ) Im ersten Quartal dieses Jahres kamen 1274 Flüchtlinge und Asylbewerber nach Brandenburg. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 5377. Damals war nach der Schließung der sogenannten Balkanroute jedoch eine starke Rückläufigkeit zu verzeichnen. Im Januar des vergangenen Jahres kamen noch 2757 Flüchtlinge nach Brandenburg, im März 2016 waren es nur noch 918.

Seit Beginn dieses Jahres verzeichnet das Innenministerium wieder einen leichten Anstieg: Nach 369 Personen im Januar wurden im Februar 444 und im März 461 Neuzugänge in den Erstaufnahmeeinrichtungen registriert. Eine Erklärung dafür gibt es nach Aussage des stellvertretenden Pressesprechers des Ministeriums, Wolfgang Brandt, nicht. Es handele sich nicht um beunruhigende Veränderungen, aber das Innenministerium werde die Entwicklung weiter aufmerksam beobachten.

Eine vermehrte Einreise nach Europa über das Mittelmeer zwischen Libyen und Italien lasse sich nicht nachweisen, so der Sprecher. Mit 257 Personen kommen die meisten Flüchtlinge aus Syrien, 216 aus der Russischen Föderation, gefolgt von den Ländern Kamerun, Iran und Eritrea. Afghanistan, aus dem vor einem Jahr noch die drittgrößte Flüchtlingsgruppe nach Brandenburg kam (1377 im ersten Quartal 2016), taucht jetzt nicht mehr unter den ersten fünf Ländern auf.

Laut dem Zentralregister des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge lebten zum Stichtag 31. März 2017 genau 12 199 Asylbewerber mit einer Aufenthaltsgestattung bei laufendem Asylantrag in Brandenburg. 9482 Personen haben eine Anerkennung laut Genfer Flüchtlingskonvention. 3858 weitere haben einen eingeschränkten Schutzstatus. 6647 Personen gelten als ausreisepflichtig, von denen 5177 jedoch einen Duldungsstatus haben, das heißt die Abschiebung wurde ausgesetzt. 228 Asylberechtigte haben einen anerkannten Status.

In den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes sind zurzeit rund 1600 Menschen untergebracht. In der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt lebten in dieser Woche 659 Personen, bei einer Kapazität von 1085. In der Außenstelle in Wünsdorf sind es 498 Menschen, jeder zweite Platz ist frei. Aus Berlin sind dort noch 16 Asylbewerber untergebracht. Das Nachbarland hat den Vertrag vom vergangenen Herbst zur Entsendung von knapp 1000 Personen nach Wünsdorf ausgesetzt. Die pauschale Zahlung von 300 000 Euro pro Monat an Brandenburg wurde eingestellt. In Doberlug ist nur jeder dritte von 1000 Plätzen genutzt, und im Frankfurter Ortsteil Markendorf sind 79 von 280 Plätzen belegt. Laut Brandt gibt es seitens des Ministeriums aktuell keine Überlegungen, einzelne Standorte freizuziehen und stillzulegen.

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