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Öko-Landwirt baut auf Gut Sonnenburg Sattelauflieger zum mobilen Stall um / Mitte Mai kommt die alte Hühnerrasse White Rock bei ihm an

Federvieh genießt alle zwei Wochen eine neue Aussicht

Ort zum Schlafen, Fressen, Eierlegen: Bis aus einem Lastwagenanhänger ein Stall wird, ist einiges zu tun. Mario Reißlandt setzte etwa Fenster ein, sodass die Hühner Sonnenlicht haben.
Ort zum Schlafen, Fressen, Eierlegen: Bis aus einem Lastwagenanhänger ein Stall wird, ist einiges zu tun. Mario Reißlandt setzte etwa Fenster ein, sodass die Hühner Sonnenlicht haben. © Foto: MOZ/Lisa Mahlke
Lisa Mahlke / 26.04.2017, 06:12 Uhr - Aktualisiert 26.04.2017, 11:25
Bad Freienwalde (MOZ) Hühner mit eigener Identität, in einem Stall mit 300 Artgenossen statt 6000. Und Küken, die aufgezogen und nicht direkt nach dem Schlüpfen getötet werden. Das ist die Vision von Mario Reißlandt. Der Öko-Landwirt baut auf dem Hof auf der Sonnenburg momentan einen mobilen Hühnerstall.

Dieser hat dann einen umzäunten Auslauf für die Hühner, beides wird alle zwei Wochen versetzt. Die Gesamtfläche beträgt zwei Hektar. Das Versetzen sei gut für Hühner und Umwelt, sagt Mario Reißlandt. "Dadurch haben sie immer frisches Gras zum Picken und Scharren", erklärt er. Hühner, die immer auf der gleichen Auslauffläche sind, hätten oft Probleme mit Milben und die hohen punktuellen Nitratwerte seien schlecht für das Ökosystem.

Den Lastwagenanhänger, in dem die Hühner später leben werden, hat der Landwirt zunächst entkernt. "Die alte Innenverkleidung musste raus. Für natürliches Licht habe ich Fenster eingebaut", erklärt er. Er brachte die Elektronik des alten Sattelaufliegers in Gang, um die Heckklappe wieder bewegen zu können.

Um in dem Anhänger Hühner unterzubringen, braucht es jedoch noch einige weitere Umbaumaßnahmen: Gitterboden einziehen, Mistschieber installieren, Wassertank, Tränksystem und Fütterungsanlage einbauen, Stromversorgung durch Photovoltaik sicherstellen, Sitzstangen und Legenester bauen.

Mario Reißlandt, der den Lastwagenanhänger größtenteils allein umbaut, hat für die letzten Züge nur noch ein paar Wochen Zeit: Mitte Mai kommen die Hühner an. Der Landwirt und seine Freundin Lisa Wiese haben sich für die Rasse White Rock entschieden. "Wir wollten eine alte Rasse haben, keine Hybridhennen", erklärt er. Alte Rassen seien robuster als die leistungsfähigen, für die industrielle Geflügelproduktion gezüchteten Hybridhühner.

Im vergangenen Jahr lief eine Crowdfunding- und Tauschaktion, um die nötigen Mittel für den Hühnerstall zusammenzubekommen. Wer das Projekt weiterhin unterstützen will, kann Hühneraktien kaufen. Der Wert einer Aktie beträgt 250 Euro. "Wir geben drei Varianten aus", erklärt Marion Reißlandt. Die erste ist ohne Zinsen. Bei der zweiten erhält der Aktienbesitzer pro Jahr ein Prozent Zinsen als Geld. Für die dritte Variante gibt es 2,5 Prozent Zinsen in Naturalien.

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