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20 000 kommen zum Frankfurter Brückenfest / DGB-Chef wirbt für Solidarität mit Astronergy-Beschäftigten

Brandenburgs größte Polit-Party

Zwischen Stadtbrücke und Havana Bar waren nicht nur Bühnen, Imbiss- und Getränkewagen aufgebaut, sondern auch 35 Informationsstände. Dort warben Parteien, Verbände, Vereine und Initiativen für sich und ihre Arbeit - natürlich auch mit bunten Luftballons
Zwischen Stadtbrücke und Havana Bar waren nicht nur Bühnen, Imbiss- und Getränkewagen aufgebaut, sondern auch 35 Informationsstände. Dort warben Parteien, Verbände, Vereine und Initiativen für sich und ihre Arbeit - natürlich auch mit bunten Luftballons © Foto: René Matschkowiak
Thomas Gutke und René Matschkow / 01.05.2017, 20:23 Uhr - Aktualisiert 02.05.2017, 07:33
Frankfurt (Oder) (MOZ) Das Brückenfest von Linken und DGB war auch diesmal wieder die größte Brandenburger Polit-Party zum Maifeiertag. Etwa 20 000 Besucher flanierten den Tag über zwischen Stadtbrücke und Havana Bar, um Rote Brause oder Bier zu trinken, Musik auf vier Bühnen zu hören und über Politik und Arbeitskampf zu reden.

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Kein Start in den Mai ohne Auftritt beim Brückenfest. So viel steht für Hans-Jörg Laurisch fest. "Ich glaube, wir sind schon seit dem ersten Brückenfest dabei. Alle anderen Termine haben wir auch diesmal abgesagt", erzählt der Musikalische Leiter der Fanfarengarde am Sonnabendmorgen. Wie in jedem Jahr eröffnen die Formationen des Musikvereins an der Hauptbühne die Frankfurter Mai-Feierlichkeiten.

Die Promenade ist da trotz Wind und Wolken bereits gut gefüllt. Hunderte Besucher, darunter viele Familien, ziehen an den Bühnen und Informationsständen vorbei. Die Verkäufer in den Imbiss- und Getränkewagen haben alle Hände voll zu tun. Bratwurst, Champignonpfanne und Rote Brause gehen gut am arbeitsfreien Tag der Arbeit.

Für Gewerkschafter Sebastian Walter ist es ein ganz besonderer. Der 26 Jahre junge Geschäftsführer des DGB Ostbrandenburg hält seine erste große Rede zum 1. Mai - und zwar ganz bewusst in Frankfurt, wie er sagt. "Mehr als 2000 Menschen können in Frankfurt nicht von ihrer Arbeit leben und benötigen zusätzlich Sozialleistungen", sagt er. Dies sei auch die Folge einer Ansiedlungspolitik, die Billiglöhne und einen geringen Organisationsgrad unter Arbeitnehmern geradezu anpreise. "Damit muss endlich Schluss sein, wenn wir verhindern wollen, dass junge Leute weiter abwandern". Explizit wirbt Walter auch für Solidarität mit den Astronergy-Beschäftigten, die sich organisiert haben, um für einen Haustarifvertrag und bessere Löhne zu kämpfen. Ein beispielgebender Arbeitskampf, findet er. "Es muss der Anspruch eines jeden sein, dass er am Ende des Monats genug Geld hat, um ordentlich davon leben zu können, damit diese Stadt und diese Region eine Perspektive haben."

Die Themen Arbeit und Soziales bestimmen auch die Debatten auf der Politbühne. Dort diskutieren Linken-Politiker wie Thomas Nord, Kirsten Tackmann oder René Wilke über die anstehenden Bundestagswahlen und lokalpolitische Aufreger wie den Leistungsstützpunkt Judo oder die Gebühren für Kita-Plätze.

Bei den Grünen - die wie einige andere Parteien aus Frankfurt mit einem Infostand vertreten sind - sorgt derweil ein Eisbär für Aufsehen. Das Tier soll auf den Klimawandel aufmerksam machen. Unter dem Fell ist ein weitgereister Mensch versteckt: Federico Masson aus Argentinien. Der Student macht gerade ein Praktikum bei den Grünen, was allerdings nicht der Grund dafür sei, dass er das Kostüm trage, versichert er lachend.

Zu einem traditionellen Trödelbasar hat wieder der Frankfurter Tierschutzverein eingeladen. "Die Menschen unterstützen uns immer noch und gern", freut sich Gabriele Kohoutek. Direkt daneben steht Bärbel Teich. Die engagierte Frau aus Booßen verkauft die Festschrift zum 700-jährigen Jubiläum des Dorfes. Für fünf Euro ist die gedruckte Geschichte des Frankfurter Ortsteiles zu haben. Auch erste Details zum großen Fest in Booßen am zweiten Juliwochenende sind darin zu erfahren.

Die Liedermacher Bierke und Lenz sorgen unterdessen mit ihren Texten für einige Schmunzler. Passend zu einem Vierteljahrhundert Brückenfest stellt Manfred Bierke fest, dass es ja schon ein Widerspruch an sich sei, dass man auf alten Fotos jünger aussehe. Das werden wohl auch die Veranstalter von Linke und DGB festgestellt haben, die stolz darauf sind, Jahr für Jahr das größte, nichtkommerzielle Volksfest in Frankfurt auf die Beine zu stellen - rund 20000 Besucher sind es diesmal. "Ein toller Tag, der Zuspruch war riesig", schwärmt der Linken-Landtagsabgeordnete René Wilke am frühen Abend, als gerade die Balkan-Pop-Band Apparatschik zum Abschluss die Hauptbühne rockt.

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