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Matthias Haack 14.05.2017 21:01 Uhr - Aktualisiert 15.05.2017 09:31 Uhr
Red. Neuruppin, lokales@ruppiner-anzeiger.de

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Siebter Streich

Rheinsberg (RA) Dass der neue Wanderpokal des Marineclubs Rheinsberg wieder an seine Marinegirls ging, das überraschte wenig. Allerdings musste sich die Crew um Kutterführer Olaf Weniger am Sonnabend im zweiten Lauf einen Rückstand von zweieinhalb Längen gegenüber Ketzin aufholen.

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In anderem Metier unterwegs: Bis zu neun Sportler bewegen die Rheinsberger Ruderer normalerweise in ihren Rennbooten. Beim Kuttern sind es elf, sie belegten am Sonnabend den sechsten Platz.

© MZV

Den Pokal bei den Männern sicherte sich erstmals in der elften Auflage des Wettkampfes der Seesportclub Ketzin. Die Seesportler von der Havel legten eine Meisterleistung hin. Dank ihrer Punktlandung ging der Wanderpokal nicht in den Besitz des Erzfeindes, die Havelwickinger, über. Dieser örtliche Widersacher hatte sowohl 2015 als auch 2016 beim Race anlässlich des Rheinsberger Hafenfestes gewonnen. Diesmal reichte es trotz der schnellsten aller Zeiten nicht für das mit Abstand jüngste Team.

Fotostrecke

11. Kutterrennen auf dem Grienericksee

Niedlich, weiß und wuschelig - Knut zog im Jahr 2007 die Berliner und später die ganze Republik in seinen Bann.  

Der Marineclub Rheinsberg begrüßte Gäste fürs Kutterrace. © MZV / Matthias Haack

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Mit 3:04 Minuten über 500 Meter mit eingeschlossener Wende hatte der Vorjahressieger im ersten Lauf Maßstäbe gesetzt, kam im zweiten Rennen jedoch bei der Wende vom Idealkurs ab. Fast eine Sekunde betrug der Rückstand des Favoriten auf den SSC Ketzin.

Der gastgebende Marineclub setzte auf lange Schläge, während viele Gegner eher die kurzen auf der "Sprintstrecke" bevorzugten. Normal sind in Wettkämpfen des Deutschen Seesportverbandes Distanzen von einem und mehr Kilometer. Beim Hafenfest am Grienericksee jedoch soll den Gästen die Chance gegeben werden, das gesamte Race zu sehen. Das klappte diesmal nicht, weil die Sicht zur Wendetonne von einem Schilfgürtel behindert wurde. Rheinsbergs Marinesportler, mit den Rostocker Oldies die ältesten Teams, pullten sich auf Platz vier. Allzugern wären die im Durchschnitt 56Jahre alten Seebären aufs Podest gekommen, doch der Rückstand von 15 Sekunden auf die Anklamer Hanse-Haie beträgt umgerechnet etwa die Länge von vier Kuttern.

Riesig gefreut hat sich der Ausrichter über den Start des Nachbarvereins. Neun Rennruderer sowie mit Yvette Joachim auch eine Frau saßen in zwei Reihen - statt einer - im urigen und schwerfälligen Kutter. Zweimal Training reichten für den Ruderverein (RRV) allerdings nicht, um die doch so eigene Technik der Kutterruderer aufzusaugen. Mehrere Jahre hatte der RRV beim Kutterrace auf eine Teilnahme verzichtet, nun steuerte Kutterroutinier Harry Lau seine Rennruder-Besatzung auf Platz sechs. Der Rückstand auf die "Profis" vom MCR betrug nur drei Sekunden - ein Ansporn für 2018.

Ein Blick zurück: Im Jahr 2010 jubelte ein Bremer Frauenteam über den Sieg. Seitdem führt kein Weg an den damals zweitplatzierten Marinegirls vorbei. In ihrem über den Winter aufgemöbelten Kutter "Norbert" - Norbert Rudloff hieß der verstorbene erste Clubvorsitzende - quälten sich die zehn Frauen im ersten Lauf auf der uferfernen Bahn. Im zweiten Lauf fand Kutterführer Olaf Weniger jede noch so kleine Motivationsreserve, um die Frauen zu einer Höchstleistung zu treiben. "Zwar fehlte bei einigen mehr und mehr die Kraft", so der einzige Mann im Kutter. "Aber gekämpft wurde von meinen Frauen großartig." Mehr noch: Der unverwechselbare harmonische Stil wurde bis auf die letzten Meter bewahrt.

Letztlich waren es 15 Sekunden auf die Ketziner, wie Vereinschef Günter Steffens sowie Ortsvorsteher Sven Alisch (SPD) bei der Siegerehrung das Geheimnis lüfteten. Obwohl der Marineclub erst im September seinen 50. Geburtstag feiern wird, bekam er bereits auf der Bühne Geschenke: Die Rostocker Gäste übergaben eine selbst gestaltete Leinwand, die Bremer reichten Präsente an jedes der 54 Clubmitglieder weiter.

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