Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Auf ehemaliger Bahnstrecke erfreut sich ausgebaute Piste großer Beliebtheit

Applaus für neuen Stechlinsee-Radweg

Viel Prominenz am Start: Zur Eröffnung des Stechlinsee-Radweges begrüßte Amtsdirektor Frank Stege (Mitte) unter anderem Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD), die Bundestagsabgeordneten Uwe Feiler (CDU) und Harald Petzold (Linke).
Viel Prominenz am Start: Zur Eröffnung des Stechlinsee-Radweges begrüßte Amtsdirektor Frank Stege (Mitte) unter anderem Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD), die Bundestagsabgeordneten Uwe Feiler (CDU) und Harald Petzold (Linke). © Foto: MZV
Ingmar Höfgen / 02.05.2017, 06:26 Uhr
Gransee (GZ) Der neuneinhalb Kilometer lange Radweg auf der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Gransee und Schulzendorf ist am Sonnabend hinterm Kloster offiziell eröffnet worden. Er kostete knapp 170 000 Euro pro Kilometer.

Auch Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) radelte mit. Gleichzeitig wurde auch das Oberhaveler Knotenpunktsystem für Radfahrer freigegeben, das künftig an 129 Knoten den Pedaleuren Orientierung geben soll. Vize-Landrat Egmont Hamelow (CDU) riss gemeinsam mit Peter Krause vom Tourismusverband Ruppiner Seenland und Kathleen Schuchardt aus der Kreisverwaltung das rote Tuch vom Mast.

Schuchardt habe mit Akribie und Hartnäckigkeit die Bürgermeister von dem Vorhaben überzeugt, lobte Hamelow seine Mitarbeiterin vor den rund 100 Radfahrern. Ministerin Schneider erinnerte bei kaltem Wetter daran, dass die insgesamt sieben Kilometer Strecke mit 1,7 Millionen Euro ein recht teures Stück Radweg gewesen sei. Es gebe in der Gegend eine Eidechse, die sich nur hier finde und nicht recht in die Förderbedingungen passe. Dennoch ließ es sich letztlich bewerkstelligen, dass rund 1,1 Millionen Euro Fördermittel geflossen sind. Sie verwies darauf, dass der Ausbau nicht nur für Touristen gedacht sei. In Brandenburg nutzen im Schnitt mit 13 Prozent der Bevölkerung mehr Menschen das Fahrrad als im Bundesdurchschnitt mit neun Prozent.

Nachdem die grundlegende Infrastruktur mit je 1 000 Kilometer entlang von Bundes- und Landesstraßen geschaffen sei, gehe es jetzt vor allem um Lückenschlüsse - wie jene in Gransee.

Amtsdirektor Frank Stege freute sich über die zahlreichen Radfahrer, die wahlweise die 26 Kilometer lange Tour nach Neuglobsow mit der Friedensfahrtlegende Rolf Töpfer oder die 20 Kilometer lange Rundstrecke über Meseberg in Angriff nehmen wollten. "Es gibt Radfahrer und kernige Leute", sagte Stege zur Begrüßung, "und zu den kernigen Leuten gehören Sie!" Wie richtig er damit lag, zeigte sich dann auf der Strecke, wo Hagel, Regen und frische Winde bei hohem Tempo der Führungselite nicht unbedingt zur Ausfahrt einluden.

Zurück blieben einige Neugierige, die, gut unterhalten vom Blasorchester Gransee, noch miteinander schwatzten. Volker Südmeier, Planer im Granseer Ingenieurbüro Weiland, sagte am Rande der Veranstaltung, dass die schiere Masse der im Schotter gefundenen Zauneidechsen damals alle verblüfft habe. "Hunderte", die allein im ehemaligen Gleisbett gefunden wurden, wurden eingesammelt und hinter Amphibienschutzzäune umquartiert. Außerdem wurden naturnahe Ausgleichsquartiere geschaffen - etwas sandigere für die Winter zum Eingraben und weniger sandigere für die Sommer, wo sich die Tiere gern der Sonne zuwenden. Eine hohe sechsstellige Summe habe dies gekostet; ohne eine Förderung durch das Land hätte die Kommune dies kaum verwirklichen können. Er freue sich sehr, dass der Weg so gut angenommen werde, sagte Südmeier.

Schon bald waren die ersten Radfahrer wieder in Gransee angekommen, wo im Hof des Klosters noch gefeiert wurde. Einige drehten angesichts des miesen Wetters um, andere hatten noch weitere Termine. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Uwe Feiler, begleitet von einer Kamerafrau, telefonierte um 12 Uhr schon wieder am CDU-Bürgerbüro. Ministerin Schneider, die Fahrradfahren als "eine der besten Entspannungsübungen" sieht, ließ sich in Meseberg von ihrem Fahrer abholen; sie wollte am nächsten Tag in Dahme-Spreewald einen weiteren Radwege-Lückenschluss einweihen.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG