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Antje Jusepeitis 09.05.2017 19:16 Uhr - Aktualisiert 28.06.2017 15:33 Uhr

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Marita Bauer bietet Onko- und Nordic Walking an

Birkenwerder/Oranienburg (MOZ) Marita Bauer aus Birkenwerder ist seit Kurzem Embodiment-Trainerin. Diese Methode verbindet Sport mit der Stärkung der Persönlichkeit, hilft, Strategien zur Stress- und Schmerzbewältigung zu finden. Damit gibt die Nordic Walking-Fachfrau Mitgliedern ihrer Laufgruppen neue Impulse mit auf den Weg.

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Randi Koslowski (rechts) fand in Marita Bauer eine Nordic Walking Trainerin, die sie fordert und fördert. Foto Jusepeitis

© MZV

Randi Koslowski fühlt sich nach dem Sachsenhausen Gedenklauf am Montag kaputt: "Es ist mir sehr schwer gefallen durchzuhalten." Jedes Mal ist es für die Oranienburgerin eine Überwindung, die Walkingstöcke übers Handgelenk zu streifen und loszugehen. Sie leidet wegen ihrer Fibromyalgie unter ständigen Schmerzen. Diese treten durch die chronische oft therapieresistente Erkrankung wechselnd, jedoch permanent in der Muskulatur, um die Gelenke und im Bereich des Rückens auf. Mit den Begleiterscheinungen wie Müdigkeit, Schlafstörungen, Morgensteifigkeit, Konzentrations- und Antriebsschwäche, Wetterfühligkeit oder Schwellungsgefühl an Händen, Füßen und Gesicht kämpft Randi Koslowski seit vielen Jahren. "Erst 2010 hatte ich eine eindeutige Diagnose." Da ist die 53-Jährige schon zwei Jahre arbeitsunfähig, wird schließlich berentet. Der Schmerz bleibt. Rheuma erschwert ihr den Alltag zusätzlich, ebenso, wie die Panik, die sie ergreift, wenn sie auf viele Menschen trifft. Depressiv und physisch krank sucht sie einen Ausweg - und findet Marita Bauer. Die Trainerin hält einen Vortrag über Nordic Walking in der Fibromyalgie Selbsthilfegruppe. Randi hört davon, entschließt sich, loszulaufen. Seit 2015 walkt sie unter Marita Bauers Anleitung mit den Stöcken durch den Schlosspark. "Oft muss ich mich sehr zusammenreißen, überhaupt rauszukommen. Aber ich überwinde mich, nehme an Wettkämpfen teil, weil ich wissen will, was ich leisten kann." Hat sie es geschafft, ist sie stolz auf sich, trotz der Qual zuvor. Erst vor zwei Wochen absolvierte sie die zehn Kilometerstrecke beim Spreewaldmarathon. Eine besondere Herausforderung, denn um nicht in Panik zu verfallen angesichts einer Menschenmenge, nimmt Randi Tabletten. "Dadurch werde ich langsamer, bin noch schneller erschöpft."

Dank Marita Bauer, die sie regelmäßig begleitet und motiviert, hält Randi durch. Marita Bauers Konzept "Bewege dich und lebe" geht absolut auf. "OnkoWalking" lautet der Überbegriff für die Gruppen, die sich im Oranienburger Schlosspark oder in Birkenwerder an der Briese treffen. "Dabei geht es vor allem darum, das Nordic Walking durch korrekte Bewegungsabläufe die vielfältigen Wirkungspotenzen tatsächlich nutzen zu können und zugleich mit den Stöcken vielfältige Übungen zur weiteren Stärkung und Stabilisierung der Muskulatur und besonders belasteter Muskelgruppen zu absolvieren", erklärt Marita Bauer. Der Spaß darf auf gar keinen Fall zu kurz kommen. "Nordic Walking kann aus sozialer Isolation durch Krankheit oder Therapie heraushelfen, kann Raum für persönliche Gespräche, neuen Lebensmut geben und verschafft Entspannung und Erholung in der Natur. Nicht zuletzt verhilft eine verbesserte Ausdauerleistung zur Stärkung des Herz- Kreislauf - und Immunsystems."

Marita Bauer hat langjährige Erfahrungen - eigene und in der ehrenamtlichen Betreuung von Frauen mit und nach Brustkrebs. "2005 habe ich Nordic Walking für mich entdeckt", erzählt sie. "2006 musste ich die Diagnose Brustkrebs für mich verarbeiten. Nordic Walking wurde während der Therapie für mich ein wichtiges ,Überlebensmittel'". Inzwischen ist die ausgebildete Deutsch- und Kunstlehrerin und zertifizierte Leichtathletiktrainerin auch Nordic Walking Instructor und Embodiment-Trainerin. Seit 2013 arbeitet sie selbstständig als Personaltrainerin. Dazu schreibt sie für die Lausitzer Rundschau einen Blog, auf dem auch Randis Nordic-Walking-Erfolge nachzulesen sind. http://blog.urlaubsreich-aktiv.de/author/marita/

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